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Löw: Das sagt er seinen Stars

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Joachim Löw sichtete am Samstag beim Spiel 1899 Hoffenheim gegen VfL Wolfsburg seine Neulinge Tobias Weis, Marvin Compper und Marcel Schäfer
Joachim Löw sichtete am Samstag beim Spiel 1899 Hoffenheim gegen VfL Wolfsburg seine Neulinge Tobias Weis, Marvin Compper und Marcel Schäfer © dpa

Berlin - Es ist Spiel eins nach dem Machtkampf. Seit Sonntagnachmittag versammelt Joachim Löw im Berliner Hyatt-Hotel am Potsdamer Platz seine Spieler.

Dabei steht weniger die Vorbereitung zum Jahresabschluss am Mittwoch gegen England im Blickpunkt, sondern das Verhalten der DFB-Kicker, genauer die (verbalen) Fehltritte von Michael Ballack und Torsten Frings sowie Kevin Kuranyis Stadion-Flucht, die ihn zum Ex-Nationalspieler machte.

In einem rund halbstündigen Vortrag will der Bundestrainer am Montag seinem Team deutlich die Spielregeln für die Zukunft klarmachen.

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Zwar stellt Löw deutliche Regeln Richtung WM 2010 in Südafrika auf und geht auf die Vorfälle um Ballack, Frings und Kuranyi ein – aber er wird davon abgesehen auch das grundsätzliche Auftreten würdigen.

„In erster Linie ist es mir einmal wichtig, vorweg ein Lob auszusprechen. Seit 2006 hat sich die Mannschaft zweieinhalb Jahre absolut vorbildlich verhalten“, erklärt Löw gegenüber der tz, „lediglich in den vergangenen Wochen sind Dinge geschehen, die nicht zu akzeptieren sind. Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass wir eine sehr gute Basis für die Zukunft haben.“

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Löw will sich seine Arbeit nicht kaputt machen lassen. Er fordert absoluten Respekt voreinander.

„Es gibt von mir eine Ansprache, keine Aussprache. Ich werde sagen, was meine Einschätzungen und Erwartungen sind. Die Mannschaft ist insgesamt positiv in ihrem Auftreten, es herrscht ein großes Grundvertrauen untereinander und viele Dinge funktionieren gut“, sagt der Trainer: „Trotzdem gibt es natürlich Regeln, die zu beachten sind.“

Diese Verhaltensregeln macht Löw am Montag dem gesamten Team – auch Ballack und Frings reisen an – klar. Einen schriftlichen Verhaltenskodex, wie ihn die Bayern-Stars beispielsweise einst von Ottmar Hitzfeld erhielten, wird es jedoch nicht geben. Löw zur tz: „Wir brauchen keinen Regelkatalog, denn der DFB ist nicht der Arbeitgeber, es gibt kein vertragliches Arbeitsverhältnis.“

Dass es in der Nationalmannschaft grundsätzliche atmosphärische Störungen gebe, verneint Löw energisch – er betrachtet die jüngsten Vorfälle als Ausrutscher, die sich nie mehr wiederholen dürfen.

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„Nach den ganzen Diskussionen entstand ein Bild, dass wir riesige Problemfelder haben. Das sehe ich nicht so“, wehrt sich der Bundestrainer. Vielmehr „harmoniert und funktioniert die Mannschaft. Ein bis zwei Aussagen ließen viel Raum für Interpretationen. Zweieinhalb Jahre lang hatten wir zuvor aber absolute Ruhe.“

Und die soll von nun an wieder herrschen. Löw versichert gegenüber der tz: „Ich kann Ihnen garantieren: Solche Vorfälle wie zuletzt wird es nicht mehr geben. Alles ist bereinigt und geklärt.“ Dennoch bleiben Spuren – das gibt DFB-Präsident Theo Zwanziger in der Welt am Sonntag offen zu: „Keine Frage: Das Image der Nationalmannschaft hat gelitten. Nach der EM und den guten Ergebnissen in der Qualifikation war das nicht notwendig. Ich bedaure das sehr.“

Der DFB-Boss reist am Montag nach Berlin, um mit dem Mannschaftsrat die Prämien für die WM-Qualifikation auszuhandeln. Von den Spielern sind Ballack, Frings, Klose und Lahm am Poker beteiligt. In der EM-Quali konnte jeder Spieler maximal 150 000 Euro kassieren. Nun sollen die Beträge etwas angehoben werden. „Die Erträge aus der WM werden steigen, deshalb sollen auch die Spieler davon profitieren“, erklärt Zwanziger die Maßnahme. Löw rechnet beim Poker mit einer raschen Einigung: „Bei uns sitzen dabei sehr besonnene Leute zusammen. Ich denke, dass das alles relativ schnell und professionell gelöst wird.“

Verhaltenskodex, Prämien-Poker – da rückt der Kracher gegen England fast in den Schatten. Schade: Die Engländer reisen ohne Beckham (nicht nominiert), Rooney, Ferdinand und Gerrard (verletzt) in die Hauptstadt. Zumindest auf Seiten der deutschen Mannschaft gibt’s vor dem sportlichen Jahresabschluss eine gute Meldung: Lukas Podolski meldete sich nach seinen Rückenbeschwerden einsatzbereit für die Partie am Mittwochabend.

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Quelle: tz

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