Ansprache an die Mannschaft in Berlin - "Es gibt Regeln, die zu beachten sind"

Löw: Das sagt er seinen Stars

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Joachim Löw sichtete am Samstag beim Spiel 1899 Hoffenheim gegen VfL Wolfsburg seine Neulinge Tobias Weis, Marvin Compper und Marcel Schäfer

Berlin - Es ist Spiel eins nach dem Machtkampf. Seit Sonntagnachmittag versammelt Joachim Löw im Berliner Hyatt-Hotel am Potsdamer Platz seine Spieler.

Dabei steht weniger die Vorbereitung zum Jahresabschluss am Mittwoch gegen England im Blickpunkt, sondern das Verhalten der DFB-Kicker, genauer die (verbalen) Fehltritte von Michael Ballack und Torsten Frings sowie Kevin Kuranyis Stadion-Flucht, die ihn zum Ex-Nationalspieler machte.

In einem rund halbstündigen Vortrag will der Bundestrainer am Montag seinem Team deutlich die Spielregeln für die Zukunft klarmachen.

Ein Anpfiff erster Güte? Mitnichten!

Zwar stellt Löw deutliche Regeln Richtung WM 2010 in Südafrika auf und geht auf die Vorfälle um Ballack, Frings und Kuranyi ein – aber er wird davon abgesehen auch das grundsätzliche Auftreten würdigen.

„In erster Linie ist es mir einmal wichtig, vorweg ein Lob auszusprechen. Seit 2006 hat sich die Mannschaft zweieinhalb Jahre absolut vorbildlich verhalten“, erklärt Löw gegenüber der tz, „lediglich in den vergangenen Wochen sind Dinge geschehen, die nicht zu akzeptieren sind. Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass wir eine sehr gute Basis für die Zukunft haben.“

Die besten Fußballer der Geschichte

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Ferenc Puskas blieb 1954 der große Triumph verwehrt: Er scheiterte mit Ungarn im WM-Finale 1954 mit 2:3 an Deutschland. Dennoch galt Puskas als der beste Fußballer seiner Zeit. Seine größten internationalen Erfolge feierte als Spieler von Real Madrid: Europapokalsieger der Landesmeister 1959, 1960 und 1966, Weltpokalsieger 1960, Olympiasieger mit Ungarn 1952 sowie Vize-Weltmeister 1954. © dpa
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Sir Bobby Charlton (l.) war das Aushängeschld des englischen Fußballs in den 60er Jahren. Seine größten internationalen Erfolge: Weltmeister mit England 1966, Europapokalsieger der Landesmeister mit Manchester United 1968, Euopas Fußballer des Jahres 1966. © dpa
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Garrincha verzauberte den Weltfußball in den 60er und 70er Jahren. Seine größten internationalen Erfolge: Weltmeister mit Brasilien 1958 und 1970. © dpa
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Pele. Seine größten Erfolge: Weltpokalsieger mit dem FC Santos 1962 und 1963, Weltmeister 1958, 1962 und 1970. Weltfußballer des 20. Jahrhunderts. © dpa
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Johan Cruyff (l.) gilt als der beste niederländische Fußballer der Geschichte. Seine größten internationalen Erfolge: 3x Sieger im Europapokal der Landesmeister mit Ajax Amsterdam (1971, 1972, 1973), Vize-Weltmeister mit den Niederlanden (1974), EM-Dritter mit den Niederlanden (1976), Europas Fußballer des Jahrhunderts (1999), 3 Mal Europas Fußballer des Jahres (1971, 1973, 1974). © dpa
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Franz Beckenbauer gilt für viele als der beste deutsche Fußballer der Geschichte. Als Spieler feierte der "Kaiser" mit der Nationalmannschaft und vor allem als Spieler des FC Bayern seine größten Erfolge: Weltmeister 1974, Vize-Weltmeister 19666, WM-Dritter 1970, Europameister 1972, Europapokalsieger der Landesmeister mit Bayern München 1974, 1975, 1976, Europapokalsieger der Pokalsieger mit dem FC Bayern 1967, Weltpokalsieger 1976 mit Bayern München usw. © dpa
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Gerd Müller, der Prototyp des deutschen Stürmers. Seine größten internationalen Erfolge: Europameister 1972, Weltmeister 1974, Europapokalsieger der Landesmeister mit dem FC Bayern 1974, 1975, 1976, Europapokal der Pokalsieger 1967, Weltpokalsieger 1976, Europäischer Torschützenkönig: 1970, 1972, WM-Torschützenkönig: 1970, EM-Torschützenkönig: 1972. Europas Fußballer des Jahres: 1970. WM-Torschützenkönig: 1970 EM-Torschützenkönig: 1972 © dpa
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Mario Kempes (l.) galt bis zu Diego Armando Maradona als bester Fußballer Argentiniens. Seine größten internationalen Erfolge: Weltmeister mit Argentinien 1978, 1978 Südamerikas Fußballer des Jahres, 1980 Europapokalsieger der Pokalsieger mit dem FC Valencia, Torschützenkönig und bester Spieler der Fußballweltmeisterschaft 1978. © dpa
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Diego Armando Maradona gilt für viele als der beste Fußballer der Geschichte. Seine größten internationalen Erfolge: Weltmeister mit Argentinien 1986, Vize-Weltmeister 1990, UEFA-Pokalsieger mit dem SSC Neapel 1989, Südamerikas Fußballer des Jahres: 1979, 1980, 1986, 1989, 1990, 1992, Goldener Ball als bester Spieler der Weltmeisterschaft: 1986. © dpa
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Lothar Matthäus führte die deutsche Nationalmannschaft 1990 zum WM-Titel in Italien. Seine weiteren internationalen Erfolge: Europameister 1980, Vize-Weltmeister 1982 und 1986, UEFA-Pokalsieger 1991 mit Inter Mailand und 1996 mit dem FC Bayern, Weltfußballer der Jahre 1990 und 1991, Europas Fußballer des Jahres 1990. © dpa
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Romario. Seine größten Erfolge: Weltmeister mit Brasilien 1998, Weltfußballer des Jahres: 1994, Bester Spieler der WM: 1994. © dpa
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Der Italiener Roberto Baggio (m.). Seine größten internationalen Erfolge: WM-Dritter 1990, Vize-Weltmeister 1994, UEFA-Pokal-Sieger mit Juventus Turin 1993, Weltfußballer des Jahres 1993, Europas Fußballer des Jahres 1993. © dpa
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Marco van Basten (Niederlande). Seine größten internationalen Erfolge u.a.: Europapokal der Pokalsieger mit Ajax Amsterdam 1987, Europapokal der Landesmeister mit dem AC Mailand 1989 und 1990, Weltpokalsieger mit dem AC Mailand 1989 und 1990, Europäischer Supercupsieger mit dem AC Mailand 1989 und 1990, Goldener Schuh der UEFA als bester Torjäger Europas 1986,Torschützenkönig und bester Spieler der Europameisterschaft 1988... © dpa
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Paolo Maldini gilt als der beste italienische Abwehrspieler der Geschichte. Seine größten internationalen Erfolge: WM-Dritter 1990, Vize-Weltmeister 1994, Vize-Europameister 2000, Europapokalsieger der Landesmeister/Champions League mit dem AC Mailand 1989, 1990, 1994, 2003 und 2007, Europäischer Supercup 1989, 1990, 1994, 2003, 2007. Weltpokalsieger 1989 und 1990. © dpa
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George Weah gilt als der beste afrikanische Fußballer der Geschichte. Die internationalen Erfolge des Liberianers: Weltfußballer, Europas Fußballer des Jahres und Afrikas Fußballer des Jahres 1995, bester afrikanischer Spieler des 20. Jahrhunderts. © dpa
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Rivaldo wurde 2002 Weltmeister mit Brasilien, Vize-Weltmeister 1998. Champions-League-Sieger 2003 mit dem AC Mailand, Europäischer Supercup: 1998 mit Barca und 2003 mit dem AC Mailand, Weltfußballer des Jahres 1999 und Europas Fußballer des Jahres 1999. © dpa
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Ronaldo: Seine größten Erfolge u.a.: Weltmeister 1994 und 2002, FIFA-Klub-Weltmeisterschaft mit Milan 2007, Europapokal der Pokalsieger 1997 mit dem FC Barcelona, UEFA-Cup-Sieger Inter Mailand 1998, Europäischer Supercup: 2002 mit Real Madrid und 2007 mit Milan, Weltpokalsieger mit Real Madrid 2002, Weltfußballer des Jahres: 1996, 1997, 2002, Europas Fußballer des Jahres: 1997, 2002, 1997 Europas Torschützenkönig, 2002 WM-Torschützenkönig. © dpa
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Zinedine Zidane. Seine größten Erfolge: Weltmeister 1998, Europameister 2000, Champions-League-Sieger mit Real Madrid 2002, Europäischer Supercup mit Juventus 1996 und Real Madrid 2002, Weltpokal 1996 mit Juve und 2002 mit Real, Weltfußballer des Jahres: 1998, 2000, 2003, Europas Fußballer des Jahres: 1998, Weltsportler des Jahres: 1999, Wertvollster Spieler der WM („Goldener Ball“): 2006. © dpa
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Ronaldinho. Seine größten Erfolge: Weltmeister mit Brasilien 2002, UEFA Champions League mit dem FC Barcelona 2006, Weltfußballer des Jahres: 2004, 2005, Europas Fußballer des Jahres: 2004, UEFA Club Football Awards Stürmer des Jahres: 2005, UEFA Club Football Awards Spieler des Jahres: 2006, World Soccer Spieler des Jahres: 2004, 2005. © dpa
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Lionel Messi (r.) ist gegenwärtig eines der größten Talente im Weltfußball. Seine internationalen Erfolge: Champions-League-Sieger 2006 mit dem FC Barcelona, Olympiasieger 2008 mit Argentinien. © dpa
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Cristiano Ronaldo gilt als einer der derzeit besten Fußballer der Welt. Seine größten internationalen Erfolge: Vize-Europameister 2004 mit Portugal, WM-Vierter mit Portugal 2006, Champions-League-Sieger 2008 mit Manchester United. © dpa
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Xavi Hernandez. Der kleine Spanier gewann mit Spanien 2008 die Europameisterschaft und 2006 mit dem FC Barcelona die UEFA Champions League. © dpa

Spielen Sie!

Fußball-Legenden - das neue Quiz

Löw will sich seine Arbeit nicht kaputt machen lassen. Er fordert absoluten Respekt voreinander.

„Es gibt von mir eine Ansprache, keine Aussprache. Ich werde sagen, was meine Einschätzungen und Erwartungen sind. Die Mannschaft ist insgesamt positiv in ihrem Auftreten, es herrscht ein großes Grundvertrauen untereinander und viele Dinge funktionieren gut“, sagt der Trainer: „Trotzdem gibt es natürlich Regeln, die zu beachten sind.“

Diese Verhaltensregeln macht Löw am Montag dem gesamten Team – auch Ballack und Frings reisen an – klar. Einen schriftlichen Verhaltenskodex, wie ihn die Bayern-Stars beispielsweise einst von Ottmar Hitzfeld erhielten, wird es jedoch nicht geben. Löw zur tz: „Wir brauchen keinen Regelkatalog, denn der DFB ist nicht der Arbeitgeber, es gibt kein vertragliches Arbeitsverhältnis.“

Dass es in der Nationalmannschaft grundsätzliche atmosphärische Störungen gebe, verneint Löw energisch – er betrachtet die jüngsten Vorfälle als Ausrutscher, die sich nie mehr wiederholen dürfen.

„Nach den ganzen Diskussionen entstand ein Bild, dass wir riesige Problemfelder haben. Das sehe ich nicht so“, wehrt sich der Bundestrainer. Vielmehr „harmoniert und funktioniert die Mannschaft. Ein bis zwei Aussagen ließen viel Raum für Interpretationen. Zweieinhalb Jahre lang hatten wir zuvor aber absolute Ruhe.“

Und die soll von nun an wieder herrschen. Löw versichert gegenüber der tz: „Ich kann Ihnen garantieren: Solche Vorfälle wie zuletzt wird es nicht mehr geben. Alles ist bereinigt und geklärt.“ Dennoch bleiben Spuren – das gibt DFB-Präsident Theo Zwanziger in der Welt am Sonntag offen zu: „Keine Frage: Das Image der Nationalmannschaft hat gelitten. Nach der EM und den guten Ergebnissen in der Qualifikation war das nicht notwendig. Ich bedaure das sehr.“

Der DFB-Boss reist am Montag nach Berlin, um mit dem Mannschaftsrat die Prämien für die WM-Qualifikation auszuhandeln. Von den Spielern sind Ballack, Frings, Klose und Lahm am Poker beteiligt. In der EM-Quali konnte jeder Spieler maximal 150 000 Euro kassieren. Nun sollen die Beträge etwas angehoben werden. „Die Erträge aus der WM werden steigen, deshalb sollen auch die Spieler davon profitieren“, erklärt Zwanziger die Maßnahme. Löw rechnet beim Poker mit einer raschen Einigung: „Bei uns sitzen dabei sehr besonnene Leute zusammen. Ich denke, dass das alles relativ schnell und professionell gelöst wird.“

Verhaltenskodex, Prämien-Poker – da rückt der Kracher gegen England fast in den Schatten. Schade: Die Engländer reisen ohne Beckham (nicht nominiert), Rooney, Ferdinand und Gerrard (verletzt) in die Hauptstadt. Zumindest auf Seiten der deutschen Mannschaft gibt’s vor dem sportlichen Jahresabschluss eine gute Meldung: Lukas Podolski meldete sich nach seinen Rückenbeschwerden einsatzbereit für die Partie am Mittwochabend.

Quelle: tz

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