Bundestrainer ordnet Situation ein

Löw reagiert auf Matthäus-Kritik: „Schätze seine Meinung, sehe aber auch ...“

Während der Länderspielphase im Oktober prasselt Kritik auf Joachim Löw ein. Der Bundestrainer aber gibt sich gelassen und richtet seinen Fokus nach vorn.

  • Drei Länderspiele bestreitet die DFB-Auswahl in der zweiten Länderspielphase des Jahres.
  • Rund um die Partien muss sich Bundestrainer Joachim Löw heftige Vorwürfe gefallen lassen.
  • Die tangieren ihn aber offenbar nicht wirklich.

Kiew - Erst Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus, dann Ex-Bundestrainer Berti Vogts und nun auch noch der 2014er-Weltmeister Bastian Schweinsteiger - die Kritik an Bundestrainer Joachim Löw und seiner Kader-Zusammenstellung reißt nicht ab. Und was macht Jogi? Den juckt das alles nicht! Was Kritik betrifft, steht der Bundestrainer laut eigener Aussage „über den Dingen. Dass es unterschiedliche Meinungen gibt, das erlebe ich seit 16 Jahren. Ich kann Kritik einordnen.

Schon vor der Nations-League-Partie gegen die Ukraine konnte sich Löw einen kleinen Seitenhieb in Richtung Matthäus nicht verkneifen, als er auf dessen jüngste Kritik angesprochen wurde. „Ich glaube, der Lothar ist mit seinen 90er-Weltmeistern in der Toskana. Das ist, glaube ich, ganz gut für mich, dann kann er diesmal die Kritik nicht so unmittelbar äußern.“

Eine Anspielung von Löw auf das Treffen der 1990er-Weltmeister, das am Wochenende in Italien stattgefunden hat.

Kann mit der Kritik von Lothar Matthäus und Co. nicht viel anfangen: Bundestrainer Joachim Löw richtet seine Arbeit komplett auf die EM 2021 aus.

Löw kontert Kritik: „Haben uns seit zwei Jahren kontinuierlich gesteigert“

Nachdem der 2:1-Sieg in Kiew eingetütet war, erklärte Löw, weshalb ihn die Lothar-Kritik weitgehend kaltlässt: „Ich bin ihm nicht böse. Er hat sicher gute Gedanken und ich schätze seine Meinung. Ich sehe aber auch das große Ganze. Man darf nicht vergessen, wo wir herkommen. Vor zwei Jahren waren wir ganz unten und haben uns seitdem kontinuierlich gesteigert.“ Ansichtssache. Löw betonte im nächsten Atemzug, dass er und sein Trainerteam durchaus Selbstkritik üben: „ Für uns ist es wichtig, dass wir uns ständig im Team selber hinterfragen. Man reflektiert sich auch selbst ständig, was kann man besser machen? Wo können wir den Hebel ansetzen?“

Noch hat Löw den Faktor Zeit auf seiner Seite, um wackelige Auftritte seines Teams zu entschuldigen: „Die junge Mannschaft, die wir verändert haben, hat die EM-Qualifikation gewonnen gegen Holland. Dann waren wir zehn Monate nicht zusammen und haben die Spiele aus dem Stand heraus gemacht. Da muss man doch eine realistische Einschätzung machen.“ Doch zur Realität gehört auch, dass die EM in weniger als zehn Monaten stattfindet und Löw die Zeit davonläuft. (bok)

Rubriklistenbild: © Philipp Reinhard/dpa

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