Ende als Bondscoach

Van Gaal hört nach der WM 2014 auf

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Louis van Gaal will seine Karriere als Bondscoach nach nur zwei Jahren wieder beenden.

Hoenderloo - Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal will seinen Job als niederländischer Nationaltrainer bereits nach der Weltmeisterschaft 2014 wieder aufgeben.

„Mein Ziel war immer die WM. Die habe ich noch nie mitgemacht und danach höre ich auf jeden Fall als Bondscoach auf“, sagte van Gaal am Freitag in Hoenderloo.

„Ich habe immer gesagt, dass ich einmal eine EM oder WM miterleben will und es sieht ja danach aus, dass wir uns qualifizieren“, sagte der Ex-Trainer von Bayern München. Das Oranje-Team ist in der WM-Qualifikation noch ungeschlagen.

Van Gaal hatte erst im vergangenen Jahr nach der enttäuschenden EM in Polen und der Ukraine die Nachfolge von Bert van Marwijk angetreten. Er deutete an, dass er seine Trainerkarriere 2014 komplett beenden werde. „Nur wenn ein Angebot aus England käme, würde ich noch einmal darüber nachdenken“, meinte der 61-Jährige.

"Menschlich eine Katastrophe": Die schärfsten Kritiken an Louis van Gaal

"Hätte van Gaal in seiner ersten Saison nicht das letzte Gruppenspiel in der Champions League gegen Juventus Turin gewonnen, hätte er schon damals nicht die Winterpause überlebt. Aber dann ging es plötzlich. Leider waren die anschließenden Erfolge mit dem Double und dem Erreichen des Finales in der Champions League offenbar für van Gaal der Startschuss zum 'Take over Bayern München'." © getty
Uli Hoeneß: "Unter Louis van Gaal habe ich eines gelernt: Du kannst den besten Fachmann haben. Aber wenn es keinen Spaß macht, dann will ich ihn nicht. Ich will Erfolg für den Klub haben, aber noch mehr will ich Spaß am Fußball und an der täglichen Arbeit haben. Der darf darunter nicht leiden. Wenn ich keinen Spaß habe, habe ich auch keinen Erfolg." © getty
"Die Mannschaft war zweifellos zu lieb. Wir hatten ja kaum Gelbe Karten oder harte Fouls. Das lag aber nicht an den Spielern, sondern am System. Louis van Gaal hat ja geglaubt, man könne dem Gegner den Ball weggucken." © dpa
"Mit van Gaal haben wir das Double geholt und standen im Champions-League-Finale. Dass der menschlich eine Katastrophe war, steht auf einem anderen Blatt." © dpa
Karl-Heinz Rummenigge: "Van Gaal ist kein Mensch, der auch nur einen Prozentpunkt Kompromisse eingeht. In der Rückrunde der vergangenen Saison haben wir zügig bemerkt, dass es schwierig wird. Die Entscheidungen von Kraft angefangen bis zu van Bommel, und viele andere Dinge, trugen dazu bei. Einen solchen Stil kann man pflegen, doch man muss dann Erfolg haben." © dpa
Philipp Lahm: Der Kapitän hatte rückblickend geäußert, nach der starken ersten Saison mit dem Double-Gewinn und dem Sprung ins Finale der Champions League habe sich van Gaal in der zweiten Spielzeit "schlicht geweigert, die Mängel seiner Philosophie zur Kenntnis zu nehmen und zu beseitigen". © Sampics
Franck Ribéry: "Es ist kein Geheimnis, dass Louis van Gaal und ich keine Freunde waren. Wir hatten manchmal Stress. Zwei Jahre lang lang habe ich keinen Spaß gehabt. Diese Zeit hat mich mehr als angekotzt." © getty
Jörg Butt: "Es kann nicht sein, dass ein leitender Angestellter in einem funktionierenden Verein alles umwerfen will. Der FC Bayern hat eine sportliche Linie gesucht - niemanden, der den Verein übernehmen will. Das Problem war, dass er nicht bereit war, die Identität des Vereins anzunehmen. Er hat den Erfolg vielleicht ein bisschen sehr auf sich bezogen." © ap
Hamit Altintop (jetzt Real Madrid): "Van Gaal hat mich absolut ignoriert, obwohl ich Vollgas gegeben habe. Ich hatte nicht die hundertprozentige Unterstützung des Trainers. Ich war immer auf der Kippe." © dpa
Martin Demichelis (jetzt FC Malaga): "Seit dem ersten Augenblick, als Louis van Gaal kam, fing alles an zu stinken." © getty
Lucio (jetzt Inter Mailand und von van Gaal 2009 weggeschickt): "Ich hätte mir gewünscht, dass der Trainer erst mal mit mir spricht, bevor er sich festlegt. Ich denke einfach, ein bisschen mehr Respekt hätte ich verdient gehabt." © dpa

Insgesamt sei der Posten als Nationaltrainer nicht seine Sache. „Ich finde es doch schöner, jeden Tag mit den Spielern auf dem Feld zu stehen“, sagte van Gaal. Der Bondscoach reist mit den Niederlanden in der kommenden Woche nach Asien. Dort stehen zwei Testspiele gegen Indonesien (7. Juni) und China (11. Juni) auf dem Programm.

Louis van Gaal: Seine besten Sprüche

"Ich habe in sechs Jahren bei Ajax mehr geschafft, als Barcelona in hundert." (Van Gaal nach seiner Entlassung bei Barca im Jahr 2003) © dpa
"Ich bin der Beste!" (Louis van Gaal nach dem Gewinn der niederländischen Meisterschaft mit AZ Alkmaar 2008) © Getty
"Bayern träumte ja auch schon lange von mir" (Van Gaal nach Bekanntgabe seines Wechsels zu den Bayern im März 2009 auf die Frage, warum er schon lange vom FC Bayern träume) © Getty
"Ich bin ein anderer Trainer als die anderen, ich habe eine eigene Identität." (Van Gaal im Bayern-Magazin im August 2009) © Getty
"Sie können mich rauswerfen, und dann? Es gibt keinen Trainer mit einem besseren Lebenslauf. Wenn ich jetzt weg wäre, wen sollte Bayern dann verpflichten? Ferguson? Capello? Die sind vielleicht erfolgreicher, aber besetzt." (Van Gaal im Oktober 2009 auf die Frage, warum ihn die Bayern trotz des schlechten Saisonstarts nicht feuern sollten) © Getty
"Ich habe einen Körper wie ein Gott." (Van Gaal im Oktober 2009) © Getty
"Seit ich hier bin, scheint die Sonne" (Van Gaal im Dezember 2009) © Getty
"Es gibt nicht viele Trainer in der Welt, die mehr gewonnen haben als ich." (Van Gaal im Februar 2010) © Getty
"Ich kann in die Seele eines Menschen schauen." (Van Gaal im Februar 2010) © Getty
"Geld macht nicht glücklich, es ist wichtig, um sich glücklich zu fühlen, aber für mich ist Anerkennung wichtiger, vor allem die Anerkennung der Spieler." (Van Gaal im Februar 2010) © 
"Ich finde es unglaublich, dass Sie das sagen. Sie haben das total falsch gesehen. Sie können nicht sagen, dass Bayern schlecht gespielt hat. Das kann nicht wahr sein." (Van Gaal im Frühjahr 2010 zu einem TV-Reporter nach dem 1:1 in Nürnberg) © Getty
"Mir ist nie kalt. Ich bin warmblütig, das sagt auch meine Frau. Wir schlafen immer Löffel an Löffel." (Van Gaal im Frühjahr 2010) © Getty
„Wir haben sehr viel Spaß miteinander. Aber auch sehr viel Streit! Truus ist sehr lieb, sie kennt mich sehr gut. Und ich will immer verwöhnt werden. Das macht sie sehr gut. Wichtig ist auch, dass wir noch regelmäßig die Liebe miteinander machen!“ (Van Gaal im Frühjahr 2010 über das Verhältnis zu seiner Frau Truus) © Sampics
"Ich habe zum Vorstand gesagt, dass wir alle Titel feiern werden, ich bin ein Feierbiest." (Van Gaal vor der Meisterfeier des FC Bayern im Mai 2010) © dpa
"Ich bin wohl der flexibelste Trainer. Das Wichtigste ist, dass ich ein Mensch bin. Ein Mensch, dem ganz offensichtlich das Talent gegeben wurde, eine Mannschaft zu trainieren." (Van Gaal im Mai 2010) © Getty
"Ich bin ein Womanizer". (Van Gaal im Mai 2010) © Getty
"Es gibt Leute, die total in Gott vertrauen. Ich vertraue total in mich selbst." (Van Gaal im Mai 2010) © Getty
"Innerhalb von sechs Wochen kann ich eine Mannschaft fertigmachen." (Van Gaal im Juli 2010) © Getty
„Muss dieser Mann die Flasche geben? Ich denke nicht.“ (Van Gaal im Oktober 2010 über Spieler, die nachts aufstehen, um ihr Neugeborenes zu versorgen) © Sampics
„Ich mag die Mentalität. Das ist unglaublich. Sie sind noch fanatischer als ich.“ (Van Gaal im Oktober 2010 über deutsche Fußballer) © dpa
„Ich bin hetero, ich bin ein Frauenmann.“ (Van Gaal im Oktober 2010 auf die Frage, ob er mit Frauen besser zurechtkomme als mit Männern) © Sampics
„Sport besteht nicht nur aus Technik, sondern auch aus Strategie und Persönlichkeit. Ich habe immer eine Strategie.“ (Van Gaal im Oktober 2010) © dpa
„Ich bin so wie ich bin, und diese Art ist nicht einfach, aber ich will meine Persönlichkeit nicht ändern, nur weil andere das wollen.“ (Van Gaal im Oktober 2010) © ap
"Ich war überall der Cäsar" (Van Gaal im November 2010) © dpa

dpa

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