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Luhukay: Jetzt kommt das Sahnetröpfchen!

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Von: Tobias Kimmel

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Jos Luhukay und Andreas Rettig zeigten sich schon vor dem Spiel im Gesoräch mit Hertha-Coach Markus Babbel bester Laune © Fishing4

Augsburg - "Normalerweise ist das ja ein Witz", sagt FCA-Geschäftsführer Andreas Rettig. Er meint den ersten Tabellenplatz, vor Aufstiegs-Topfavorit Hertha. Nun erwartet die Schwaben eine unglaublich anspruchsvolle Aufgabe.

Vier Mal Rot! Selbst in den Katakomben wurde nachgetreten. Axel Bellinghausen schlug erst eine Bande, dann bolzte der Hitzkopf zwei Absperrpfosten mit voller Wucht gegen die Wand. Sein Kollege Daniel Baier hatte sich lautloser zum frühzeitigen Duschen geschlichen.

Während der 90 intensiven Minuten im Zweitliga-Spitzenspiel zwischen dem FC Augsburg und Hertha BSC gab es nur wenige besinnliche Momente.

Nach dem Schlusspfiff ist beim FCA aber wieder vorweihnachtliche Stimmung eingekehrt. Weil die Hertha wegen eines unglücklichen Elfmeters noch den Ausgleich zum 1:1-Endstand kassierte und die Partie von Verfolger Erzgebirge Aue abgesagt wurde, ist Augsburg Herbstmeister.

In 13 der vergangenen 15 Spielzeiten hat das zum späteren Aufstieg gereicht. So weit wollen die ambitionierten Schwaben noch nicht denken. „Gefeiert wird hoffentlich am Ende der Saison. Was wollen wir denn jetzt feiern?“, fragte Geschäftsführer Andreas Rettig. „Dieser Punkt war die Krönung auf eine tolle Hinrunde. Wer hätte denn gedacht, dass wir nach 17 Spielen vor der Hertha stehen? Normalerweise ist das ja ein Witz.“

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Nach einer Schwächeperiode von vier Niederlagen am Stück hat der FCA die Hinserie mit neun Partien ohne Niederlage abgeschlossen. Bestes Torverhältnis der Liga, stärkstes Auswärtsteam – es sind die Statistiken eines Spitzenreiters.

Alle Beteiligten sind sich dennoch einig: Der Aufstieg in dieser Saison führt nach wie vor nur über den Hauptstadtklub, für den Platz zwei bereits einer Niederlage gleichkommt. „Zwei Spitzenmannschaften wollten die Herbstmeisterschaft. Wir hätten es mehr verdient“, behauptete Co-Kapitän Christian Lell mit Blick auf die Schiedsrichterentscheidungen frech. „Er ist im Normalfall unverdächtig für gute Analysen“, konterte Rettig, „aber in dem Fall hat er Recht. Ich bin beeindruckt von dieser Berliner Mannschaft. Das sind richtig gute Kicker. Das hat alles Qualität.“

Dieser Hertha einen Punkt abzuringen heißt für den Manager auch, sich vor Dienstag (20.30 Uhr gegen Schalke 04 im DFB-Pokal) nicht fürchten zu müssen. „Viel besser als diese Hertha heute kann Schalke auch nicht spielen“, ist er überzeugt: „Wir brauchen uns nicht verstecken: Wir sind der Herbstmeister der 2. Liga!“

Trainer Jos Luhukay genießt die Erstliga-Atmosphäre, welche die Impuls Arena seit Samstag umgibt. „Diese Partie ist das Sahnetröpfchen. Es soll ein richtig schönes Fußballfest werden“, schwärmt der Niederländer.

Die Herthaner werden dann übrigens nur zusehen. Sie sind in der zweiten Pokalrunde gegen Koblenz ausgeschieden, einen Drittligisten. Kein böses Blut, kein Seitenhieb von irgendeinem der aufgeregten Beteiligten. Zum Abschluss reichte Luhukay seinem enttäuschten Gegenüber Markus Babbel verbal die Hand. „Ich möchte Dir frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr wünschen. Vielleicht gehen wir beide in die erste Liga.“

Tobias Kimmel

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