Machtkampf mit FIFA: Mega-Strafe gegen Sion

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Kaim vorstellbar, dass Sion-Präsident Christian Constantin nach der Strafe Ruhe gibt.

Bern - Mit einer drakonischen Strafe hat der Schweizerische Fußballverband dem Willen der FIFA nachgegeben und dem FC Sion mit einem enormen Punktabzug bestraft.

Der Schweizer Fußball-Verband (SFV) hat sich dem Druck des Weltverbandes FIFA gebeugt und den Erstligisten FC Sion nach monatelangem Streit mit einer drakonischen Strafe belegt. Sion werden wegen der Missachtung einer FIFA-Transfersperre sowie der Anrufung von Zivilgerichten 36 Punkte abgezogen. Dies teilte der SFV am Freitag mit.

Mit diesem Urteil ist die angedrohte Suspendierung des SFV durch die FIFA so gut wie vom Tisch. Wäre der Fall bis zum 13. Januar nicht gelöst worden, hätte die Nationalmannschaft keine Partien mehr bestreiten und auch der FC Basel nicht zum Champions-League-Achtelfinale gegen Bayern München antreten dürfen. „Der SFV hat von der FIFA eine Bestätigung verlangt, dass die Suspension nunmehr nicht in Kraft tritt. Die Antwort der FIFA steht noch aus“, hieß es in einer Verbandserklärung weiter. Die SFV-Entscheidung kann Sion nur noch vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS anfechten.

Sion stürzt mit nun minus fünf Punkten von Platz drei ans Tabellenende. Die Resultate der bisherigen Partien bleiben jedoch unangetastet. Das bedeutet auch, dass der Titelverteidiger weiter am Schweizer Pokalwettbewerb teilnehmen darf.

Hintergrund der teilweise bizarren Auseinandersetzung war eine einjährige Transfersperre, die die FIFA gegen Sion 2009 verhängt hatte. Der Verein habe den Ägypter Essam El-Hadary ihn zum Vertragsbruch angestiftet. Sion setzte sich jedoch über das Verbot hinweg.

Sie bringen die Würze: Reizfiguren des Fußballs

Sie bringen die Würze: Reizfiguren des Fußballs

Diego Maradona wird von vielen als bester Kicker aller Zeiten gesehen. Dem Argentinier kosteten seine Kokainsucht und sein unsteter Lebenswandel aber auch beinahe das Leben. © dpa
Maik Franz ist für viele Stürmer ein Alptraum. Das Rauhbein wurde von Bayern Knipser Mario Gomez sogar mit dem A-Wort betitelt. © dpa
Mark van Bommel ist in ganz Europa berüchtigt für seine harte Gangart auf dem Platz. Seine Mitspieler sehen in ihm aber auch den idealen Anführer. © dpa
Roy Keane war Ende der 90er-Jahre Kapitän bei Manchester United. Er galt als giftiger Mittelfeld-Leader. Der Ire war bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehen. © dpa
Kevin-Prince Boateng beendete mit einem harten Foul Michael Ballacks DFB-Karriere. Auch neben dem Platz ist er immer wieder durch Undiszipliniertheiten aufgefallen. Beim AC Milan hat er den Durchbruch geschafft. © dpa
Supertalent oder Gossenjunge? Marko Arnautovic sorgt regelmäßig für Diskussionsstoff. © dpa
Beim FC Bayern genießt er messiasähnlichen Status. In gegnerischen Stadien wird Uli Hoeneß regelmäßig ausgepfiffen. © dpa
Cristiano Ronaldo - Sein selbstverliebtes Gehabe bringt viele Fußballfans auf die Palme. Andere bewundern sein Tempo und seine Technik. © dpa
Der portugiesische Star-Verteidiger Pépe wird in Spanien "Furia" genannt. Er ist bekannt für fiese Fouls und zügellose Ausraster. © dpa
Mario Ballotelli hat es nicht leicht. In Italien musste er oft rassistische Beleidigungen ertragen. Seinen Dartpfeilwurf auf einen Jugendspieler entschuldigt das aber auch nicht. © dpa
Gennaro Gattuso gilt als einer der gefürchtetsten Mittelfeldabräumer Europas. Mit zahllosen Stars hatte er schon Privatfehden auf dem Platz. © dpa
Adrian Mutu ist der derzeit wahrscheinlich beste Fußballer Rumäniens. Leider fiel er auch immer wieder durch Kokain-Affären auf. © dpa
David Jarolim zählt zu den unbeliebtesten Gegenspielern in der Bundesliga. Der Tscheche teilt gerne aus, mimt aber selbst oft den "sterbenden Schwan". © dpa
Den Brasilianer Rafinha würden wohl viele mit dem Ausdruck "Giftzwerg" beschreiben. Der harte Rechtsverteidiger ist bekannt für seine ausschweifenden Haus-Partys. © dpa
Vinnie Jones war einer der härtesten Kicker die die Premier-League je gesehen hat. 13 Platzverweise zeichnen seine Vita. Heute ist das Rauhbein ein englischer Filmstar. © dpa
Andy Möller wurde von vielen Kollegen als "Heulsuse"bezeichnet. Legendär war sein gewagter Wechsel vom BVB zu Schalke 04. © dpa
Besonders für die Bayern-Fans ein Alptraum -Strafraumwühler Filippo Inzaghi schoss den FCB schon öfter aus der Champions League. Er gilt aber auch als großer Schauspieler auf dem Platz. © dpa
Jens Lehmann ist bekannt für seinen großen Ehrgeiz. Lief etwas nicht nach Plan, rastete er wie hier gegen Ulf Kirsten gerne mal aus. © dpa
In anderen Stadien wurde Oliver Kahn oft mit Bananen beworfen. Im Jahr 2000 traf ihn ein Golfball. Für Bayern-Feinde war er jahrelang Symbolfigur ihres Hasses. Andere feierten ihn als Titan. © dpa
Werner "Beinhart" Lorant galt als harter Trainer, der die Löwen von der Bayernliga in die Bundesliga brachte. Er war aber auch für seine Ausraster berühmt. © dpa
Bernd Schuster wurde in Spanier als "blonder Engel" verehrt. Dem grazilen Techniker wurden aber auch Egoismus und Geldgier nachgesagt. © dpa
Mit seiner Führungsstärke führte Stefan Effenberg den FC Bayern zum Champions-League-Titel 2001. Seine manchmal überhebliche Art stößt aber nicht überall auf Gegenliebe. © dpa
Als Spieler wurde Matthias Sammer Europas Fußballer des Jahres. Bei Spielern und Fans trug er für seine impulsive Art den Spitznamen "Motzki". © dpa
Der Franzose Eric Cantona wurder auf der Insel als "Le King" verehrt. Vielen bleibt aber auch sein Kung-Fu-Ausraster gegen einen Fan in Erinnerung. © dpa
Der kanllharte Manndecker Uli Borowka (links) trug den Beinamen "Axt". Der Ex-Nationalspieler galt als schwieriger Charakter. Seine jahrelange Alkoholsucht hat er mittlerweile überwunden. © dpa
Toni Schumacher war einer der besten Keeper, die Deutschland jemals hatte. Mit seiner Biographie und seinem berümten Foul im WM-Halbfinale hat er sich aber auch viele Feinde gemacht. © dpa
Tim Wiese gilt bei vielen als Narzist, der gerne zu Ausrastern neigt. Seine Leistungen werden aber nicht nur von Jogi Löw geschätzt. © dpa
Paolo Di Canio ist bekennender Mussolini-Verehrer. Der ehemalige Kicker von Lazio Rom wurde von den eigenen Fans geliebt. Für viele ist er Sinnbild für die Fremdenfeindlichkeit im italienischen Fußball. © dpa
Durch die Beleidigung Zinedine Zidanes im WM-Finale 2006 erlangte Marco Materazzi Berühmtheit. Auch heute ist der knallharte Inter-Verteidiger bei den Gegenspielern noch äußerst unbeliebt. © dpa
Wandelte jahrelang zwischen Genie und Wahnsinn: Paul Gascoigne hat sein leben bis heute nicht in den Griff bekommen. Für seine spektakuläre Spielweise wird er auf der Insel noch immer verehrt. © dpa
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Mario Basler hatte als Spieler auf dem Rasen bisweilen den Aktionsradius eines Bierdeckels, während er abseits des Platzes richtig Gas gab. Auch heute ist Basler als Experte noch um keinen Spruch verlegen. Sich dabei Feinde zu machen, stört ihn nicht im Geringsten. © Getty
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Louis van Gaal eilte ein zweifelhafter Ruf voraus, als er nach München kam. Der Niederländer wurde seinem Ruf gerecht. Zu seinen größten Feinden zählen Journalisten ebenso wie Spieler, die von seinem rigorosen Kurs abweichen. © Getty
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Michael Thurk hat sich bei seinen Ex-Vereinen Eintracht Frankfurt, FSV Mainz 05 und Energie Cottbus mit seiner leidenschaftlichen Art viele Freunde, aber auch viele Feinde gemacht. Er sagt seine Meinung stets gerade heraus. Deswegen hat ihn der FC Augsburg suspendiert. © Getty
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Zlatan Ibrahimovic geht kaum einer Nickligkeit aus dem Weg und neigt zu versteckten Fouls. Aber wehe, ihn fasst einer an ... (siehe oben) © Getty
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Keiner pendelt so sehr zwischen Genie und Wahnsinn wie José Mourinho. Der Trainer sieht sich selbst zwischen Gott und Jesus, und nimmt sich daher so einiges heraus. © Getty
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Craig Bellamy trägt den schönen Spitznamen "The Nutter with the Putter" (frei übersetzt: Der irre mit dem Golfschläger), weil er einst einen Golfschläger fachfremd einsetzte. Der Waliser gilt auch sonst nicht gerade als einfach ... © Getty
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Holger Fachs Sympathiewerte liegen unter denen der FDP (Stand September 2011). Bei seinen Ex-Vereinen stellte er sich durch seine unversöhnliche Art schnell ins Abseits. Jetzt trainiert er in Kasachstan. Dort kennt keiner die FDP. © Getty
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Streit - der Name ist Programm. Albert Streit galt stets als Talent, doch Defizite im zwischenmenschlichen Bereich verhinderten eine große Karriere. Mit einem dicken Gehalt ausgestattet fühlte er sich auch bei Schalke II nicht unwohl. Das haben ihm viele Fußball-Fans übelgenommen. © Getty
Wolfram Wuttke soll Jupp Heynckes' Spitznamen "Osram" erfunden und seinem Trainer Dietrich Weise einst ins Bett gepinkelt haben. Stimmt zwar beides nicht, trug aber zur Legendenbildung bei. © dapd

Es folgte die Suspendierung Sions durch die Europäische Fußball-Union (UEFA) aus der diesjährigen Europa League. Dort hatten sich die Schweizer gegen Celtic Glasgow sportlich durchgesetzt, waren nach einem Einspruch der Schotten gegen den Einsatz „unerlaubter Neuzugänge“ aber ausgeschlossen worden. Vor zwei Wochen war der Klub vor dem CAS mit seiner Klage gescheitert.

Seit dem CAS-Urteil hat der Streit neue Dimensionen erreicht. Zuletzt hatte Präsident Christian Constantin die FIFA verunglimpft und mit Lybiens Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi verglichen. Vor Regionalgerichten in der Schweiz war Sions Ausschluss für unrechtmäßig erklärt worden.

Erst am Donnerstag war die Auseinandersetzung weiter eskaliert. Sion hatte Strafanzeige gegen das FIFA-Exekutivkomitee gestellt. Als Grund für die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat nannten die Klubverantwortlichen Nötigung, weil Sion den SFV und alle anderen Schweizer Klubs von der FIFA durch die Ausschluss-Androhung zu „Geiseln“ gemacht sieht.

Constantin, der mit seinen Klagen den Fall Sion schlagzeilenträchtig in die Medien gebracht hatte, hat keine Angst vor großen Namen im Weltfußball. So mussten bereits UEFA-Präsident Michel Platini und -Generalsekretär Gianni Infantino im Herbst vor einem Schweizer Gericht Rede und Antwort stehen.

„Wenn es niemand wagt, sich gegen die Diktatur der beiden bedeutenden Fußballverbände aufzulehnen, dann mache ich es halt. Es wird Zeit, dass die verantwortlichen Herren um Blatter und Platini zur Rechenschaft gezogen werden und endlich verschwinden“, hatte Constantin erklärt.

sid

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