"Hart aber Felix"

Magath: Hinter dem Spitzen-Duo herrscht Mittelmaß

München - Felix Magath sieht in seiner Kolumne "Hart aber Felix" die Qualität der Bundesliga kritisch. Hinter Bayern und Dortmund wird's schon dünn, glaubt der Ex-Coach.

In Köln darf gefeiert werden. Auch in Ingolstadt – und das nicht (nur) wegen der Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag des deutschen Reinheitsgebots für Bier. Beide Klubs haben mit dem Erreichen der 40-Punkte-Marke den Klassenerhalt geschafft – drei Spieltage vor Saisonende und, noch viel bemerkenswerter, vor dem VfL Wolfsburg! Der Vizemeister des Vorjahres dümpelt mit 39 Zählern nur auf Rang zehn und muss den Blick sogar Richtung Relegationsplatz senken. Zwei Auswärtsspiele (darunter beim BVB) sowie Duelle gegen direkte (Abstiegs-)Konkurrenz lassen sich die Niedersachsen alles andere als in Sicherheit wiegen…

Also Glückwunsch an Aufsteiger Ingolstadt. Und Glückwunsch auch an den 1. FC Köln. Im zweiten Jahr nach der Rückkehr in die Bundesliga haben Manager Jörg Schmadtke und Trainer Peter Stöger nicht weniger als das Minimalziel schon im April vorzeitig erreicht! Aber auch nicht mehr. Letztlich waren es eine Willensleistung in Mainz und nun ein überzeugender Erfolg gegen Darmstadt, die Köln ans rettende Ufer brachten. In den Wochen zuvor war längst nicht alles Gold, was nun glänzt.

Außer die beiden weit enteilten Spitzenteams aus München und Dortmund muss man alle Teams der Liga in punkto Spielstärke und Kontinuität kritisch beäugen. So hat auch der aktuell Tabellen-Vierte der Liga, Hertha BSC, im gesamten April bislang nur ein Unentschieden erspielt. Und dies daheim gegen den designierten Absteiger Hannover 96. In der Hauptstadt blühten zwischenzeitlich schon die Träume. Doch was folgte? Ein 0:5 in Mönchengladbach, ein 1:2 in Hoffenheim, das klare 0:3 im Pokal gegen Dortmund und nun das 0:2 gegen die Bayern. Trotzdem ist immer noch die Champions League drin. Das zeigt, dass hinter dem Spitzen-Duo verdammt viel Mittelmaß unterwegs ist.

Eine realistische Einschätzung dessen, was der jeweilige Tabellenplatz in dieser Bundesliga und dieser Saison wirklich wert ist, ist also allen Managern zu wünschen. Ob nun der Klassenerhalt, wie in Köln, oder die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb, wie bei Hertha (denn die Europa League wird es mindestens werden), als Leistung gefeiert werden. Zwar ist drei Spieltage vor dem Ende immer noch reichlich Spannung in der Liga, doch das insgesamt sinkende Niveau darf nicht zu allzu großer Selbstzufriedenheit führen.

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