Magaths tz-Kolumne

Hart aber Felix: Sperre für Hitz? Das ist lachhaft!

München - Felix Magath analysiert in der tz die aktuelle Lage in der Bundesliga. Heute widmet sich der ehemalige Bayern-Coach der umstrittenen Elfmeterpunkt-Treterei von Marwin Hitz.

Ein Spieler sinkt zu Boden, es gibt Elfmeter. Ein Torwart stochert im Rasen herum. Ein Freistoß, der keiner war, sorgt für die Entscheidung. Mächtig was los beim Duell zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Augsburg. Und am Ende schreien alle lauthals auf: „Wo ist das Fairplay geblieben?“

Solche Diskussionen laufen in die völlig falsche Richtung! Dass der Schiedsrichter Kölns Philipp Hosiner tatsächlich fragt, ob er im Zweikampf berührt wurde, ist ein Unding! Damit gibt er die Verantwortung ab, schiebt sie weiter. Es ist aber die Aufgabe des Schiedsrichter-Gespanns, die Szenen in einem Spiel zu bewerten und zu entscheiden. Warum unterstützt man die Unparteiischen nicht endlich mit allen technisch zur Verfügung stehenden Möglichkeiten? Ich habe an dieser Stelle schon mehrmals gesagt, dass die Einführung des Videobeweises alternativlos ist.

Vor dem gleichen Hintergrund muss man auch die Elfmeterpunkt-Treterei von Marwin Hitz betrachten. Der Spieler reagiert in diesem Moment emotional, weil er sich durch die aus seiner Sicht falsche Elfmeterentscheidung ohnmächtig fühlt. Er will sich wehren und es wäre falsch, dieses zu unterdrücken. Man darf Spielern solche Emotionen weder zum Vorwurf machen noch sollte man sie unterbinden. Es ist gut, wenn Spieler sich auf dem Platz gegen Ungerechtigkeiten wehren. Mag sein, dass man bei enger Auslegung des Regelwerks vielleicht eine Gelbe Karte für dieses Verhalten hätte geben können. Aber im Nachhinein noch eine Strafe oder gar Sperre für Hitz zu fordern, ist lachhaft! Auch hier gilt es nicht, den Spieler zu verdammen, sondern an die Ursache zu gehen, warum diese Aktion keinem der vier Unparteiischen aufgefallen ist.

Im Fußball ist es nicht anders als im Tennis oder im Golf-Sport – es geht in erster Linie um den Wettbewerb! Es geht ums Gewinnenwollen. Dieser Gedanke steht für Profis an oberster Stelle. Damit dies nicht ausufert, gibt es Regeln und Schiedsrichter. Bei ihnen muss die Verantwortung liegen und ihnen muss man die bestmöglichen und notwendigen Mittel dafür einräumen. Wenn man diese Schritte nicht gehen will, darf man nicht die Akteure dafür in eine Art Haftung nehmen. Das nämlich wäre den Spielern gegenüber unfair!

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