Es bleibt nur der Blues…

CL: ManCity scheitert immer – aber warum?

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Aguero (l.) & Co. verstehen die Welt nicht. Englands Meister droht wieder das CL-Aus.

Manchester - Die Bilanz von Manchester United auf internationalem Parkett fällt trostlos aus. Dem Gruppengegner der Bayern droht am Mittwoch erneut das Vorrunden-Aus. Trainer Pellegrini ist ratlos.

Das Vereinswappen trägt das kämpferische lateinische Motto Superbia in Proelia, was übersetzt Stolz im Kampf bedeutet. Tatsächlich ist Manchester City tief in der Arbeiterschaft der Stadt verwurzelt, Kampf gilt dort noch mehr als spielerische Eleganz. Und so waren sich die Fans der Citizens im September 2009 sicher, dass nun glorreiche Zeiten anbrechen würden. Denn Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, Mitglied der Herrscherfamilie von Abu Dhabi in den Emiraten, hatte durch seine Firma ADUG alle Anteile an Manchester City erworben und seitdem Hunderte von Millionen in den Klub gepumpt.

Doch die Bilanz auf internationalem Parkett fällt trostlos aus. Dem Gruppengegner der Bayern droht am Mittwoch erneut das Vorrunden-Aus. Nur einmal in den vergangenen vier Spielzeiten gelang Manchester City der Sprung unter die besten 16 der Königsklasse, in der vergangenen Spielzeit flogen die Citizens im Achtelfinale gegen den FC Barcelona raus – zumindest das ist ja nicht ehrenrührig.

Der Mann mit den Millionen: Scheich Mansour Bin Zayed al Nayhan.

Und so bleibt den Sky Blues nur der Blues, aber auch in England versteht niemand so recht, warum sich der Klub international so schwertut. Denn sinnlos verpulvert wurden die Millionen ja nicht, einige der millionenschweren Einkäufe waren und sind Leistungsträger, führten die Mannschaft 2011 zum Gewinn des FA-Cups und 2012 und 2014 zur Meisterschaft in der Premier League, die viele auf der Insel immer noch für die beste der Welt halten.

Was also läuft schief in der fußballbesessenen Stadt Manchester (510.000 Einwohner) im Nordwesten Englands? „Niemand ist glücklich und zufrieden, wie es bislang gelaufen ist, weder die Mannschaft noch ich“, sagt der chilenische City-Trainer Manuel Pellegrini. Und warum läuft’s nicht? Die Antwort ist ein Schulterzucken. „Wenn es wieder nicht reicht, werden wir uns hinterher hinsetzen und darüber sprechen, was mit Europa ist“, sagt Pellegrini. Also lohnt sich vielleicht die Nachfrage bei Martin Demichelis. Der weiß ja aus seinen Zeiten beim FC Bayern, wie man in der Champions League erfolgreich sein kann.

Und was sagt der argentinische Nationalspieler? „Wir wissen, dass wir viele Gegentore bekommen, und wir versuchen jede Woche, unsere Fehler zu korrigieren. Dann bekommen wir wieder ein Tor“, klagt Demichelis. Klingt wie eine simple Erklärung, ist aber auf diesem Niveau nicht so banal. Denn in der Champions League haben selbst kleine Fehler große Auswirkungen. So wie im Hinspiel der Sky Blues beim FC Bayern, als es lange nach 0:0 aussah, ehe Jerome Boateng traf. Oder im Rückspiel im Etihad-Stadion, als Bayern wie der sichere Sieger aussah, dann aber Sergio Aguero noch zwei Tore quasi auflegte.

Mit umgerechnet 50,7 Millionen Euro ist der Argentinier der teuerste Einkauf, der mit den Scheich-Millionen getätigt wurde. Er erreicht auch in der Champions League immer wieder Topform – hin und wieder. Zum Vergleich: In der heimischen Liga traf er schon 14-mal, für den Rest des Jahres muss City jedoch verletzungsbedingt auf ihn verzichten. „Wir können viel mehr“, sagt Demichelis. „Warum sollten wir deshalb nicht davon träumen, weiterzukommen? Wir müssen versuchen, unser bestes Spiel zu machen, aggressiv zu sein, nach vorne zu spielen.“ Klingt einfach, ist aber bei City eher schwer…

bb.

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