Thomas Müller wird auch gelobt

Manuel Neuer findet harte Worte für DFB und schlägt ehemaligen Teamkollegen als Präsidenten vor

Manuel Neuer und Thomas Müller
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Manuel Neuer und Thomas Müller stehen beide im Kader für die EM 2020

DFB-Torhüter Manuel Neuer blickt in einem „Welt“-Interview auf die anstehende EM. Er begrüßt die Rückkehr zweier alter Bekannter und bringt eine Bayern-Legende als DFB-Präsidenten ins Spiel.

München - Die Bundesliga-Saison ist Geschichte. Nach Abstiegsdrama, Rekordjagd und Meisterfreude steht nun die Europameisterschaft vor der Tür. Von 11. Juni bis 11. Juli messen sich die besten Nationalteams Europas in der ersten transnationalen EM. In ganz Europa finden die Spiele statt, doch die DFB-Elf hat nur ein Ziel im Auge: London, Spielort des Finales am 11. Juli.

Im Vorfeld des Turniers machte der DFB vor allem negative Schlagzeilen. Auf den sportlichen Tiefpunkt, der 1:2-Niederlage gegen Nordmazedonien, folgt der Aufreger auf Verbandsebene. DFB-Präsident Fritz Keller tritt nach einem Nazi-Vergleich zurück. Im Interview mit der Welt am Sonntag macht National-Torhüter Manuel Neuer Vorschläge, wie der DFB zurück in die Erfolgsspur finden könnte. Und nennt dabei auf alte Weggefährten.

Manuel Neuer: Thomas Müller „wird sofort wieder eine Führungsrolle einnehmen“

Die DFB-Auswahl trifft in der EM-Gruppenphase auf Frankreich, Portugal und Ungarn. Top-Gegner gegen die vor allem zwei Spieler den Unterschied machen sollen, wie Manuel Neuer gegenüber der Welt am Sonntag betont. Für die Abwehr könne der Dortmunder Hummels „ein entscheidender Stabilisator sein“, sagte Neuer und betonte: „Bei einem Turnier ist jeder Fehler entscheidend, eine stabile Defensive ist Basis für eine erfolgreiche EM.“

In der Offensive hofft der 35-jährige Torwart auf seinen Vereinskollegen Thomas Müller. „Was Thomas leisten kann, haben wir in den vergangenen Monaten beim FC Bayern gesehen. Vom Naturell und seiner fußballerischen Klasse her wird er sofort wieder eine Führungsrolle einnehmen.“ Bundestrainer Joachim Löw verzichtete seit 2019 auf eine Nominierung von Mats Hummels und Thomas Müller. Nach dem WM-Vorrundenaus sah Löw die Zeit für eine Verjüngung der Nationalmannschaft gekommen. Für die kommende Europameisterschaft baut der Nationaltrainer auf die erfahrenen Bundesliga-Spieler.

Manuel Neuer kritisiert DFB - und hofft auf Philipp Lahm

In seinem Gespräch mit der Welt am Sonntag findet Manuel Neuer kritische Worte für den DFB. In den vergangenen Jahren sei es „dort sehr unruhig gewesen“, erinnert der Torwart. Dies bezeichnete er als „Störfaktor“. Neuer sieht jedenfalls die Zeit für Veränderungen an der DFB-Spitze gekommen. So kann sich der DFB-Torhüter eine Frau an der Spitze des Verbands gut vorstellen. „Ich denke, dass wir offen sind und der DFB bereit ist, diese Position mit einer Frau zu besetzen. Das ist keine schlechte Idee, ich kann mir das vorstellen“, betont der Torwart.

Auch ein alter Team-Kollege kommt für Manuel Neuer als künftiger DFB-Präsident in Frage. Philipp Lahm „ein Typ, der das in Zukunft machen könnte“, sagte der 35-Jährige vom FC Bayern München. Manuel Neuer und Philipp Lahm feierten im Nationaldress und im Diensten des FC Bayern gemeinsam große Erfolge. 2013 gewannen sie das Triple mit den Münchnern, im folgenden Jahr reckten sie den WM-Pokal in die Höhe.

Dass Lahm an die Spitze des DFB wechselt, scheint derzeit unwahrscheinlich. Der 37-Jährige ist Turnierdirektor für die Heim-EM 2024 und hatte zuletzt im Kicker erklärt, „aktuell keine Ambitionen“ auf die Nachfolge des zurückgetretenen DFB-Präsidenten Fritz Keller zu haben. Es bleibt abzuwarten, wer in Zukunft die Geschicke des größten Fußball-Verbandes der Welt leiten wird. Auf dem Rasen haben zumindest Neuer, Müller, Hummels und Co. bei der EM die Gelegenheit, für positive DFB-Schlagzeilen zu sorgen. (jjf/dpa)

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