„Es lebe Diego“

Ganze Welt trauert um Maradona - aber eine englische Fußball-Legende teilt aus: „Das war nicht richtig“

Diego Maradona zusammen mit seinen beiden Töchtern.
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Diego Maradona zusammen mit seinen beiden Töchtern.

Diego Maradona ist gestorben. Die Fußballwelt verneigt sich vor einem ihrer Größten. Die internationalen Pressestimmen im Überblick.

Buenos Aires - Der Tod von Diego Armando Maradona ließ die Fußballwelt still stehen. Am 25. November 2020 ist der Argentinier gestorben, er wurde nur 60 Jahre alt. Sein Vermächtnis bleibt auf ewig bestehen.

Viele Sport-Stars und Wegbegleiter meldeten sich zu Wort, auch die internationale Presse trauert um den Jahrhundert-Torschützen und Weltmeister von 1986. Trotz vieler Skandale huldigen die Zeitungen der Fußball-Ikone. Wir fassen die Pressestimmen zusammen.

Argentinien: „Warum beweint die Welt den Tod Diegos?“

Ole: „Es lebe Diego. Seine Geschichte hört nie auf, geschrieben zu werden. Wir wissen, dass Diego ein neues Spiel begonnen hat.“

Clarin: „Ein Mann, der sich selber erschaffen hat, wie ein David, der jeden Morgen aufstand, um wieder und wieder den rettenden Stein ins Auge des Giganten zu schleudern.“

La Nacion: „Warum beweint die Welt den Tod Diegos? Weil einer gestorben ist, der den auf der ganzen Welt beliebtesten Sport wie kein anderer betrieb und Menschen, egal welcher Nationalität, glücklich machte. Diego Maradona stirbt niemals.“

Brasilien: „Held, Genie, Politiker, Popstar, Kranker und Fußballer“

O Globo: „Ein Genie im Fußball, ein Leben jenseits des Spiels. Der Star war die perfekte Versinnbildlichung der komplexen menschlichen Existenz, eine unvergleichliche Persönlichkeit.“

Folha de Sao Paulo: „Held, Genie, Politiker, Popstar, Kranker und Fußballer: Diego Maradona brauchte nicht zu sterben, um ein Mythos zu werden.“

Spanien: „Heute weint sogar der Ball“

Marca: „Auf immer und ewig, Diego. Die Fußball-Legende stirbt aufgrund eines Herzstillstands. Maradona ist tot. Argentinien weint um Diego, Neapel weint um Diego. Der ganze Fußballplanet steht unter Schock.“

AS: „Maradona ist tot. Die Welt ist gerührt. Eine Tragödie für Argentinien, wo Diego ein Massenidol war. Maradona, der für viele der beste Spieler aller Zeiten war, ist von uns gegangen. Die Leere, die er hinterlässt, ist nicht zu messen.“

Sport: „Maradona ist verstorben! Heute weint sogar der Ball. Diego starb zuhause, er konnte seine gesundheitlichen Probleme nicht überwinden. Die Legende hinterlässt seine Spuren aufgrund seiner unnachahmlichen fußballerischen Qualität. Maradona war und bleibt ein Gott in Argentinien und Neapel.“

El Mundo Deportivo: „Maradona ist gestorben. Die 60-jährige Legende stirbt einige Tage, nachdem er operiert wurde. Maradona: Ein filmreifes Leben. Die Welt steht unter Schock wegen des Ablebens Maradonas. Adios Maradona. Trotz aller Verfehlungen, die er möglicherweise gehabt hat, haben ihn viele bewundert und gemocht.“

Superdeporte: „Maradona stirbt im Alter von 60 Jahren. Kurz nach 17.00 Uhr wurde die schlimmste Nachricht bekannt. Ein Herzstillstand hat das Idol von Millionen Menschen um das Leben gebracht. Leider ist es Realität: Die Welt des Fußballs steht unter Trauer.“

El Mundo: „Maradona ist tot. Die ewige Nummer 10, Weltmeister in Mexiko 1986, ist diesen Mittwoch mit 60 Jahren aufgrund eines Herzinfarkts verstorben. Es war immer eine Freude, ihn spielen zu sehen. Seine Legende wird weiterleben.

Italien: „Das letzte Dribbling ist ihm nicht gelungen“

Gazzetta dello Sport: „Der Fußball trauert um den Größten aller Zeiten.“

Corriere dello Sport: „Maradona Adieu! Die Welt weint um den Gott des Fußballs.“

Tuttosport: „Die Welt trauert um das Genie des Fußballs. Doch Maradona wird wie alle Legenden ewig leben.“

Corriere della Sera: „Ciao Diego, du bist der Fußball! Das letzte Dribbling ist ihm nicht gelungen: Ein Herzinfarkt hat den „Pibe de Oro“ besiegt, der vor 25 Tagen 60 Jahre alt geworden ist.“

La Repubblica: „Wieviel Leben in einem Leben. Wie oft hatte sich Diego Maradona bereits verloren? Wenn man einmal Maradona gewesen ist, was kann man im Leben dann noch werden?“

Il Messaggero: „Der Tod eines Gottes: Die Welt verliert einen Fußballkönig mit neapolitanischem Herzen.“

England: „Der Fußballer des Volkes wird mit seinem Genie überdauern“

BBC: „Beschämend, inspirierend, unterhaltsam, großartig, überdreht. Diego Maradona. Ein weniger gewöhnliches Leben. Der Argentinier, einer der begabtesten Spieler des Spiels, rühmte sich einer seltenen Kombination aus Flair, Extravaganz, Vision und Geschwindigkeit, die die Fans in ihren Bann zog. Eine fehlerhafte Fußballikone geht.“ 

Daily Mail: „Der Unersättliche, Brillante, Großartige kommt zur Ruhe. Diego ist gegangen. Ein Genie auf dem Platz und ein fehlerhaftes Idol neben dem Rasen. Der Fußballer des Volkes wird mit seinem Genie überdauern.“

The Sun: „Von Gott berührt. Maradona war das schillerndste und fehlerhafteste Genie des Fußballs. Ruhe in Frieden, Diego.“ 

Sky Sports: „Die Hand Gottes und der Fuß aus Gold.“

Nach dem Tod von Diego Maradona hat Englands früherer Nationaltorwart Peter Shilton zwar dessen spielerisches Können gewürdigt, aber zugleich angemerkt, dass der argentinische Fußballstar nicht mit „Sportsgeist ausgestattet“ war. In einem Gastbeitrag für die Tageszeitung Daily Mail bedauert der 71 Jahre alte Shilton, dass sich Maradona nie für sein mit der Hand erzieltes Tor zum 1:0 im WM-Viertelfinale 1986 in Mexiko entschuldigt habe.

„Niemals hat er gesagt, dass er betrogen hat und dass er sich entschuldigen möchte. Stattdessen benutzte er seinen Ausdruck „Hand Gottes“. Das war nicht richtig. ... Ein klares Vergehen. Betrug“, beklagte Shilton, der das Spiel mit England 1:2 verlor, nachdem Maradona nach seinem fragwürdigen Treffer mit einem unglaublichen Solo auch das 2:0 erzielte hatte. „Ich hätte ihm die Hand geschüttelt. Aber ich bekam nie einen Hinweis darauf, dass dies passieren würde“, sagte Shilton.

Der Ex-Keeper sagte, er sei traurig, von Maradonas Tod in so jungen Jahren zu erfahren. „Er war zweifellos der größte Spieler, dem ich je begegnet bin“, unterstrich Shilton und äußerte die Hoffnung, dass das umstrittene Tor „Maradonas Vermächtnis nicht beschmutzen wird“. (ck/sid/dpa)

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