Kuriose Szene auf der PK

Wieder Wirbel um BVB-Kapitän Reus! Pressesprecher würgt ihn sofort ab

Marco Reus hat sich nach dem Bayern-Spiel selbst in die Schlagzeilen gebracht. Als er erneut auf seine Aussagen angesprochen wird, schreitet der Pressesprecher ein.

Dortmund - Es war ein Interview, wie wir es (leider) immer seltener erleben. Marco Reus* ließ seinen Emotionen nach der Niederlage gegen den FC Bayern freien Lauf: „Für mich hat der Schiri keine Eier gehabt, da zu pfeifen“, ätzte der BVB-Kapitän am Mikrofon. Er meinte den Zweikampf zwischen Emre Can und Leroy Sané kurz vor dem späten 3:2 für die Münchner.

Seine Aussagen schlugen daraufhin große Wellen und entfachten eine neuerliche Diskussion über einen „Bayern-Bonus“ bei Schiedsrichtern. Reus bekam erst von der Doppelpass-Runde mächtig Gegenwind*, dann positionierte sich auch der DFB klar: „Die Entscheidung war angemessen. Wir sehen ausdrücklich keinen Fehler des Schiedsrichters“, hieß es in einem Statement. Der 31-Jährige wurde vom DFB schriftlich ermahnt, er solle „seine Wortwahl mäßigen“.

Marco Reus will auf Frage antworten - doch BVB-Pressesprecher grätscht dazwischen

Auf der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Rückspiel gegen den FC Sevilla wurde Reus erneut mit dem Thema konfrontiert. Die Frage: „Würden Sie Ihre Kritik nach dem DFB-Statement nochmal überdenken?“ Der Nationalspieler holt kurz Luft, um darauf zu antworten. Doch dazu kommt es nicht - denn BVB-Pressesprecher Sascha Fligge grätscht dazwischen und unterbricht ihn (siehe Video oben).

„Wir sind heute hier, um über das Champions-League-Spiel zu sprechen und nicht über etwas, das vor ein paar Tagen war“, sagt Fligge bestimmt. „Unsere Verantwortlichen haben alle gesagt, dass es ein klares Foulspiel war. Damit ist das Thema für uns erledigt.“

FC Bayern - BVB: Zoff nach dem Spitzenspiel - Müller kontert Reus-Aussagen

Wollte er Reus vor einem verbalen Eigentor bewahren? Sicherlich hätten viele Fans die Antwort gerne gehört, doch die Gelegenheit wird wohl erstmal nicht wiederkommen. Aus den eigenen Reihen gab es jedenfalls Unterstützung: Sowohl Trainer Edin Terzic als auch die Bosse Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc bliesen ins gleiche Horn.

Video: Watzke und Zorc sehen BVB benachteiligt

Ein Blick in das Regelwerk besagt: Selbst wenn die Szene als klares Foul bewertet wird, hätte der Videoassistent das Tor nicht zurücknehmen dürfen - weil zwischen dem Foul und dem Tor mehrere BVB-Spieler am Ball waren. Dann handelt es sich nicht mehr um ein und dieselbe Angriffssituation, somit darf der VAR nicht eingreifen.

Auf Münchner Seite sah man die Szene wenig überraschend anders als die Gegenseite: „Ich glaube nicht, dass wir wollen, dass solche Duelle an der Mittellinie gepfiffen werden. Ich hätte es auch gegen uns nicht als Foul gesehen“, sagte Thomas Müller im Interview. Der Klassiker polarisiert - aber das gehört zu einem Spitzenduell doch auch irgendwie dazu. (epp) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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