„Dumpf und dumm“

Eberl klärt Schuldfrage bei Rose-Abschied - Coach verrät Teil seiner BVB-Transferpläne

Marco Rose steht am Spielfeldrand. Max Eberl sitzt auf der Bank.
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Marco Rose (l.) wird in der kommenden Saison Trainer des BVB.

Borussia Mönchengladbach muss sich einen neuen Trainer suchen. Manager Max Eberl sucht die Schuld für den Rose-Abschied bei sich selbst.

Mönchengladbach - Seit dieser Woche herrscht Gewissheit. Marco Rose wechselt von der einen Borussia zur anderen - bevor der Trainer im Sommer von Mönchengladbach nach Dortmund geht, soll er die Saison erfolgreich zu Ende bringen.

Sportchef Max Eberl hat auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz klar gestellt, dass der scheidende Rose trotz aller Fan-Wut bis zum Saisonende Trainer bleiben soll. Die Borussia hatte am Montag mitgeteilt, dass Rose im Sommer von einer Ausstiegsklausel im Vertrag Gebrauch machen möchte, um zu Borussia Dortmund zu wechseln. Wenige Tage zuvor sprach Eberl noch von „98 Prozent Wahrscheinlichkeit“, dass Rose über die Saison hinaus Fohlen-Trainer bleiben würde.

Rose-Abschied: Eberl gibt sich selbst die Schuld

Eberl nahm seinen Noch-Trainer nun in bemerkenswerter Weise in Schutz. „Marco hat nichts falsch gemacht. Max Eberl trägt die komplette Verantwortung für den Vertrag“, sagte Eberl und legte nach: „Natürlich verstehe ich, dass der ein oder andere enttäuscht ist. Im Grunde müssten die Fans sauer auf mich sein, dass ich die Klausel akzeptiert habe. Aber dann hätten wir Marco vor zwei Jahren nicht bekommen.“

„Ich bin nach wie vor mit 100 Prozent Energie dabei“, sagte Rose, der ausschloss, dass der BVB im Sommer aktuelle Gladbacher Spieler verpflichten werde. Dies gelte selbst für den Fall, dass Dortmund mögliche Ausstiegsklauseln ziehen wolle. „Ja, das würde ich sagen. Und wenn Marco Rose sagt, er nimmt keinen Spieler mit zu Borussia Dortmund, dann nimmt er keinen Spieler mit“, sagte Rose.

Eberl spricht von Lügen: „Dumpf und dumm“

Etliche Fans hatten Rose im Internet für seine Entscheidung kritisiert und dessen sofortige Beurlaubung gefordert. Die größte Gladbacher Ultra-Gruppe postete auf ihrer Homepage ein am Stadion angebrachtes Banner, auf dem stand: „Kein Söldner steht über dem Verein - sofort raus mit dem charakterlosen Schwein!“ Vor allem Eberl zeigte sich empört: „Wir treffen keine Entscheidungen für die Fans, wir treffen Entscheidungen für den Klub. Dieser Klub ist anders. Er vertraut den Menschen, die er eingestellt hat.“

Zudem sprach der Borussen-Manager von „Lügen“, die über angebliche Streitgespräche zwischen Rose und Spielern in der Kabine verbreitet worden seien. Auch habe es, anders als von einigen Medien dargestellt, kein Treffen mit dem Mannschaftsrat gegeben, in dem dieser die Trennung von Rose gefordert habe. „Ich bin schon schockiert darüber, wie dumpf und dumm man so etwas wahrnimmt“, sagte Eberl. (ck/dpa)

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