DFB-Gala gegen Italien

Götze macht Lust auf mehr - lässt Pep ihn jetzt auch?

+
urn:newsml:dpa.com:20090101:160329-90-019370

München - Mario Götze meldet sich eindrucksvoll im Dress des DFB-Team zurück und kontert der Kritik von TV-Experte Mehmet Scholl. Lässt ihn Pep Guardiola jetzt auch beim FC Bayern ran?

Die Erleichterung war ­Mario Götze anzumerken. Selten hatte er ein Tor so euphorisch bejubelt wie sein 2:0 (45.) am Dienstagabend, schon gar nicht in einem bedeutungslosen Testspiel. Doch für Götze war die Partie gegen Italien weit mehr als das. Für den Angreifer des FC Bayern war das Länderspiel die Rückkehr auf die große Fußballbühne.

„Für mich war es wichtig, dass ich spielen durfte“, erklärte der 23-Jährige, der beim FCB zuletzt meist 90 Minuten auf der Bank saß. Jogi Löw ließ seinen Siegtorschützen aus dem WM-Finale von Beginn an ran, der dankte es ihm mit einer ansprechenden Leistung.

„Ich finde es einfach super, dass der Trainer mir das Vertrauen gegeben hat“, sagte Götze hinterher. Pep Guardiola beobachtete den Auftritt seines Schützlings von der Tribüne aus, ehe Götze nach 61 Minuten unter viel Applaus des Publikums den Platz verließ. Mit seinem Treffer und der ansehnlichen Beteiligung per Hacke am 3:0 durch Jonas Hector (59.) hatte der Offensivdribbler mächtig Eigenwerbung betrieben, doch nicht jeden schien Götze in seinem 50. Länderspiel am Dienstag überzeugt zu haben.

Scholl kritisiert Götze

Er müsse „viel, viel mehr trainieren“, sagte Mehmet Scholl schon vor der Partie. Und auch nach seinem Auftritt gab es einige Kritiker, die bis auf das Tor und die Szene vor dem 3:0 nicht viel vom Rechtsfuß gesehen haben wollen. Sicher war Götze bis zu seiner Auswechslung nicht omnipräsent, doch wer trotz fehlender Spielpraxis und ohne vielleicht 100-prozentige Fitness in einer völlig neu zusammengewürfelten Nationalmannschaft mit ungewohntem System in einer Stunde an zwei Treffern beteiligt ist, der hat sich ein Lob verdient. Darf er das jetzt auch bei Pep zeigen?

Es liegt nun mal in der Natur von Götze, dass er, wandelnd zwischen dem hochbegabten Fußballstar und dem bis ins kleinste Detail vermarkteten Promikicker, polarisiert. Mehr als jeder andere Akteur im Kader des Weltmeisters – trotz seines WM-Treffers in Rio. Doch mit der Kritik von Scholl hatte der ehemalige Dortmunder trotzdem nicht gerechnet. „Das hat er gesagt?“, fragte Götze ziemlich verwundert, als er in der Mixed Zone mit den Aussagen von Scholl konfrontiert wurde. Die Freude in seinem Gesicht wich der Verwunderung. „Ich wusste nicht, dass er mein Training beobachtet“, antwortete der gescholtene Angreifer auf die Worte des ARD-Experten. Zwar wolle er sich dessen Aussagen „zu Herzen nehmen. Aber ich bin der Meinung, dass ich genug trainiere“.

Viele Zusatzschichten

Es war in der Tat ein wenig verwunderlich, dass ausgerechnet Scholl, der immer noch beste Beziehungen zu seinem Ex- und Götzes aktuellem Klub FC Bayern pflegt, solche Behauptungen aufstellte. Man kann Götze sicher einiges vorwerfen, aber nicht mangelnden Fleiß. Seit seinem ausgestandenen Muskelriss schob der FCB-Star selbst an freien Tagen Extraeinheiten an der Säbener Straße. Löw war besser informiert: „Mario hat viele Zusatzschichten eingelegt.“

Stimmt. Und dass der Weg zurück kein leichter war, daran erinnerte sich der Weltmeister auch nach seiner erfolgreichen Rückkehr auf internationaler Ebene: „Ich danke den Leuten, die die Reha mit mir verbracht haben.“ Zumindest von seinen Mitspielern war ihm Lob gewiss. „Er war nicht nur wegen des Tores gut“, meinte Toni Kroos, auch Thomas Müller freute sich für seinen Vereinskameraden. „Man hat ja gesehen, dass ich beim Jubel mitgewirkt habe“, grinste Müller, der Götze nach dessen Treffer liebevoll ohrfeigte. „Er hat sich gut behauptet und ein Kopfballtor – mehr kann man nicht verlangen“, meinte Mats Hummels.

Sven Westerschulze

Auch interessant

Meistgelesen

Haftstrafe gegen Messi bestätigt: Flieht der Superstar nach England?
Haftstrafe gegen Messi bestätigt: Flieht der Superstar nach England?
So sehen Sie die Bundesliga-Konferenz heute live
So sehen Sie die Bundesliga-Konferenz heute live
HSV forderte VfL: So endete die Partie Hamburger SV gegen Wolfsburg
HSV forderte VfL: So endete die Partie Hamburger SV gegen Wolfsburg
Abstiegskrimi und Aufstiegskampf am letzten Spieltag
Abstiegskrimi und Aufstiegskampf am letzten Spieltag

Kommentare