"Meine Helden haben ihr Blut gegeben"

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José Mourinho ist stolz auf seine Mannen

Barcelona - Die Fußball-Künstler des FC Barcelona sind an Inter Mailands Catenaccio zerschellt. Inter-Coach José Mourinho war danach nicht um markige Sprüche verlegen.

Mit nur zehn Mann mauerte sich der aufopferungsvoll kämpfende italienische Meister beim 0:1 im Camp-Nou-Stadion ins Finale der Champions League gegen den FC Bayern München. “Das war die schönste Niederlage meines Lebens. Meine Helden haben ihr Blut gegeben“, sagte der umjubelte Inter-Trainer José Mourinho im Überschwang der Gefühle. Barça-Coach Josep Guardiola versuchte derweil, seine Spieler aufzumuntern: “Wir müssen nach vorne schauen und uns auf den Gewinn der Liga konzentrieren.“

Nach dem 3:1 im Halbfinal-Hinspiel in Mailand stürzte “Grande Inter“ den Titelverteidiger mit der süßesten Niederlage seiner Vereinsgeschichte vom Thron und Italien in einen Freudentaumel. Rund 5000 Tifosi empfingen ihre Helden noch in der Nacht am Mailander Flughafen und feierten Inters ersten Einzug ins Champions-League- Finale seit 38 Jahren. Italiens Presse überschlug sich am Donnerstag mit Lobeshymnen. “Vamos a Madrid“ titelte die “Gazzetta dello Sport“. Mourinhos “heldenhafte Löwen“ hätten in Barcelona “eine Mauer des Ruhms“ errichtet, an der Barças Sturmlauf abgeprallt sei. Der “Corriere dello Sport“ schrieb vom Spiel der “zehn Gladiatoren gegen schüchterne und arrogante Ballkünstler“.

Die besten Fußballer der Geschichte

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Ferenc Puskas blieb 1954 der große Triumph verwehrt: Er scheiterte mit Ungarn im WM-Finale 1954 mit 2:3 an Deutschland. Dennoch galt Puskas als der beste Fußballer seiner Zeit. Seine größten internationalen Erfolge feierte als Spieler von Real Madrid: Europapokalsieger der Landesmeister 1959, 1960 und 1966, Weltpokalsieger 1960, Olympiasieger mit Ungarn 1952 sowie Vize-Weltmeister 1954. © dpa
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Sir Bobby Charlton (l.) war das Aushängeschld des englischen Fußballs in den 60er Jahren. Seine größten internationalen Erfolge: Weltmeister mit England 1966, Europapokalsieger der Landesmeister mit Manchester United 1968, Euopas Fußballer des Jahres 1966. © dpa
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Garrincha verzauberte den Weltfußball in den 60er und 70er Jahren. Seine größten internationalen Erfolge: Weltmeister mit Brasilien 1958 und 1970. © dpa
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Pele. Seine größten Erfolge: Weltpokalsieger mit dem FC Santos 1962 und 1963, Weltmeister 1958, 1962 und 1970. Weltfußballer des 20. Jahrhunderts. © dpa
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Johan Cruyff (l.) gilt als der beste niederländische Fußballer der Geschichte. Seine größten internationalen Erfolge: 3x Sieger im Europapokal der Landesmeister mit Ajax Amsterdam (1971, 1972, 1973), Vize-Weltmeister mit den Niederlanden (1974), EM-Dritter mit den Niederlanden (1976), Europas Fußballer des Jahrhunderts (1999), 3 Mal Europas Fußballer des Jahres (1971, 1973, 1974). © dpa
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Franz Beckenbauer gilt für viele als der beste deutsche Fußballer der Geschichte. Als Spieler feierte der "Kaiser" mit der Nationalmannschaft und vor allem als Spieler des FC Bayern seine größten Erfolge: Weltmeister 1974, Vize-Weltmeister 19666, WM-Dritter 1970, Europameister 1972, Europapokalsieger der Landesmeister mit Bayern München 1974, 1975, 1976, Europapokalsieger der Pokalsieger mit dem FC Bayern 1967, Weltpokalsieger 1976 mit Bayern München usw. © dpa
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Gerd Müller, der Prototyp des deutschen Stürmers. Seine größten internationalen Erfolge: Europameister 1972, Weltmeister 1974, Europapokalsieger der Landesmeister mit dem FC Bayern 1974, 1975, 1976, Europapokal der Pokalsieger 1967, Weltpokalsieger 1976, Europäischer Torschützenkönig: 1970, 1972, WM-Torschützenkönig: 1970, EM-Torschützenkönig: 1972. Europas Fußballer des Jahres: 1970. WM-Torschützenkönig: 1970 EM-Torschützenkönig: 1972 © dpa
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Mario Kempes (l.) galt bis zu Diego Armando Maradona als bester Fußballer Argentiniens. Seine größten internationalen Erfolge: Weltmeister mit Argentinien 1978, 1978 Südamerikas Fußballer des Jahres, 1980 Europapokalsieger der Pokalsieger mit dem FC Valencia, Torschützenkönig und bester Spieler der Fußballweltmeisterschaft 1978. © dpa
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Diego Armando Maradona gilt für viele als der beste Fußballer der Geschichte. Seine größten internationalen Erfolge: Weltmeister mit Argentinien 1986, Vize-Weltmeister 1990, UEFA-Pokalsieger mit dem SSC Neapel 1989, Südamerikas Fußballer des Jahres: 1979, 1980, 1986, 1989, 1990, 1992, Goldener Ball als bester Spieler der Weltmeisterschaft: 1986. © dpa
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Lothar Matthäus führte die deutsche Nationalmannschaft 1990 zum WM-Titel in Italien. Seine weiteren internationalen Erfolge: Europameister 1980, Vize-Weltmeister 1982 und 1986, UEFA-Pokalsieger 1991 mit Inter Mailand und 1996 mit dem FC Bayern, Weltfußballer der Jahre 1990 und 1991, Europas Fußballer des Jahres 1990. © dpa
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Romario. Seine größten Erfolge: Weltmeister mit Brasilien 1998, Weltfußballer des Jahres: 1994, Bester Spieler der WM: 1994. © dpa
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Der Italiener Roberto Baggio (m.). Seine größten internationalen Erfolge: WM-Dritter 1990, Vize-Weltmeister 1994, UEFA-Pokal-Sieger mit Juventus Turin 1993, Weltfußballer des Jahres 1993, Europas Fußballer des Jahres 1993. © dpa
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Marco van Basten (Niederlande). Seine größten internationalen Erfolge u.a.: Europapokal der Pokalsieger mit Ajax Amsterdam 1987, Europapokal der Landesmeister mit dem AC Mailand 1989 und 1990, Weltpokalsieger mit dem AC Mailand 1989 und 1990, Europäischer Supercupsieger mit dem AC Mailand 1989 und 1990, Goldener Schuh der UEFA als bester Torjäger Europas 1986,Torschützenkönig und bester Spieler der Europameisterschaft 1988... © dpa
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Paolo Maldini gilt als der beste italienische Abwehrspieler der Geschichte. Seine größten internationalen Erfolge: WM-Dritter 1990, Vize-Weltmeister 1994, Vize-Europameister 2000, Europapokalsieger der Landesmeister/Champions League mit dem AC Mailand 1989, 1990, 1994, 2003 und 2007, Europäischer Supercup 1989, 1990, 1994, 2003, 2007. Weltpokalsieger 1989 und 1990. © dpa
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George Weah gilt als der beste afrikanische Fußballer der Geschichte. Die internationalen Erfolge des Liberianers: Weltfußballer, Europas Fußballer des Jahres und Afrikas Fußballer des Jahres 1995, bester afrikanischer Spieler des 20. Jahrhunderts. © dpa
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Rivaldo wurde 2002 Weltmeister mit Brasilien, Vize-Weltmeister 1998. Champions-League-Sieger 2003 mit dem AC Mailand, Europäischer Supercup: 1998 mit Barca und 2003 mit dem AC Mailand, Weltfußballer des Jahres 1999 und Europas Fußballer des Jahres 1999. © dpa
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Ronaldo: Seine größten Erfolge u.a.: Weltmeister 1994 und 2002, FIFA-Klub-Weltmeisterschaft mit Milan 2007, Europapokal der Pokalsieger 1997 mit dem FC Barcelona, UEFA-Cup-Sieger Inter Mailand 1998, Europäischer Supercup: 2002 mit Real Madrid und 2007 mit Milan, Weltpokalsieger mit Real Madrid 2002, Weltfußballer des Jahres: 1996, 1997, 2002, Europas Fußballer des Jahres: 1997, 2002, 1997 Europas Torschützenkönig, 2002 WM-Torschützenkönig. © dpa
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Zinedine Zidane. Seine größten Erfolge: Weltmeister 1998, Europameister 2000, Champions-League-Sieger mit Real Madrid 2002, Europäischer Supercup mit Juventus 1996 und Real Madrid 2002, Weltpokal 1996 mit Juve und 2002 mit Real, Weltfußballer des Jahres: 1998, 2000, 2003, Europas Fußballer des Jahres: 1998, Weltsportler des Jahres: 1999, Wertvollster Spieler der WM („Goldener Ball“): 2006. © dpa
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Ronaldinho. Seine größten Erfolge: Weltmeister mit Brasilien 2002, UEFA Champions League mit dem FC Barcelona 2006, Weltfußballer des Jahres: 2004, 2005, Europas Fußballer des Jahres: 2004, UEFA Club Football Awards Stürmer des Jahres: 2005, UEFA Club Football Awards Spieler des Jahres: 2006, World Soccer Spieler des Jahres: 2004, 2005. © dpa
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Lionel Messi (r.) ist gegenwärtig eines der größten Talente im Weltfußball. Seine internationalen Erfolge: Champions-League-Sieger 2006 mit dem FC Barcelona, Olympiasieger 2008 mit Argentinien. © dpa
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Cristiano Ronaldo gilt als einer der derzeit besten Fußballer der Welt. Seine größten internationalen Erfolge: Vize-Europameister 2004 mit Portugal, WM-Vierter mit Portugal 2006, Champions-League-Sieger 2008 mit Manchester United. © dpa
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Xavi Hernandez. Der kleine Spanier gewann mit Spanien 2008 die Europameisterschaft und 2006 mit dem FC Barcelona die UEFA Champions League. © dpa

Die spanischen Medien kritisierten zwar den “hässlichen“ Defensiv- Fußball der Italiener, mussten aber einräumen, dass dieser erfolgreich war. 76 Prozent Ballbesitz reichten nicht, selbst Superstar Lionel Messi wurde von der Inter-Abwehr ausgeschaltet. “Der FC Barcelona war machtlos. Das Spiel geriet zur Tortur“, befand “El País“. Barcelonas Sportpresse versuchte, dem Team Mut zu machen. “Ihr seid ausgeschieden wie ein Champion, wir sind stolz auf euch“, titelte “Sport“. Die Madrider Blätter konnten sich die Schadenfreude dagegen kaum verkneifen. “Mou, du hast es verdient - den Einzug in das Finale und den Wechsel zu Real Madrid“, schrieb “Marca“, das Mourinho bereits als künftigen Coach der “Königlichen“ sieht.

Nach dem Triumph warnte Inter-Verteidiger Lucio die Fans vor verfrühtem Jubel. “Das Finale gegen Bayern haben wir noch nicht gewonnen“, meinte der Ex-Münchner, und auch der “Corriere della Sera“ riet gegen die Bayern von “Sheriff van Gaal“ zur Vorsicht. Vor dem Niederländer haben die Italiener einen ähnlichen Respekt wie vor Mourinho, der von den Gazetten als “Magier und Taktikgenie“ gefeiert wurde. Inter-Präsident Massimo Moratti verglich ihn sogar mit dem legendären Helenio Herrera, der die Mailänder 1964 und 1965 zum Sieg im Landesmeister-Wettbewerb geführt hatte. “Dank Mourinho fühle ich mich jünger. Wie schön, ihn nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen tanzen zu sehen“, sagte der 64-jährige Ölmagnat.

Die 90 000 Barcelona-Fans hätten “Mou“ für seine provozierende Siegerpose dagegen am liebsten aus dem Stadion gejagt, zumal er über das gesamte Spielfeld lief, um mit den angereisten Tifosi zu jubeln. Dabei kam es zu einem Gerangel mit Barça-Torwart Víctor Valdés, der versuchte, den Portugiesen aufzuhalten. Der Verein stellte schließlich die Rasensprenger an und ließ die Feier Inters sprichwörtlich ins Wasser fallen.

Mourinho genoss seinen Triumph: “Diese Nacht war schöner als mein Champions Sieg mit dem FC Porto“, meinte der 47-Jährige und fügte an: “Über dieses Spiel wird man noch in 40 Jahren sprechen!“ Nachdem er Thiago Motta in der 28. Minute durch die Rote Karte verloren hatte, beorderte Mourinho sein gesamtes Team zur Abwehrschlacht vor den eigenen Strafraum. “Thiagos Platzverweis hat uns nur noch mehr motiviert“, sagte Lucio, der mit seinen Abwehrkollegen Barças Messi und Zlatan Ibrahimovic zur Verzweiflung trieb. Nur Gerard Piqué überwand in der 84. Minute das Inter-Bollwerk. “Wir sind eben unzerstörbar“, protzte Inter-Kapitän Javier Zanetti vor dem Finale am 22. Mai in Madrid gegen die Bayern.

dpa

Champions-League: Das sind die erfolgreichsten Mannschaften

Champions-League Rekordhalter
Platz 6: Der FC Porto mit zwei Finalsiegen (1987, 2004). © dpa
Champions-League Rekordhalter
Ebenfalls Platz 6: Juventus Turin mit zwei Finalerfolgen (1985, 1996). © dpa
Champions-League Rekordhalter
Ebenfalls Platz 6: Nottingham Forest. Der Verein gewann den Titel „Europapokal der Landesmeister“ zweimal hintereinander (1979, 1980). Heute spielt Forest in der zweiten englischen Liga. Auf dem Bild ist Bayern-Spieler Jürgen Klinsmann zwischen Nottinghams Scot Gemmill (links) und Stuart Pearce. © dpa
Champions-League Rekordhalter
Ebenfalls Platz 6: Benfica Lissabon gewann den damaligen Europapokal zweimal hintereinander (1961, 1962) mit Portugals Fußball-Legende Eusebio.  © dpa
Champions-League Rekordhalter
Platz 5: Manchester United. Der aktuelle Titelhalter gewann den Europapokal der Landesmeister bzw. die Champions-League dreimal (1968, 1999, 2008). © dpa
Champions-League Rekordhalter
Ebenfalls Platz 5: Inter Mailand hat den „Europapokal der Landesmeister“ 1964 und 1965 gewonnen. 2010 folgte dann ein weiterer Triumph in der Champions League. © dpa
Champions-League Rekordhalter
Platz 4: Der FC Bayern München gewann den Europapokal der Landesmeister dreimal hintereinander (1974, 1975, 1976). Erst ein Vierteljahrhundert später (2001) gewannnen die Bayern wieder die spätere Champions-League. © dpa
Champions-League Rekordhalter
Ebenfalls Platz 4: Der FC Barcelona holte die Trophäe vier Mal (1992, 2006, 2009, 2011). © dpa
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Ebenfalls Platz 4: Ajax Amsterdam holte viermal die Trophäe (1971, 1972, 1973, 1995).    © dpa
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Platz 3: Der FC Liverpool mit 5 Titelgewinnen (1977, 1978, 1981, 1984, 2005). © dpa
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Platz 2: Der AC Mailand holte die Trophäe sieben Mal (1962, 1969, 1989, 1990, 1994, 2003, 2007). © dpa
Champions-League Rekordhalter
Platz 1: Real Madrid. Sensationelle neun Mal gewannen die „Galaktischen“ die wichtigste Trophäe im europäischen Vereinsfußball. (1956, 1957, 1958, 1959, 1960, 1966, 1998, 2000, 2002) © dpa

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