Klinsmanns Lächeln nach „vernichtender Niederlage“ sorgt für Irritationen
„Mission Titel“ ist gescheitert: Jürgen Klinsmann muss mit Südkorea im Halbfinale des Asien-Cups die Segel streichen. Im Land wird er kritisch beäugt.
Seoul – Spielerisch hatte seine Mannschaft das ganze Turnier über nicht überzeugt – und schlussendlich wurde es auch nichts mit dem ersten Titel seit über 60 Jahren. Jürgen Klinsmann ist mit seinen Südkoreanern im Halbfinale der Asien-Meisterschaft gescheitert. Nach dem 0:2 gegen Jordanien muss sich der Trainer Kritik gefallen lassen.
| Jürgen Klinsmann | |
|---|---|
| Geboren: | 30. Juli 1964 (Alter 59 Jahre), Göppingen |
| Trainerstationen: | Deutschland, FC Bayern, USA, Hertha BSC, Südkorea |
| Größte Erfolge als Spieler: | 1990 Weltmeister, 1996 Europameister |
Jürgen Klinsmann sorgt für Enttäuschung in Korea: „Eckt manchmal an“
Nicht nur die mäßigen Auftritte seiner Mannschaft sorgten beim heimischen Publikum für Enttäuschung. Auch eine Szene nach dem Abpfiff des Halbfinals ruft in Südkorea Irritationen hervor. Der 59-Jährige hatte am Dienstag nach dem 0:2 im katarischen Al-Rayyan seinem Kollegen Hussein Ammouta mit einem Lächeln gratuliert.
Dieses Lächeln sei schwer zu verstehen, schrieb die Zeitung Ilgan Sports am Mittwoch. Schon gleich nach dem Spiel wurde Klinsmann darauf angesprochen: Für ihn sei es normal gewesen, dem anderen Coach zu gratulieren, sagte er. Klinsmann habe ein schnelles Lächeln parat, mit dem er aber „manchmal bei den Leuten aneckt“, schrieb die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

Klinsmann scheidet mit Südkorea aus – Medien sprechen von „vernichtender Niederlage“
Der Halbfinal-K.o. hat in Südkorea für große Ernüchterung gesorgt. Schließlich fehlten nur zwei Siege zum Wintermärchen. Einheimische Kommentatoren fragten einen Tag nach der Niederlage gegen Außenseiter Jordanien, wie es nun mit dem Team weitergehe.
„Korea, und speziell Chefcoach Jürgen Klinsmann, müssen eine wichtige Frage beantworten: Was ist soeben passiert?“, schrieb die Zeitung JoongAng Ilbo. Für Enttäuschung sorgte vor allem die schwache Vorstellung des zweifachen Asienmeisters. Ilgan Sports sprach von einer vernichtenden Niederlage.
In Südkorea wird davon ausgegangen, dass vor allem der Druck auf den ehemaligen Bundestrainer im Land wachsen wird. Zweifel hingen über die Zukunft des Nationalteams, so die Zeitung The Korea Herald. Einige Fans hätten bereits angesichts der schwankenden Leistungen in den Gruppenspielen den Rücktritt des Trainers gefordert.
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Klinsmann vor unsicherer Zukunft: Darf er als Trainer von Südkorea weitermachen?
Nur eines von fünf Spielen hatte Südkorea in der regulären Spielzeit gewonnen. Vor allem späte Tore bewahrten das Team vor einem früheren Aus. Klinsmann, der vergangenes Jahr das Traineramt unter anderem mit dem Ziel angetreten hatte, die Asienmeisterschaft zu gewinnen, äußerte sich nicht direkt über seine Zukunft.
Auf die Frage nach dem Spiel über einen möglichen Rücktritt sagte er: „Ich habe nichts geplant.“ Er werde jedoch nach der Rückkehr mit dem nationalen Fußballverband über die Leistung reden. Immerhin tut Klinsmann mit dem Ausscheiden seinem Ex-Klub FC Bayern etwas Gutes: Abwehr-„Monster“ Minjae Kim steht Thomas Tuchel wieder zur Verfügung. (epp/dpa)