Reicht die bisherige Leistung?

Özil: "Ohne Pokal fahren wir nicht nach Hause"

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Die DFB-Kicker nach dem Spiel gegen die USA.

München - Die DFB-Elf ist im Achtelfinale. Doch Jogis Jungs müssen eine Schippe drauf legen. In der K.o.-Phase muss mehr kommen, auch wenn Özil schon Sieges-Töne anschlägt.

Ein bisschen schwimmen, in die Sonne legen, Beine ausstrecken – die deutschen Spieler taten gestern erst einmal was für den Kopf. Sie versuchten, ihn frei zu bekommen. Und sie hatten Hilfe: Nach dem Auslauftraining am Vormittag kamen die Freundinnen und engsten Kumpel ins Campo-Quartier, da wurde das 1:0 gegen die USA dann völlig ausgeblendet und wahrscheinlich nur ein bisschen über den kommenden K.o-Gegner Algerien geredet. Der Rest war Entspannung.

Nur in einem Bungalow von Bahia dürfte am Schreibtisch das Licht gebrannt haben, in dem von Jogi Löw, Hansi Flick, Oliver Bierhoff. Es galt nach den ersten drei Gruppenspielen eine Frage zu beantworten: Reicht das schon für den Titel?

„Viele Dinge macht die Mannschaft schon gut. Nur den letzten Pass im letzten Drittel des Feldes müssen wir besser machen“, sagte Jogi Löw nach der Partie gegen die Amerikaner. Er sah eine „sehr gute Organisation“ seiner Elf, wirkte zufrieden. Und auch die meisten Spieler hoben zunächst mal hervor, dass man wenig zugelassen hatte gegen laufstarke Klinsmänner. Das stimmte auch. Allerdings hatten die DFB-Kicker selbst auch nicht viele Chancen herausgespielt.

In der K.o.-Phase muss mehr kommen

„Ohne Pokal fahren wir nicht nach Hause!“, tönte Mesut Özil. Dabei hat gerade er noch Luft nach oben, sein Kreativspiel, das insbesondere gegen tief und dicht stehende Teams gefordert ist, hakt auch nach drei WM-Spielen. Daher analysierte Kapitän Lahm auch ein wenig nüchterner: „Wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht und über 90 Minuten das Spiel kontrolliert, wenig Torchancen zugelassen. Ich glaube, so stellen wir uns das vor. Aber am Ende sind wir noch nicht.“

Denn klar ist: In der K.o.-Phase muss mehr kommen! Ein kaltschnäuzigeres Team als die USA macht aus den letzten beiden Chancen zumindest ein Tor, ein spielstärkeres Team stellt die deutsche Abwehr vor größere Probleme, ein selbstbewussteres Team geht noch entschiedener zur Sache. Der Coach des kommenden Gegners warnte bereits: „Gijon hat kein Algerier vergessen!“ Er macht seine Jungs mit der Rache für 1982 heiß, als Algerien der Leidtragende des berühmten Nichtangriffpaktes war. Da müssen die deutschen Spieler dagegenhalten.

Nun zeigt sich, ob das, was die deutschen Jungs draufhaben, in dieser Phase ausreicht. Denn letztlich muss man Algerien nicht nur schlagen, man muss auch spielerisch einen Schritt vor machen. Denn spätestens im Viertelfinale (vermutlich gegen Frankreich) wird es noch mal um einiges schwerer.

Torwart Neuer ist an diesem Wochenende erst einmal froh, dass man in der Gruppenphase nicht gestolpert ist. „Es wäre eine Schande gewesen, wenn wir nicht ins Achtelfinale eingezogen wären. Daran zu denken, da kriege ich schon Bauchschmerzen.“ Vielleicht fällt nun am Campo-Pool der erste Druck ab und setzt neue Energie frei. Dann reicht es vielleicht auch tatsächlich für den großen Traum vom Titel.

Michael Knippenkötter

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