Bei der Schulung nicht aufgepasst

Ex-FCB-Star verhindert Treffer für seinen neuen Klub - weil er eine Regel nicht kennt

Schiedsrichter Stegemann diskutiert mit Spielern von Werder Bremen
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Schiedsrichter Stegemann erklärt den Bremer Spielern seine Entscheidung.

Eigentlich werden Fußballprofis regelmäßig von den Schiedsrichtern geschult. Ein Werder-Profi macht trotzdem einen Fehler, den sein Team bitter bereut.

Bremen – Das Nordderby in der 2. Liga zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV am Samstagabend (18. September) bot viel Spektakel. Strittige Schiedsrichterentscheidungen, Platzverweise, Tore und viele Diskussionen nach Abpfiff.

Am Ende gewann der HSV bei seinem ewigen Widersacher mit 2:0. Doch es hätte auch anders kommen können. Eine Szene kurz vor dem Pausenpfiff erhitzte die Gemüter ganz besonders. Entscheidend beteiligt war mit Mitchell Weiser ein ehemaliger Bayern-Star. Weil er offenbar in Sachen Regelkunde noch Nachholbedarf hat.

Doch der Reihe nach: Das Spiel begann mit einem Start nach Maß für den HSV, der schon nach zwei Minuten durch Robert Glatzel in Führung ging. Als dann nach einer knappen halben Stunde Bremens Christian Groß Gelb-Rot sah, sprach viel für einen Sieg der Hamburger.

Werder-Freistoß gegen HSV zählt nicht – Weiser kennt entscheidende Regel nicht

Aber Werder gab auch in Unterzahl nicht auf. Marvin Ducksch zirkelte in Minute 42 einen Freistoß herrlich in den Winkel, das Bremer Stadion bebte. Schiri Sascha Stegemann machte den Partycrasher, er verwehrte dem Treffer die Anerkennung. Unter Spielern, Trainern und Fans gab es zunächst viele fragende Gesichter. Auf den ersten Blick verstand kaum jemand, warum das Tor nicht zählte.

Dann klärte Stegemann Bremens Weiser auf. Der frühere FCB-Spieler hatte sich unerlaubterweise in die Nähe der HSV-Mauer begeben und damit gegen Regel 13 der DFB-Spielregeln verstoßen. Die besagt: „Bilden drei oder mehr Spieler des verteidigenden Teams eine Mauer, müssen alle Spieler des angreifenden Teams einen Abstand von mindestens einem Meter zur Mauer einhalten, bis der Ball im Spiel ist.“

Tat Weiser nicht, daher wurde das Tor von Ducksch zurecht aberkannt. Nach dem Spiel gestand der Bremer bei Sky, dass er von der seit 2019 gültigen Regel 13 trotz regelmäßiger Schulung durch den DFB nichts wusste. „Ich kannte die Regel einfach nicht“, sagte Weiser. Der Mittelfeldspieler war untröstlich. „Es tut mir leid. Für Marvin und die Mannschaft. Das wäre ein Riesen-Tor gewesen für uns. Es ist traurig. Das tut weh.“

Nordderby in der 2. Liga: Werder Bremen verliert turbulentes Spiel gegen den HSV

Auch nach der Aktion um Weisers Faux pas lief es für Werder mehr als unglücklich. Fast im Gegenzug erhöhte der HSV durch Moritz Heyer auf 2:0. Nach dem Seitenwechsel wollte Bremen ebenfalls kein Tor gelingen, obwohl auch Hamburg ab der 52. Minute nur noch zu zehnt spielen durfte. Sebastian Schonlau sah Gelb-Rot.

Am Ende war es für Weiser und seine Teamkollegen ein gebrauchter Abend. Der Bremer Unglücksrabe wird aus seinem Fehler aber sicher lernen und künftig nicht mehr als Unruhestifter in der gegnerischen Mauer auftauchen. (kh)

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