Möller will wieder Titel gewinnen

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Andreas Möller

Offenbach - Andreas Möller hat als aktiver Fußballer alle wichtigen Titel geholt und stand auch neben dem Platz oft im Rampenlicht. Nun ist er Manager des Drittligisten Kickers Offenbach - und genießt es, nicht in den Schlagzeilen zu sein.

Man könnte ihn einen Brückenbauer nennen, oder auch Provokateur: Andreas Möller ging in seiner Karriere eher unübliche Wege. Er wechselte 2000 vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund auf direktem Wege zum Revierrivalen Schalke 04. Seit 2008 ist der frühere Mittelfeldspieler Manager beim Drittligisten Kickers Offenbach. Ausgerechnet der gebürtige Frankfurter, der seine aktive Karriere beim Kickers-Erzrivalen Eintracht Frankfurt begann und auch beendete.

Ironie der Geschichte: Dort sollte Andreas Möller ursprünglich nach seinem Karriereende im Vorstand arbeiten, wozu es jedoch nach Streiereien mit dem Verein nie kam. „Wenn wir Erfolg haben, wird meine Vergangenheit bei der Eintracht keine Rolle spielen“, sagte Möller 2008, als er seinen Posten in Offenbach übernahm. An diesem Erfolg arbeitet der 43-Jährige - und fühlt sich dabei nach eigenen Bekunden sehr wohl.

Ballkünstler und ihre Namen: Wenn Heintje auf den Panzer trifft

Ballkünstler und ihre Namen: Wenn Heintje auf den Panzer trifft

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Lionel Messi: "El pulga" - der Floh © Getty
Dietmar Beiersdorfer: Dukaten-Didi © dpa

Drittliga-Fußball statt ständiges Rampenlicht - ohne den Erfolg im DFB-Pokal wüssten vermutlich nur wenige, was der 85-malige Nationalspieler gerade macht. Möller, der mit seinen Interview-Äußerungen zu Spielerzeiten häufig für Schlagzeilen sorgte, ist weitestgehend vom Radar verschwunden. „Ich war als Aktiver lange genug im Fokus, das ist mir nicht mehr wichtig“, sagte der OFC-Manager dem Kicker.

Wichtig sind demnach nun andere Dinge: „Ich habe mit Offenbach noch einiges vor.“ Der Verein würde sich derzeit weiter entwickeln. Allen voran wird ein neues Stadion gebaut. Dieses bringe den Klub sportlich und auch wirtschaftlich einen großen Schritt voran, so Möller: „Mein Wunsch ist es, an dieser Entwicklung teilzuhaben.“

So soll der Aufstieg in die 2. Bundesliga gelingen, dort will sich der OFC etablieren. Dennoch: Genügt das einem mehrfachen Meister und Pokalsieger, Champions League-Gewinner sowie Welt- und Europameister, wo doch frühere Teamgefährten in Spitzenklubs arbeiten oder in Spitzenpositionen beim DFB aktiv sind? „Ich will irgendwann wieder Titel holen - auch als Manager“, erklärt Möller seine Ambitionen. Doch zunächst will er die genannten Vorteile genießen, die eine tiefere Spielklasse bietet: „Ich kann den Job weitestgehend ohne große Schlagzeilen ausüben.“

Bevor Möller den Managerposten in Offenbach übernahm, war er Trainer beim damaligen Oberligisten Viktoria Aschaffenburg. Seine Zukunft sieht er aber nicht auf der Trainerbank, sondern in den Aufgaben als Manager oder Sportdirektor: „Die Aufgabe als Manager sagt mir zu und macht mir sehr viel Spaß“.

Daran, nicht mehr direkt Einfluss auf ein Spiel nehmen zu können, musste sich der 43-Jährige dennoch erst gewöhnen: „Man bleibt Fußballer mit Leib und Seele“, sagt er. Den Übergang habe er dennoch gut geschafft, denn das Wesentliche sei unverändert geblieben: „Der Ehrgeiz ist der gleiche wie früher, ich will am liebsten immer gewinnen.“

sid

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