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Mourinho: Reals letzter Trumpf gegen Barça-Dominanz

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Real-Madrid-Trainer José Mourinho soll der Dominanz des FC Barcelona im spanischen Fußball ein Ende setzen. © Getty

Madrid - Seit zwei Jahren ist Real Madrid ohne Titel. Für diese Saison holte sich der Club einen “Erfolgsgaranten“: Trainer José Mourinho soll der Dominanz des FC Barcelona im spanischen Fußball ein Ende setzen.

Der spektakulärste Neuzugang der Liga schießt keine Tore und schlägt keine Traumpässe. José Mourinho soll als neuer Trainer von Real Madrid beim Rekordmeister einer qualvollen Durststrecke von zwei Jahren ohne Titelgewinn ein Ende setzen. Vor allem aber soll der Portugiese in der an diesem Wochenende beginnenden Saison den Erzrivalen FC Barcelona vom Sockel stürzen und die Vorherrschaft der Katalanen in Spaniens Fußball beenden.

Mourinho ist für die “Königlichen“ fast so etwas wie die letzte Trumpfkarte. Vor einem Jahr hatte Clubchef Florentino Pérez die Rekordsumme von 250 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben und Superstars wie Cristiano Ronaldo oder Kaká nach Madrid geholt. Aber am Ende hatte Barça in der Meisterschaft wieder die Nase vorn, und Real ging leer aus.

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Nun vertrauen die Madrilenen ihr Schicksal dem “starken Mann“ Mourinho an. Dafür gaben sie ein altes Prinzip preis. Das Team von Real wird traditionell von den Stars geprägt - egal ob diese David Beckham, Zinédine Zidane der Cristiano Ronaldo heißen. Die Trainer waren in der Regel weniger markante Persönlichkeiten, die auch nur kurz im Amt blieben: In den vergangenen sieben Jahren verschliss Real zehn Trainer. Mit Mourinho wurde ein Coach verpflichtet, der als Medienstar sogar einem Cristiano Ronaldo den Rang abläuft. Der 47-Jährige führt uneingeschränkt das Kommando.

Er erhielt bei den Weißen eine solche Machtfülle wie kein anderer Trainer zuvor. Dabei schien Mourinho vom Typ her gar nicht zu Real zu passen. Während die “Königlichen“ traditionell auf gute Manieren und Umgangsformen achten, ist der Trainer dafür bekannt, dass er mit ruppigen und provozierenden Äußerungen schon so manchen Skandal ausgelöst hat. Zur Vereinskultur bei Real gehört auch, dass die Elf einen attraktiven und offensiven Fußball spielt. Mourinho dagegen ist eher ein Taktik-Freak, dem der Erfolg über alles gilt.

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Von solchen Bedenken will man bei Real jedoch nichts wissen. Zwei Jahre ohne Titel haben die erfolgsverwöhnten Madrilenen beinahe in Panikstimmung versetzt. Sie verpflichteten Mourinho als einen “Titelgaranten“, denn der Portugiese hat mit seinen vorigen Clubs immer etwas gewonnen. In den vergangenen acht Jahren sicherte er sich mit dem FC Porto, dem FC Chelsea und Inter Mailand 18 Titel.

Angefangen hatte Mourinho als Übersetzer und Assistent des Engländers Bobby Robson, dem er von Sporting Lissabon später zum FC Porto und zum FC Barcelona folgte. Bei Barça arbeitete er drei Jahre unter Louis von Gaal. Vom heutigen Coach des FC Bayern übernahm er die Vorliebe für Taktik und Systematik. Zum Training bringt er - ähnlich wie der Niederländer - Papierbögen mit taktischen Schemen mit, die die Spieler einüben müssen.

Sein Ziel bei Real bringt er auf die Formel: “Ich will in die Fußball-Geschichte eingehen.“ Mourinho möchte als erster Trainer mit drei verschiedenen Clubs die Champions League gewinnen. Zweimal hat er sich den Titel schon geholt, mit Porto im Jahr 2004 und Inter 2010. Außerdem will er als erster Coach das Kunststück fertigbringen, in England, Italien und Spanien den Landestitel zu gewinnen. Mit Chelsea und Inter wurde er je zweimal Meister.

Von Hubert Kahl

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