Bayern-Star

Müller "bereit" für Comeback - Klare Empfehlung zu Heynckes

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Thomas Müller will nach sechs Wochen Wettkampfpause sein Comeback feiern. Foto: Sven Hoppe

Sechs Wochen musste Thomas Müller bei Bayern-Spielen zuschauen. Ein Muskelfaserriss stoppte den so selten verletzten Weltmeister. Jetzt fühlt er sich bereit für ein "straffes Programm" bis Weihnachten.

München (dpa) - Sein Faible für flotte Sprüche hat Thomas Müller schon vor dem ersehnten Comeback im Fußballstadion gleich wieder aufblitzen lassen. "Hackentricks sind nicht mehr für Leute in meinem Alter gedacht", scherzte der 28 Jahre alte Weltmeister in München.

Es war eine Anspielung auf die Aktion, bei der er sich vor sechs Wochen in Hamburg verletzt hatte. Beim 1:0 des FC Bayern München gegen den HSV bereitete er am 21. Oktober das Siegtor von Corentin Tolisso mit der Hacke vor - danach war Feierabend für ihn mit einem Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel.

Jetzt brennt Müller auf sein Comeback am Samstag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen Bundesliga-Aufsteiger Hannover 96. "Ich bin bereit. Der Muskel hat gut mitgemacht. Ich habe hart darauf hingearbeitet, schnell zurückzukommen", berichtete Müller nach der Trainingseinheit am Donnerstag, die er früher beendete. Das sei aber geplant gewesen. "Ich habe ein bisschen weniger gemacht, nachdem ich Dienstag und Mittwoch voll auf dem Gaspedal war", erklärte der Nationalspieler.

Die Rückkehr des Kapitäns entspannt die angespannte Personalsituation beim Tabellenführer in der Offensive. Arjen Robben fällt verletzt aus, Thiago ebenso. James Rodríguez erlitt vor einer Woche beim 1:2 in Gladbach eine Gehirnerschütterung, trainiert aber schon wieder.

Jupp Heynckes hat Müller bewusst viel Zeit gelassen, um vollkommen fit zurückzukehren in den Wettkampfbetrieb. Auf ein Comeback schon vor einer Woche in Mönchengladbach verzichteten Trainer und Spieler. "Es war das eine Spiel nicht wert, zu viel zu riskieren. Das Problem bei Muskelverletzungen ist die Angst vor der Wiederverletzung", sagte Müller. Darüber hinaus betonte er: "Ein einzelner Spieler ist in einer Mannschaft auch nur ein Zahnrad."

Müller jedoch ist ein besonderes, nicht nur weil er in Abwesenheit des verletzten Torhüters Manuel Neuer Kapitän ist. Müller lebt den Teamgeist vor, sein Ehrgeiz ist ansteckend für die Teamkollegen.

"Allgemein ist Thomas total wichtig. Das merkt man im Training, allein an der Stimmung. Er ist einer, der viel, viel coacht, der immer anspielbar ist. So einen braucht man immer in der Mannschaft", sagte Sebastian Rudy. Abwehrchef Mats Hummels konnte im Training spüren, dass Müller auf die Rückkehr "gebrannt" habe: "Auf dem Platz rennt er wieder und versprüht Lust und Feuer. Er wird uns auf jeden Fall gut tun."

Müller freut sich nach der Zwangspause auf ein "straffes Programm". In den knapp drei Wochen bis Weihnachten stehen noch sechs Partien in Liga, Champions League (Paris St. Germain) und zum Abschluss im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund an. "Wir haben noch Luft nach oben. Und wir brauchen gute Ergebnisse".

Als Führungsspieler positionierte sich Müller am Donnerstag auch gleich deutlich in der Münchner Trainer-Causa. Er plädiert dafür, von Vereinsseite die öffentlichen Debatten um die Zukunft von Heynckes einzustellen. Man täte damit weder sich selbst noch dem Trainer einen Gefallen. Zumal der 72 Jahre alte Heynckes erneut bekräftigt hat, nur bis zum Saisonende aushelfen zu wollen. "Wir sollten es genießen, Jupp Heynckes jetzt als Trainer zu haben", empfiehlt Müller.

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