Maradona überholt

Legende Müller? "Da pass ich lieber nicht auf"

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Diego Maradona und Thomas Müller (r.) - der Deutsche hat inzwischen mehr WM-Tore auf dem Konto als der "Fußball-Gott".

München - Thomas Müller hat inzwischen mehr Tore als Diego Maradona bei Weltmeisterschaften erzielt. Welche Auswirkungen das auf ihn hat, gab Deutschlands Torheld nach dem Schlusspfiff preis.

Vier Jahre ist es her, da wollte Diego Maradona einen gewissen Thomas Müller aus einer Pressekonferenz werfen lassen. Er kannte ihn nicht. Donnerstagabend schoss Müller Deutschland mit seinem 1:0 ins Achtelfinale – und hat nun neun WM-Treffer auf seinem Konto. Einen mehr als die Legende Maradona. „Wenn Sie nicht aufpassen, werden Sie noch zur Legende!“, sagte ihm der ZDF-Reporter direkt nach dem Spiel. Müller darauf: „Dann pass ich lieber nicht auf.“

Kahn: "Das war nahe am Optimum"

Maradona kennt natürlich inzwischen auch den heutigen Superstar Müller, hat ihm längst die Hand gereicht zur Versöhnung, und Müller ist eh viel zu cool, um über so etwas nicht zu lachen. Gegen die USA traf er also mit seinem vierten WM-Treffer dieses Turniers, diesmal war es kein Abstauber oder Elfer wie zuvor. „Ich weiß auch nicht genau – jetzt hab ich halt auch mal ein schönes Tor geschossen, manchmal fällt mir eben auch einer vor die Füße…“, grinste er nach dem Spiel in die ZDF-Kamera. „Nee, ich hab das lange Eck im Blick gehabt, und da ging der Ball dann auch rein. Aber ich mache ja auch den ganzen Tag nichts anderes, als das zu trainieren – wie wahnsinnig…“

Der Mann trägt das Team mit seiner guten Laune und seinen Toren – aber auch bei den anderen lief es gut, fand Müller: „Wir spielen hier einen guten Ball, wir haben einige Veränderungen gehabt im Vergleich zum Ghanaspiel. Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft.“ Genauso ordnete Mats Hummels den Sieg ein. „Wir hatten das Spiel größtenteils unter Kontrolle, Wir haben gewonnen, und damit auch keine Diskussionen aufkommen lassen. Das war gut und konzentriert aber nicht überragend.

Passend dazu hörte sich die Einschätzung von ZDF-Experte ­Oliver Kahn an. „Das war nahe am Optimum: Ballbesitz, der nicht nur Selbstzweck war, sondern auch die richtigen Tempowechseln“, hatte der Titan gesehen – aber er fügte ganz schnell an: „In den ersten 20 Minuten!“ Denn danach ging es nicht mehr so weiter, analysierte er. „Dann haben sie extrem das Tempo rausgenommen. Man hat bei Schweinsteiger gemerkt, dass die Power noch nicht so ganz da ist.“ Trainer Joachim Löw allerdings bescheinigte Schweinsteiger, seine „Sache sehr, sehr gut gemacht“ zu haben.

Presse: "Deutschland müllert auch gegen die USA"

Presse: "Deutschland müllert auch gegen die USA"

Und so war das Spiel gegen die USA ein gutes Beispiel für die Stärken der Deutschen und ihre Schwächen. Kahn: „Es ist wichtig, dass sie mal das Tempo erhöhen im Bereich etwa 30 Meter vor dem Tor. Sonst wird das Spiel zu träge und zäh – du brauchst Tempowechsel, sonst sind es nur viele Ballstafetten über Toni Kroos, Schweinsteiger und Bastian Lahm. Aber das allein wird zu ausrechenbar ohne das schnelle Spiel in die Spitze.“

Dass Mesut Özil & Co. nicht 90 Minuten Vollgas gegeben haben, war natürlich auch ein Glück – für Jürgen Klinsmann. Der steht nun ebenfalls im Achtelfinale mit seinem Team. „Insgesamt können wir stolz sein“, freute er sich. „Jeder hat gesagt, dass wir in dieser Gruppe keine Chance haben. Jetzt stehen wir im Achtelfinale – und wollen weiter kommen!“ Genau wie die Deutschen.

tz

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