Ingolstadt auf Trainersuche

Nach Leitl-Entlassung: Schlägt jetzt die Stunde von Tobi Strobl?

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Tobias Strobl war in der vergangenen Saison als Trainer in Rosenheim erfolgreich und wechselte dann nach Ingolstadt.

Der FC Ingolstadt sucht nach der Entlassung von Stefan Leitl einen neuen Trainer. Oft fällt in solchen Fällen die Wahl auf den Trainer der zweiten Mannschaft. Ist das die Chance für Tobias Strobl?

Tobias Strobl hat trotz seiner 31 Jahre bereits viel Erfahrung als Coach. Nach seiner Zeit als Spielertrainer in Pipinsried gelangte Strobl über die Stationen Schwabmünchen (Bayernliga), Manching (Bezirksliga) und Rosenheim (Regionalliga) zum FC Ingolstadt. Dort war er zunächst als Co-Trainer der zweiten Mannschaft und „Schnittstellentrainer“ für nachrückende U19-Spieler vorgesehen. Doch schon nach wenigen Spieltagen wurde Regionalliga-Coach Ersin Demir entlassen - und Strobl übernahm. 

Die Beförderung zeigte Wirkung. Nach einem schwachen Saisonstart mit nur einem Sieg aus acht Spielen gelang unter Strobl die Wende: In fünf Spielen holte die Ingolstädter U23 zehn Punkte und konnte sich etwas aus dem Tabellenkeller befreien. 

Erfolgreich als Spielertrainer in Pipinsried

Strobl, der Löwen-Trainer Bierofka als Vorbild bezeichnet, hatte bei all seinen Trainerstationen Erfolg. Als Spielertrainer gelang ihm mit dem FC Pipinsried 2013 der Aufstieg in die Bayernliga. In den darauffolgenden Jahren verpasste er den Regionalliga-Aufstieg jeweils erst in der Relegation. Die Zeit in Pipinsried endete mit dem Zerwürfnis zwischen „Mister Pipinsried“ Konrad Höß und Strobl, mittlerweile haben sich beide jedoch wieder versöhnt.

Mit Schwabmünchen schaffte Strobl den Klassenerhalt in der Bayernliga und auch als Spielertrainer in Manching war er erfolgreich. Im Winter 2017 übernahm er dann den Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim. Die Fußballschuhe hängte er aber noch nicht an den Nagel. Bis zum Saisonende pendelte Strobl erfolgreich zwischen der Bezirksliga (als Spieler in Manching) und der Regionalliga (als Trainer in Rosenheim). Neben dem Klassenerhalt mit Rosenheim feierte er als Spieler den Aufstieg in die Landesliga. Seit Sommer 2017 konzentriert er sich jedoch vollständig auf seine Trainerkarriere. Einziger Wermutstropfen seiner Zeit in Rosenheim: Nach Bekanntgabe seines Wechsels erlebte die Mannschaft einen Leistungseinbruch. Strobl sagte damals im Fussball-Vorort-Interview augenzwinkernd, seine Spieler sollten sich „mal alle Lichter ausschießen“.

Strobls Vergangenheit beim FC Ingolstadt

Der gebürtige Ingolstädter kennt den Verein gut: Er war vor seinem Engagement in Pipinsried jahrelang als Spieler für die U23 aktiv und zählte zwischenzeitlich auch zum Profi-Kader. Wie der „Kicker“ berichtet, möchte der Club bereits am Sonntag einen neuen Trainer vorstellen. Als Favoriten gelten bekannte Namen wie Weinzierl und Keller, Ex-Trainer Hasenhüttl hat offenbar bereits abgesagt. 

Es wäre eine mutige Entscheidung der Verantwortlichen in Ingolstadt, auf Strobl zu setzen. Anders als Club-Ikone Stefan Leitl hat er keine Vorschusslorbeeren bei den Fans. Allerdings hat Strobl in den letzten Jahren unter Beweis gestellt, dass mit ihm als Trainer zu rechnen ist. Die Beispiele Hoffenheim (mit Julian Nagelsmann) und Schalke (mit Domenico Tedesco) haben gezeigt, dass Trainer, die jünger als manche ihrer Spieler sind, auch auf höchstem Niveau bestehen könnten. Bekommt bald auch Strobl seine Chance?

In den Gedankenspielen der Verantwortlichen könnte der ehemalige Mittelfeldspieler eine Rolle spielen. Aufgrund der kniffligen Situation wäre es aber auch möglich, dass der FCI sich für einen etablierten Coach entscheidet. Strobl wäre eine mutige Wahl, obwohl er in der Vergangenheit bereits nachgewiesen hat, dass er im Abstiegskampf bestehen kann. 

von Tobias Empl

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