Nach Pokal-Aus: Alarm bei Bundesliga-Quartett

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Die Werder-Profis mussten sich nach dem Schlusspfiff ihren enttäuschten Fans stellen.

Bremen - Eine Woche vor dem Bundesliga-Auftakt schrillen nach dem Pokal-Aus bei einem Quartett bereits die Alarmglocken.

In Bremen steht Trainer Robin Dutt schon unter Druck, in Mönchengladbach übt man sich in Zweckoptimismus, in Nürnberg und Braunschweig steigt die Angst vor dem Abstiegskampf: Knapp eine Woche vor dem Auftakt der Fußball-Bundesliga schrillen bei den vier Pokal-Versagern die Alarmglocken. Mit teilweise blutleeren Auftritten waren Werder Bremen sowie Borussia Mönchengladbach in der 1. Runde des DFB-Pokals völlig verdient an Drittligisten gescheitert, für den 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig waren Zweitligisten Endstation.

„Das ist für uns und natürlich speziell für mich der Worst Case“, sagte Bremens Trainer Robin Dutt nach dem 1:3 nach Verlängerung beim 1. FC Saarbrücken und seiner gescheiterten Pflichtspiel-Premiere. „Das erfordert jede Menge Aufbauarbeit, vor allem psychologischer Natur. Die Arbeit in der kommenden Woche wird damit bestimmt nicht einfacher“, erklärte der ehemalige DFB-Sportdirektor weiter, nachdem sich Werders Drittliga-Fluch fortgesetzt hatte. Wie in den vergangenen beiden Jahren schieden die Hanseaten gegen einen Drittligisten aus, „und das völlig verdient“, wie auch Dutt gestand.

Angesichts der schwachen Vorbereitung und der Blamage im Saarland droht den Norddeutschen erneut der Abstiegskampf. Auch deshalb strich Dutt umgehend den eigentlich freien Montag. Die Maßnahme sei nicht als Straftraining zu verstehen, sagte Dutt, aber auch „ein Zeichen nach draußen, dass wir die Situation nicht auf die leichte Schulter nehmen“.

DFB-Pokal-Sensationen seit 1990

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1. DFB-Pokal-Runde 2012/2013: Gleich sechs Bundesligisten flogen schon in der 1. Runde raus, fünf davon gegen Drittligisten oder Amateurvereine. So wie 1899 Hoffenheim, dass gegen den Regionalligisten Berliner AK mit 0:4 unter die Räder kam. © dpa
Mit dem TSV Havelse kam gegen den 1. FC Nürnbereg ebenfalls ein Regionalligist gegen einen Bundesligisten weiter. Havelse gewann 3:2 nach Verlängerung. © dpa
Drittligist Kickers Offenbach bezwang Bundesliga-Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth mit 2:0. © dpa
Debakel für den Bundesliga-Dino: Bei Drittligist Karlsruher SC schied der Hamburger SV mit 2:4 aus. © dpa
Mit dem selben Ergebnis, allerdings nach Verlängerung, unterlag Werder Bremen bei Preußen Münster. © dpa

Auch die Stimmung in Gladbach ist nach der Blamage bei Darmstadt 98 (4:5 im Elfmeterschießen) angespannt. Beim Gedanken an das Duell am Freitag beim Triple-Gewinner Bayern München müsste der Borussia eigentlich Angst und Bange werden. „Vorher wurden große Töne gespuckt, dann muss man das auf dem Platz auch sehen. Aber das ganze Gesabbel hilft nichts“, sagte Sportdirektor Max Eberl bei Sky und übte sich mit Blick auf die Herkules-Aufgabe bei den Bayern in Zweckoptimismus: „Genauso wie das Pokalspiel in Darmstadt nicht automatisch gewonnen war, ist das Spiel in München nicht automatisch verloren.“

Auch Trainer Lucien Favre schien nach der ersten Erstrunden-Schlappe des dreimaligen Pokalsiegers seit neun Jahren ratlos. „Es wird sehr, sehr schwer, die Mannschaft wieder aufzurichten. Das nächste Spiel kommt schnell“, sagte der Schweizer und nahm sein Team in die Pflicht: „Es liegt an der Mannschaft, das jetzt zu verdauen.“

Nichts Gutes für den Bundesliga-Auftakt erahnen ließ auch die Vorstellung der Nürnberger. „Ich habe immer gesagt, dass es für uns sehr schwer wird, 40 Punkte zu holen“, sagte Torwart Raphael Schäfer nach dem 3:4 im Elfmeterschießen beim Zweitligisten SV Sandhausen: „Jeder, der irgendetwas anderes geträumt hat, hat gesehen, dass es bei uns bei bestimmten Tugenden nicht gereicht hat. `

Zum zweiten Mal in Folge begann für den viermaligen Pokalsieger (zuletzt 2007) die Spielzeit mit einer Pokal-Blamage. `Unsere ganze Vorbereitung war darauf ausgelegt, eine Runde weiterzukommen“, sagte der völlig konsternierte Nürnberger Trainer Michael Wiesinger: „Wir wollten ein positives Zeichen setzten. Jetzt heißt es, das Ding abzuhaken.“

Einer klaren Leistungssteigerung bedarf es auch beim Bundesliga-Aufsteiger aus Braunschweig. „Erste Liga, keiner weiß warum“, sangen die Bielefelder Fans bereits am Sonntag. Die schwache Vorstellung der Niedersachsen müsste in der Tat die Angst schüren, dass der Spott-Gesang zum Dauerbrenner wird und die Bundesliga für die Eintracht eine Nummer zu groß ist.

Der einzige Mutmacher im Moment: Nach 28 Jahren Abstinenz im Oberhaus empfängt der deutsche Meister von 1967 am Samstag im eigenen Stadion Bremen und damit einen „Leidensgenossen“. „Bremen wird sicher auch nicht gerade mit breiter Brust antreten“, sagte Braunschweigs Sportdirektor Marc Arnold.

sid

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