Nach Rücktritt aus DFB-Team

Wer erbt Lahms Binde? Und wer seine Position?

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Philipp Lahm hat auf dem Karrierehöhepunkt seinen Rücktritt aus dem DFB-Team bekannt gegeben.

München - Der Rücktritt von Philipp Lahm aus der Nationalmannschaft ist beschlossene Sache. Doch wer soll das Kapitänsamt nun übernehmen und wer wird sein Nachfolger als Außenverteidiger?

Walter, Schäfer, Seeler, Beckenbauer, Rummenigge, Matthäus, Kahn – die Geschichte der deutschen Nationalmannschaft ist auch die Geschichte ihrer Kapitäne. Jetzt hat mit Philipp Lahm der Weltmeister-Spielführer den mächtigen DFB-Dampfer verlassen. Und die Frage ist: Wer übernimmt die Armbinde vom kleinen großen Passkönig aus München-Neuhausen? Der tz-Check:

Kandidat 1: Bastian Schweinsteiger wäre der logische Lahm-Nachfolger als oberster Adlerträger. Der gebürtige Kolbermoorer, der am 1. August seinen 30. Geburtstag feiert, war zuletzt Lahms Vizekapitän in der Nationalmannschaft und hat bei der WM eindrucksvoll bewiesen, wie wichtig er für das Team ist. Das Problem: Schweinsteiger (108 Länderspiele) ist verletzungsanfällig. Er verpasste in jüngerer Vergangenheit eine ganze Reihe von (eher unwichtigen) Länderspielen. Zumindest bis zur Europameisterschaft 2016 in Frankreich sollten sich Kraft und Führungsanspruch allerdings noch unter einen Hut bringen lassen.

Kandidat 2: Miroslav Klose: Der 36-jährige Stürmer von Lazio Rom hat die meisten Länderspiele der deutschen WM-Teilnehmer vorzuweisen (137). Allerdings ist stündlich mit Kloses Rücktritt zu rechnen. Dürfte von daher als Kapitän ausscheiden.

Kandidat 3: Lukas Podolski: Der Kölner in Diensten des FC Arsenal hat nach Klose die meisten Länderspiele (116) absolviert. Bei der WM kam „Poldi“ trotz des Fehlens von Marco Reus aber nicht über die Rolle des Chef-Fotografen hinaus. Kein Stammplatz, keine Binde.

Kandidat 4: Auf Käpt’n Per Mertesacker könnten sich die Interviewer freuen. Allerdings dürfte es auch beim „Big fucking German“ am fehlenden Stammplatz in der Innenverteidigung scheitern.

Kandidat 5: Mats Hummels würde als smarte Lösung den Dortmund-Block aufwerten. Ob Ersatzkanzler Jogi Proporzdenken zulässt?

Kandidat 6: Manuel Neuer, der „Anti-Titan“ (Zeit), gilt nach Schweinsteiger als wahrscheinlichste Lösung. Und falls jemand das „Ist doch kein Feldspieler!“-Argument vorbringen sollte: Neuer kann ja auch Libero.

Und wer spielt künftig den Außenverteidiger?

Schon während der WM erkannte Jogi Löw, dass er Philipp Lahm aus dem zentralen Mittelfeld zurück auf die Position des rechten Außenverteidigers ziehen muss. Eine kluge Entscheidung, die Mannschaft kassierte danach nur noch das unwichtige Gegentor beim 7:1-Halbfinalsieg gegen Brasilien. Doch wer soll in Zukunft Lahms Part übernehmen? In Brasilien saßen die Dortmunder Kevin Großkreutz und Erik Durm auf der Bank. Speziell bei Großkreutz ist unklar, wie seine DFB-Karriere nach seinen Aussetzern weitergeht. Durm ist erst 22 Jahre alt und käme infrage, muss sich aber noch beweisen. Zwischenzeitlich übernahm Jerome Boateng die Außenverteidigerposition, er ist nach seiner starken Finalleistung aus der Mitte aber nicht wegzudenken. Vielleicht wäre Stuttgarts Antonio Rüdiger (21) eine Option. Oder zaubert Jogi wieder einen Innenverteidiger aus dem Hut, der rechts spielen kann?

lk

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