Spiel in Hannover abgesagt

Nach Terroralarm: Was ist mit der Liga?

München - Die Länderspielwoche des Grauens ist Geschichte, die Angst und der Terror aber noch lange nicht. Bereits am Freitag rollt das Leder wieder in der Bundesliga, so lautet jedenfalls der Plan. Was bedeuten die Ereignisse für die Liga?

Am Freitagabend empfängt der HSV den BVB, die Bayern sind dann am Samstag zu Gast auf Schalke und der TSV 1860 München empfängt, ebenfalls am Samstag, den FC St. Pauli in der Allianz Arena. Klingt alles nach stinknormalem Bundesliga-Alltag, nach den Anschlägen von Paris und der Spielabsage gestern in Hannover erscheinen der 13. bzw. 15. Spieltag der beiden höchsten Spielklassen in Deutschland in einem anderen ganz Licht. Die Frage lautet: Was bedeutet das alles für unsere Bundesliga?

Erst einmal gar nichts, das äußerte zumindest der Vorsitzende der deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt. „Mann kann von dieser Entscheidung auf keinen Fall auch auf kommende Bundesligaspiele schließen“, sagte er bei n-tv und fügte an: „Das sind immer Einzelentscheidungen.“ Nicht ganz so optimistisch gab sich jedoch Reinhard Rauball, der sogar die Austragung der beiden anstehenden Spieltage in der Bundesliga offen ließ. „Ich kann Ihnen diese Frage nicht übel nehmen. Darüber denken wir auch nach“, so der Ligapräsident und DFB-Intermimspräsident auf die Frage, welche Folgen sich aus den Vorkommnissen der vergangenen Woche für das Bundesliga-Wochenende ergäben. „Mein Eindruck ist, dass der Fußball in Deutschland mit dem heutigen Tage in allen Facetten eine andere Wendung genommen hat“, ergänzte Rauball. Später stellte er allerdings klar: "Der Spieltag wird stattfinden."

Fakt ist: Sowohl die Anschläge von Paris, als auch die Spielabsage in Hannover werden sich auch auf die Bundesliga auswirken. Zum Einen dürften Diskussionen wie die um personalisierte Eintrittskarten wieder neu befeuert werden, zum anderen dürfte man auch die aktuellen Sicherheitskonzepte ganz genau unter die Lupe nehmen, zumal sich selbst die Polizei im Moment für den Kampf gegen Terroristen nicht ausreichend gewappnet fühlt. Wendt im ZDF: „Auf eine direkte Konfrontation mit so schwer bewaffneten und auch kriegserfahrenen Attentätern sind wir denkbar schlecht vorbereitet.“

Wenn es um die Sicherheit in deutschen Stadien geht, hat der DFB das letzte Wort, einen speziellen Maßnahmenkatalog für Terrorangriffe gibt es im Moment aber nicht. Laut DFB sollen die Vorkehrungen nun an die neue Gefahr angepasst werden, was dies jedoch für den anstehenden Spieltag heißt, bleibt abzuwarten. Fakt ist: Die internationalen Spiele am Abend des 11. September 2001 ließ die Uefa stattfinden, erst die Spiele am folgenden Tag wurden verlegt. Es wird sich zeigen, wie die Bundesliga nun agiert. Pyros und Ultras sind aber erst mal zweitrangig, soviel steht fest…

José Carlos Menzel López

Rubriklistenbild: © M.I.S.

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