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Nach Weltmeister-Duell gegen Spanien: tz zeigt die DFB-Schwächen

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Von: Manuel Bonke

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Deutschland - Spanien
Bayern-Verteidiger Jerome Boateng monierte nach der Partie gegen Spanien, dass es noch großes Verbesserungspotenziel gebe. © dpa / Ina Fassbender

Noch vor wenigen Jahren wäre für die DFB-Elf ein verdientes Remis gegen Spanien als echter Erfolg gewertet worden. Mittlerweile geben sich Jerome Boateng und Co. damit nicht mehr zufrieden und fordern Verbesserungen. Doch in welchen Bereichen?

Update vom 26. März 2018: Nach dem Spiel gegen Spanien testet die DFB-Elf gegen die Selecao. Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie das Länderspiel Deutschland gegen Brasilien live im TV und im Livestream sehen können.

München - Klartext von Jerome Boateng! Nach dem 1:1 gegen Spanien und vor dem nächsten Härtetest am morgigen Dienstag in Berlin gegen Brasilien (20.45 Uhr/ZDF) schlägt der Bayern-Star Alarm! Auf die Frage, was sich im Spiel der Nationalmannschaft im Hinblick auf die WM noch verbessern müsse, sagte Boateng: „Alles, in jeder Hinsicht! Chancenverwertung, Passspiel, Zielstrebigkeit zum Tor – das Zusammenarbeiten in der Mannschaft sowie das Umschaltspiel. Es ist nicht alles schlecht. Aber man sieht, dass noch viel Arbeit zu tun ist.“ Aber hat Boateng wirklich recht? Oder ist sein Rundumschlag übertrieben? Die tz zeigt, was die DFB-Elf bis zum WM-Start in Russland tatsächlich verbessern muss.

Abschlussstärke: Gegen Spanien kombinierte sich die Mannschaft von Joachim Löw teilweise recht ansehnlich in den gegnerischen Strafraum. Vor allem Timo Werner tut dem Offensivspiel mit seiner Explosivität sehr gut. Problem: Der letzte Zug zum Tor fehlte. „Als ich teilweise außen durch war, war das Problem, dass meist nur Thomas allein in der Mitte war. Das ist dann manchmal gegen Topmannschaften zu wenig, weil man auch Glück haben muss, dass der eine Ball auch mal getroffen wird. Das Ziel muss sein, mehr Personal in den Strafraum zu kriegen. Und wenn wir das schaffen, werden wir so auch viele Tore erzielen“, so die Werner-Analyse.

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Boateng: „Waren immer ein Schritt zu spät“

Löcher im Zentrum: Die eigentliche Stamm-Doppelsechs mit Toni Kroos und Sami Khedira harmoniert noch nicht ganz so wie gewünscht. Häufig standen die Mittelfeldspieler auf einer Höhe, dadurch entstanden im Mittelfeld-Zentrum ungewohnt große Löcher. „Gerade in der Defensive haben wir Spanien oft zu große Räume gelassen“, stellte Kroos fest. Boateng ergänzte: „Wir sind nicht in die Zweikämpfe reingekommen, die Aggressivität hat gefehlt. Und dann haben die Spanier natürlich mit ihrer Qualität den Ball laufen lassen. Wir wollten eigentlich anfangs pressen, was uns aber nicht gelang, weil wir immer einen Schritt zu spät und nicht aggressiv genug waren.“ Vor allem durch der Einwechslung von Ilkay Gündogan wirkte die DFB-Schaltzentrale geordneter. Gündogan gab sich gestern in Sachen Stammplatz-Kampf im Zentrum bescheiden: „Ich mache mir keine Gedanken, wie ich an Sami oder Toni vorbeikomme. Es ist viel wichtiger, mehr als nur elf Gute im Team zu haben.“

DFB-Team in Noten: Abwehr erst wacklig, aber ter Stegen stark

Wachsamkeit: „Wir haben den Anfang ein bisschen verschlafen, aber wir sind gut zurückgekommen und haben im Großen und Ganzen gut gespielt“, gestand Timo Werner nach dem Spanien-Spiel. Mats Hummels ergänzte: „Wir hatten die ersten Minuten richtig große Probleme.“ Und Toni Kroos meinte: „Die ersten 20 Minuten haben Spanien gehört.“ Zugegeben: Im Testkick ist es ja nicht so schlimm, wenn man die Anfangsphase mal verpennt, bei einem WM-Viertel- oder Halbfinale müssen die Spieler aber ab der ersten Sekunde hellwach sein – ansonsten könnte sich ein früher Gegentreffer böse rächen…

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