Schicksalsspiel Schalke?

Nächste Pleite: BVB scheitert und bringt Bosz in Bedrängnis

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Peter Bosz steht beim BVB stark in der Kritik.

Borussia Dortmund hat das Achtelfinale der Champions League verpasst. Die 1:2-Niederlage gegen Tottenham Hotspur bringt auch Peter Bosz in Bedrängis.

Dortmund - Nächste Pleite, schrille Pfiffe - und das auch noch in der Derbywoche: Borussia Dortmund findet keinen Ausweg aus der Krise. Die Mannschaft des bedenklich wackelnden Trainers Peter Bosz schied durch ein 1:2 (1:0) gegen Tottenham Hotspur wie befürchtet vorzeitig aus der Champions League aus. Das Duell mit dem Erzrivalen Schalke 04 am Samstag könnte für Bosz bereits das Schicksalsspiel sein.

Der in der Bundesliga auf Rang fünf abgestürzte BVB kann nach einer lange ordentlichen Leistung vor 65.849 Zuschauern aber im Fernduell mit APOEL Nikosia zumindest weiter auf den "Abstieg" in die Europa League hoffen. Ein Sieg im letzten Spiel bei Real Madrid am 6. Dezember würde den dritten Gruppenplatz mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit absichern, auch eine Niederlage könnte reichen.

Aubameyangs Führung reicht nicht

Der zuletzt suspendierte Pierre-Emerick Aubameyang vergab zunächst eine Großchance kläglich (19.), in der 31. Minute zeigte der störrische Stürmerstar aber seine Qualität: Mit einem unhaltbaren Flachschuss beendete er seine Phase 507-minütiger Torlosigkeit. Den verdienten Ausgleich der Spurs erzielte Harry Kane (49.), nachdem BVB-Rechtsverteidiger Jeremy Toljan gepatzt hatte. Heung-Min Son (76.) besorgte den endgültigen K.o. Die Londoner waren bereits zuvor für das Achtelfinale qualifiziert, in das es am Dienstagabend in der Gruppe H auch Madrid schaffte.

"Wir wollen Druck machen und die Fans so schnell wie möglich hinter uns bringen", hatte Bosz vor dem Anpfiff bei Sky gesagt. Doch die recht verhalten singenden Anhänger auf der Südtribüne waren in Gedanken schon beim Duell mit Schalke: "Egal, was gestern war - egal, was heute geschieht - am Samstag zählt es: Alle für den Derbysieg!"

Bosz stellt um - ohne Erfolg

Alle. Also auch Aubameyang, der für das Ligaspiel beim VfB Stuttgart (1:2) nach erneuten Eskapaden einen Denkzettel erhalten hatte. Dan-Axel Zagadou ersetzte zudem den verletzten Abwehrchef Sokratis in der Innenverteidigung, Raphael Guerreiro spielte im linken Mittelfeld. Bosz zeigte seinen Kritikern, dass er doch flexibel sein kann: Er rückte vom 4-3-3-System ab und sortierte die Mannschaft in einem 4-1-4-1 mit Julian Weigl auf der Sechserposition.

Das Spiel begann zäh. Die Spurs schonten keine Stars, legten aber mit Harry Kane und dem früheren Bundesliga-Profi Heung-Min Son im Sturm ein gemächliches Tempo vor, bis der Südkoreaner Roman Bürki prüfte (30.). Der BVB hatte mehr Ballbesitz und bemühte sich, daraus auch etwas zu machen - es gelang selten.

Führung aus dem Nichts - Geschenke nach der Pause

Aubameyangs Führungstreffer, den der Gabuner demonstrativ nicht bejubelte, fiel wie aus dem Nichts. Guerreiro hatte geschickt ein Loch gerissen, Andrej Jarmolenko brillant auf Aubameyang abgelegt. Kurz darauf zeigte Torhüter Bürki, der in Stuttgart ein Slapstick-Tor kassiert hatte, eine Glanzparade gegen Eric Dier (40.).

Nach der Pause schenkte der BVB die Führung umgehend wieder her, erneut patzte dabei die Abwehr. Toljan vertändelte den Ball auf der rechten Seite, Kane zog durch Zagadous Beine ab und erzielte den Ausgleich. Der englische Nationalstürmer hatte schon im Hinspiel (3:1) doppelt getroffen. In der Folge entglitt dem BVB das Spiel, die Spurs drückten und waren überlegen. Heung-Min Sons Siegtor war ebenso folgerichtig wie verdient. In der 90. Minute musste zu allem Überfluss Schlussmann Bürki verletzt ausgewechselt werden.

sid

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