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Nagelsmann ruft „heiße“ Phase aus - Topspiel ohne Neuer

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Manuel Neuer
Bayern-Torhüter Manuel Neuer wird beim Topspiel gegen Bayer Leverkusen fehlen. © Matthias Balk/dpa

Im Hinspiel führten die Bayern gegen Leverkusen nach 37 Minuten mit 5:0. Wird's wieder eine klare Sache? Das Bundesliga-Topspiel steht für Nagelsmanns Starensemble im Zeichen der Champions League.

München - Manuel Neuer verschwand mit seinen Bayern-Kollegen zum geheimen Abschlusstraining fürs Topspiel gegen Bayer Leverkusen auf dem Vereinsgelände hinter dem riesigen Sichtschutz.

Doch Julian Nagelsmann beendete gute zwei Stunden später das kurze Rätselraten um ein mögliches Blitz-Comeback des Fußball-Nationaltorhüters schon an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der Bundesliga.

„Wir sind extrem gut im Zeitfenster“, sagte Nagelsmann einleitend. Keine vier Wochen sind seit der Operation am rechten Knie vergangen. Und darum soll nichts überstürzt werden, zumal Neuer bei gewissen Aktionen „noch ein bisschen Reaktion“ im Gelenk fühle. „Er ist noch keine Option“, sagte Nagelsmann darum deutlich: „Mit einem Training wäre das ein bisschen blauäugig, ihn da sofort reinzuwerfen.“

Der früheste Zeitpunkt für Neuers Rückkehr ins Tor ist damit der kommende Dienstag, wenn die Bayern in der Champions League gegen RB Salzburg den Einzug ins Viertelfinale anstreben. „Wir gucken, dass er so früh wie möglich wieder spielen kann. Mal gucken, wie weit das dann gegen Salzburg sinnvoll ist. Das ist ein kleines Ziel, wo es klappen kann“, schilderte Nagelsmann die Planungen bei Neuer.

Hernández wegen Gelbsperre nicht dabei

Beim erwarteten Offensiv-Spektakel zwischen Bayern und Bayer wird also nochmals Sven Ulreich im Münchner Tor stehen. Und das hinter einer Abwehr, die Nagelsmann gegen die Leverkusener Turbo-Angreifer um Moussa Diaby ohne den gesperrten Lucas Hernández formieren muss. Und auf die einiges zukommen könnte. „Ganz wichtige Punkte für uns werden Spielkontrolle und Restverteidigung sein“, sagte Nagelsmann.

Rund um das Spiel will der FC Bayern auch wieder ein Zeichen gegen Russlands Krieg in der Ukraine setzen, wie Nagelsmann ankündigte. Er sei weiter erschüttert von den „erschreckenden“ und „unerträglichen“ Bildern aus den Kampfgebieten. Ein Kriegsstopp sei „alternativlos“.

Trotzdem geht der Fußball-Alltag in Deutschland weiter. Und Tore scheinen beim Kräftemessen zwischen Bayern und Bayer garantiert. Sowohl die Münchner (75 Treffer) als auch die Werkself (63) weisen eine Saisonbestmarke nach 24 Spieltagen auf. „Ein Torspektakel wäre für die Zuschauer sicherlich gut, für die Trainer bedingt - je nach Ausgang des Torspektakels“, bemerkte Nagelsmann.

Beim 5:1 im Hinspiel lagen die Bayern in der Leverkusener Arena nach 37 Minuten mit 5:0 vorne. Ein Déjà-vu befürchtet Trainer Gerardo Seoane nicht. „Wir freuen uns, gegen die Besten zu spielen. Wir haben uns in einigen Punkten weiterentwickelt, sind gewachsen“, sagte er.

Diaby bereits mit sieben Toren in der Rückrunde

Ein Titelduell ist die Kraftprobe angesichts von 14 Punkten Vorsprung der Bayern nicht. Reizvoll ist die Partie trotzdem. Da sind etwa die beiden deutschen Jungstars Jamal Musiala (Bayern) und Florian Wirtz (Bayer). Der 18-jährige Wirtz habe im Leverkusener Offensivwirbel „die Gabe, die Flügelpfeile in die Tiefe zu schicken“, bemerkte und mahnte Nagelsmann. Leverkusens aktuell größter Erfolgsfaktor ist Flügelstürmer Diaby, dessen sieben Rückrundentore alleine von Bayerns Weltfußballer Robert Lewandowski (9) übertroffen werden.

Bei den Bayern kehrt Top-Vorlagengeber Thomas Müller nach seiner zweiten Corona-Infektion zurück. Trotzdem soll der 19-jährige Musiala im Team verbleiben. „Auf Jamal möchte ich ungerne verzichten“, sagte Nagelsmann. Auch der 32 Jahre alte Anführer Müller hob derweil die Bedeutung des Leverkusen-Spiels als Einstimmung auf das K.o.-Spiel in Europas Königsklasse gegen Salzburg hervor. „Überflüssig zu sagen, wie wichtig dieses Spiel für unsere Saison ist“, sagte Müller.

Comeback von Goretzka und Davies weiterhin ungewiss

Bei Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka konnte Nagelsmann weiterhin keinen Zeitpunkt für ein Comeback im WM-Jahr benennen. Allerdings sieht er bei dem 27 Jahre alten Mittelfeldspieler, der mit Patellasehnenproblemen seit seinem bisher letzten Einsatz Anfang Dezember gegen Borussia Dortmund pausieren muss, aktuell eine positive Entwicklung. „Leon macht gute Fortschritte, er ist überwiegend schmerzfrei. Er ist auf einem guten Weg“, sagte Nagelsmann.

Auch bei Außenverteidiger Alphonso Davies ist der Comeback-Zeitpunkt nach einer Herzmuskelentzündung ungewiss. Der 21-jährige Kanadier sollte laut Nagelsmann am Freitag erneut untersucht werden. Vor der nächsten Länderspielpause Ende März dürfte Davies aber beim FC Bayern noch nicht wieder auflaufen.

Nagelsmann rief „die heiße Phase“ der Saison aus. Er berichtete von einem Stimmungswandel beim Rekordmeister nach dem 1:0 in Frankfurt. Die Anspannung sei an der Säbener Straße gewichen. Der Geist sei wieder angenehmer in der Mannschaft und auch im Verein: „Spannende Spiele kommen auf uns zu. Jetzt kommt es drauf an!“ dpa

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