Bundesliga-Montagsspiel

Zwischenstopp in Leipzig: Nagelsmann denkt schon an Zukunft

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Trainer Julian Nagelsmann spielte mit seinem Team bei seinem künftigen Arbeitgeber. Foto: Sebastian Kahnert

Beim Blick aus seinem Hotelzimmer denkt Julian Nagelsmann an die Zukunft in Leipzig. Sein Gastspiel mit Hoffenheim endet wieder nicht mit einem Sieg. Nach dem Taktik-Duell mit Ralf Rangnick ist die große Frage, wie stark die beiden Strategen künftig gemeinsam sein werden.

Leipzig (dpa) - Zettel-Botschaften an die Spieler, Umstellung der Grundformation und verbale Doppelpässe - die Konkurrenz von RB Leipzig mit dem künftigen Strategenduo Julian Nagelsmann/Ralf Rangnick kann sich in der nächsten Saison schon mal auf einiges gefasst machen.

"Dafür sind Trainer ja da, dass sie strategisch reagieren", sagte Rangnick. Julian Nagelsmann fand, damit sei "alles gesagt".

Rangnick und Nagelsmann zeigten sich harmonisch. Auf die Frage nach der Vorfreude auf die gemeinsamen taktischen Tüfteleien ab dem 1. Juli ließ der 31-Jährige seinem fast doppelt so alten künftigen Chef clever den Vortritt. "Willst du anfangen?", fragte Nagelsmann.

Er war also gar nicht so schlecht drauf, obwohl der Noch-Coach der TSG Hoffenheim mit seinem aktuellen Arbeitgeber auch im dritten Anlauf den Sieg gegen Rangnick in dieser Saison verpasste. Einen Vorgeschmack auf das Temperament, das Nagelsmann auch mit in die Red Bull Arena bringen wird, bekamen die Zuschauer und Leipziger Verantwortlichen aber auch beim 1:1 am Montagabend zum Abschluss des 23. Spieltags der Fußball-Bundesliga.

Drei Abseitsentscheidungen gegen sein Team regten Nagelsmann mächtig auf, fuchsteufelswild gestikulierte er am Seitenrand, in den Katakomben fluchte er weiter: "Mein Gott, mein Gott, mein Gott. Das ist ein Champions-League-Schiri. Wahnsinn!" Nagelsmann beruhigte sich aber schnell auch wieder. Das Remis ging für ihn genauso wie für Rangnick letztlich in Ordnung, selbst wenn es weder Hoffenheim (8.) auf dem Weg in die Europa League noch Leipzig (4.) auf dem Weg in die Champions League entscheidend weiterbrachte.

Dass Nagelsmann mit RB in der nächsten Spielzeit aber auch auf die ganz Großen des europäischen Fußballs trifft, ist wahrscheinlich. Dass er mit den Leipzigern nach insgesamt neun Jahren bei der TSG in der Liga vorn mitmischen will, ist logisch. Die künftige Zeit werde hoffentlich sehr erfolgreich, "das ist der Grund, warum ich herkomme", sagte Nagelsmann in Leipzig.

Ein Wohnung hat er schon, eine sehr schöne in einer sehr schönen Stadt, betonte Nagelsmann. Leipzig kennt er auch bereits, Neuland betritt er nicht. Rangnick lud ihn mehrfach ein. Dass Nagelsmann nach dieser Saison zu RB wechselt, steht bereits seit vergangenem Sommer fest. Das ändert aber nichts daran, dass es noch mal etwas anderes ist, dann in der künftigen Heimat zu sein, wenn auch nur kurz für ein Bundesligaspiel.

"Wenn man aus einem relativ hohen Stockwerk seines Hotels auf die Stadt schaut, in der man in drei, vier Monaten lebt, geht einem das schon durch den Kopf", sagte Nagelsmann. Normal und menschlich sei das, betonte er. Trotzdem habe er alles für seinen Club auch im dritten Duell gegen RB in dieser Saison gegeben. "Ich glaube, man hat auch gesehen, dass ich gewinnen wollte." Geklappt hat es aber wieder nicht nach 1:2 im Hinspiel und dem 0:2 im DFB-Pokal. Künftig sollen andere an RB Leipzig verzweifeln, wenn Nagelsmann und Rangnick als Trainer und Sportdirektor die Taktik-Kompetenz verdoppeln.

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