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DFB-Team siegt gegen Israel – doch Flick mahnt

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Von: Manuel Bonke

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Kai Havertz erzielte das 1:0 gegen Israel.
Kai Havertz erzielte das 1:0 gegen Israel. © IMAGO

Im Grunde fing das neue Länderspiel-Jahr so an, wie das alte endete: mit einem Sieg. Das 2:0 gegen Israel durch Tore von Kai Havertz (36.) und Timo Werner (45.) nach zwei Standardsituationen war der achte Sieg in Folge.

Sinsheim - Für die Nationalmannschaft ist das die längste Erfolgsserie seit sie von Mai 1979 bis Juni 1980 unter Jupp Derwall zwölf Siege am Stück feierte. Nebensache für Flick, was für ihn zählt, ist die anstehende WM in Katar.

Flick braucht Spieler, die ihr Top-Niveau jederzeit abrufen zu können

Was dem Trainer im Hinblick auf seine Wüsten-Mission wichtig ist: Er will Spieler in seinem Kader, die in Sachen Fitness voll im Saft stehen und gleichzeitig in ihren Klubs ausreichend Spielpraxis gesammelt haben, um ihr Top-Niveau jederzeit abrufen zu können. Jede Position muss doppelt besetzt sein – und zwar qualitativ hochwertig. Darum fand der Bundestrainer auch klare Worte gegenüber einigen Kandidaten aus der zweiten Reihe – obwohl der zweite Anzug in der Gesamtbetrachtung schon ganz gut passt.

Zum Beispiel gegenüber Nico Schlotterbeck (22). Sein Foulspiel hatte in der Nachspielzeit zum Elfmeter geführt. ZDF-Experte Per Mertesacker (37) sprach gar von einem „Arroganzanfall“. Immerhin: Kevin Trapp (31) parierte den Strafstoß. „Wenn es ein entscheidendes Spiel gewesen wäre, kein Freundschaftsspiel, und man macht so einen Fehler, könnte man nicht zufrieden sein“, sagte Flick. „Das sind Dinge, die können bei einer Weltmeisterschaft in der 90. Minute tödlich sein. Auf diesem Niveau muss man 90 Minuten voll konzentriert sein und darf keine Fehler machen.“ Der Debütant gab sich einsichtig. „Arroganzanfall würde ich nicht sagen“, betonte er, „das war einfach schlecht, eine Unkonzentriertheit, das darf mir nicht passieren.“

Flick: „Wenn die Spieler einen Rat wollen, bin ich gerne für sie da“

PSG-Profi Julian Draxler (28) bekam von Flick ebenfalls mahnende Worte mit auf den Weg. „Die Qualität, die in Paris auf seiner Position vorzufinden ist, macht es nicht einfach für ihn“, sagte der Bundestrainer. Dem Mittelfeldmann war anzusehen, dass er zu wenig Spielpraxis hat.

Ein Vereinswechsel in diesem Sommer wird deshalb wahrscheinlicher. „Ich muss mehr Spielpraxis haben, Richtung WM. Im Sommer wird man sehen, was passiert. Ich muss mehr spielen als in dieser Saison“, sagte Draxler. „Die Botschaft“ des Bundestrainers vor der gesamten Mannschaft sei „sehr eindeutig“ gewesen, „dass er fitte Spieler braucht“ und solche, die im Klub spielen.

Eine ähnliche Situation findet auch Stürmer Timo Werner (26) beim FC Chelsea vor. Immerhin schoss Werner schon sein sechstes Länderspiel-Tor in der Ära Flick. „Es ist wichtig für einen Stürmer, dass er Tore schießt“, sagte Flick. Aber: „Man merkt, dass er vom Rhythmus her nicht ganz so im Spiel war.“ Der Angreifer weiß selbst, dass zu einer WM-Form noch Einiges fehlt. Daher könnte auch bei Werner eine Luftveränderung helfen.

„Ich bin weit davon entfernt, dass ich Spielern den Ratschlag gebe, ob sie den Verein wechseln sollen oder nicht“, sagte Flick zwar angesprochen auf Draxler und Werner, betonte aber: „Wenn die Spieler einen Rat wollen, bin ich gerne für sie da. Die Situation, die beide haben, ist aktuell nicht so, dass sie zufriedenstellend ist.“ Ein klarer Fingerzeig vor dem Härtetest am Dienstag in den Niederlanden. MANUEL BONKE

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