"Fehlende Erfahrung bemerkbar"

Löw stärkt seine Wackel-Abwehr

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Manuel Neuer (l.) und Matthias Ginter entsetzt: Schon wieder ein Tor für Argentinien.

Dortmund - Bei der Niederlage gegen Argentinien bereitete vor allem die Leistung der deutschen Abwehr Sorgen. Bundestrainer Jogi Löw will die Wackel-Leistung aber nicht überdramatisieren.

Man musste schon kurz die Luft anhalten, als Argentinien im Tempogegenzug auf das deutsche Tor zusteuerte. Es war vor allem Angel di Maria, der einen unruhig herumrutschen ließ auf dem Fernsehsessel, so federleicht überbrückte er weite Teile des Spielfelds. Da konnte man sich schon vorstellen, wie es erst Kevin Großkreutz oder Erik Durm ergangen sein muss. Die beiden Dortmunder waren als Außenverteidiger im Einsatz und sahen den neuen ManU-Star des Öfteren auf sich zulaufen, auch Lamela oder Agüero sorgten für sorgenvolle Momente. Ist die neue DFB-Abwehrformation schon nach einem Spiel gescheitert, wie es einige Experten sagten?

Jogi Löw war mit so einer Pauschal-Analyse nicht einverstanden. „Man hat in der einen oder anderen Situation die fehlende Erfahrung gemerkt. Das ist logisch.“ Aber: „Die Argentinier haben mit acht, neun Mann aus dem Finale gespielt, sind sehr erfahren. Der eine oder andere Spieler war zum ersten Mal in so einem Spiel. Wir brauchen ein bisschen Geduld und Zeit. Wir können nicht erwarten, dass sie die Etablierten so einfach ersetzen können!“

Sowohl Großkreutz als auch Durm standen bei der WM in Brasilien zwar im Kader, machten aber kein Spiel für die DFB-Elf. Für Durm war der Test in Düsseldorf sogar erst der zweite Einsatz überhaupt im Nationalteam. Und dann gegen den Superstar di Maria! Sein Fazit: „Sehr flink, sehr schnell, wendig. Ein klasse Spieler, der wieder richtig spritzig war. Von daher war es schwer, gegen ihn zu verteidigen.“

Aber die Aufgabe gegen den Argentinier war erst der Anfang! In Zukunft soll Durm gegen diese Kategorie von Spieler gut verteidigen – und selber für Gefahr nach vorne sorgen! Löw hatte bereits zu Beginn der Woche klargemacht, dass die Zeit seines WM-Verteidigers Benedikt Höwedes auf der linken Seite vorbei sei, er nun eine Art „Außenverteidiger 2.0“ brauche – schließlich würden sich gerade die Gegner in der EM-Quali sehr kompakt hinten reinstellen, damit sind offensive Außenleute eine zusätzliche Option. Die gute Nachricht für Durm und sein Pendant auf rechts: Es muss nicht alles von jetzt auf gleich klappen! Löw: „Es war ein guter Beginn, sie konnten wieder Erfahrungen sammeln. Unser Ziel heißt, sie in den nächsten zwei Jahren heranzuführen.“

mic

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