Löw ist angetan vom Wahl-Londoner

Allesspieler Werner: Was er von der Premier League für die Nationalmannschaft mitnehmen kann

Timo Werner ist zurück in Leipzig - wenn auch nur für das Nations-League-Spiel gegen die Ukraine. Bundestrainer Joachim Löw setzt auf den Neu-Londoner, der in der Premier League Entscheidendes gelernt hat.

  • In den Nations-League-Spielen läuft auch Timo Werner wieder für die DFB-Auswahl auf.
  • Gegen die Ukraine findet das Spiel sogar in seiner alten Heimat Leipzig statt.
  • Schon jetzt sieht der Stürmer den Wechsel nach England für sich als Gewinn.

Leipzig - Timo Werner hat in England schon einiges erreicht, was für einen Deutschen nicht selbstverständlich ist: Er versteht Frank Lampard, seinen Coach beim FC Chelsea, dessen Englisch sich nicht an die Gebote der Oxford-Aussprache hält. Was die Sprache betrifft, hatte Werner (24) Bedenken gehabt. Er traute seinem Schul-Englisch nicht. Doch das Fazit nach zwei Wochen in Großbritannien: „In der Breite wurde ich öfter gelobt, dass mein Englisch besser geworden ist. It is okay but not perfect.“

Weiter ist er in seinem Spiel. Das bewundert Bundestrainer Joachim Löw an Werner: „Dass er kaum Anpassung benötigt.“ Er zählt vor dem Nations-League-Spiel gegen die Ukraine (Samstag ab 20.45 Uhr hier im Live-Ticker) auf: „Als junger Stürmer in Stuttgart - gleich eine hohe Torquote. Wechsel nach Leipzig - hohe Torquote. Jetzt Chelsea - und auch da trifft er.“ Viermal in acht Spielen der Premier League, dazu kommen zwei Torvorlagen des DFB-Stürmers. Der Londoner Verein scheint die 52 Millionen Euro Ablöse an RB Leipzig richtig angelegt zu haben.

Reise in die Vergangenheit: Timo Werner ist mit der Nationalmannschaft in seiner ehemaligen Heimat Leipzig zu Gast.

Nationalmannschaft: Werner fühlt sich in Leipzig wie zu Hause

Und auch Timo Werner empfindet den Wechsel als Gewinn für sich. Nichts gegen Leipzig, absolut nicht, sagt er, „das waren vier schöne Jahre. Wenn ich hier bin wie jetzt, fühlt es sich an wie nach Hause zu kommen“. Doch er will mehr sein als ein Bundesligastürmer, er will den internationalen Ruhm. Timo Werner glaubt, schon eine wesentliche dafür notwendige Qualität dazugewonnen zu haben. „In England wird viel mit langen Bällen gespielt und auf die zweiten Bälle gegangen. Die Gegenspieler sind robuster als in der Bundesliga, dadurch wird man selber robuster und lernt, engere Räume anders wahrzunehmen. Das hilft auch für die Nationalmannschaft.“

Dass er zum ersten Leipziger Spiel gegen Tschechien noch nicht da sein musste, fand er trotz seiner Bindung an die Stadt in Ordnung. „Vier freie Tage, sie waren wie ein zweiter Sommerurlaub.“ Bei Chelsea ist er Allesspieler. „Gegen Burnley sollte ich mal pausieren, dann war Christian Pulisic nicht einsatzfähig.“ Spielte er halt doch. Ist ihm letztlich lieber, als zu trainieren. Und es kommt bei ihm kaum mal vor, dass er gesundheitliche Beschwerden hätte. Zuletzt riss er neun Spiele in vier Wochen ab - ist ihm herzlich willkommen, so ein Programm.

Nationalmannschaft: Werners Stadttour durch London dank Corona-Krise im Eiltempo erledigt

Was er in London noch nicht gefunden hat, ist eine Quelle für den Bezug seiner geliebten Bratwürste - „aber ich habe viele Läden entdeckt, bei denen RB-Spieler sagen würden: ,Typisch Timo.“. Er hat sich hineingelebt in die Stadt, die Corona-Einschränkungen im öffentlichen Leben kamen ihm entgegen: „Tower Bridge oder vor dem Buckingham Palace - keine Leute unterwegs, ging alles ohne Stau.“ Sightseeing somit schnell erledigt - wie ein Angriff von ihm. (gük)

Rubriklistenbild: © Thomas Kienzle/afp

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