Die Stimmen zum Spiel

Nach Flipper-Gegentor in letzter Sekunde: Jogi Löw stinksauer am Mikro - „Darüber rege ich mich auf“

Joachim Löw 
Bundestrainer
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Joachim Löw war nach dem Spiel gegen Spanien sauer.

Nach 289 Tagen war das DFB-Team wieder im Einsatz. Das Duell gegen Spanien nahm ein bitteres Ende. Die Stimmen zum Spiel.

Stuttgart - Launiges Fußballspiel zum Start der Nations League. Gegen Spanien zeigte die deutsche Nationalmannschaft eine ordentliche Leistung, musste in der Nachspielzeit jedoch den Ausgleichstreffer schlucken. Nach einer torlosen ersten Hälfte hatte Robin Gosens in der 51. Minute seinen großen Auftritt. In seinem Länderspieldebüt gelang dem Bergamo-Profi direkt ein Assist. Der Wingback setzte sich gut auf der linken Seite durch und legte mit viel Übersicht auf Chelsea-Spieler Timo Werner, der nur noch einschieben musste.

War einer von ihnen für Sie sogar der Spieler des Spiels? Stimmen Sie ab. Nach dem Führungstreffer erhöhte die Elf von Luis Enrique die Schlagzahl und kam in der 96. Minuten durch Linksverteidger José Gaya zum nicht unverdienten Ausgleich. Wir haben für Sie die Stimmen zum Spiel zusammengefasst.

Timo Werner über ...

... den späten Ausgleichstreffer: „Das ist sehr ärgerlich. Wir haben uns viele Chancen herausgespielt, uns aber nach dem Tor vielleicht zu sehr reindrücken lassen.

... die lange Nachspielzeit:„Vier Minuten waren angezeigt, wir kassieren den Treffer in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Das ist ein bisschen komisch.“

Leroy Sané über ...

... sein Comeback in der Nationalmannschaft: „Ich denke, gerade nach so einer langen Saison ist es schwierig. Nicht jeder Spieler war topfit, aber im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein. Das war schon ganz in Ordnung.“

... seinen Gesundheitszustand: „Nach knapp einem Jahr war es das erste Spiel für mich. Ich fühl mich gut, aber der Rhytmus ist eben noch nicht da. Ich bin zufrieden mit meinem Spiel, muss mir im Training aber noch die nötige Power zurückholen.“

Robin Gosens über ...

... sein Debüt: „Es war ein intensiver Abend, ein Wechselbad der Gefühle. Ich freue mich über mein Debüt, ein gigantischer Abend, aber es geht mir schon auf den Zünder, dass wir so ein Eiertor kassieren.“

... eine mögliche Nominierung für die anstehende EM 2021: „Jetzt wollen wir erstmal auf dem Teppich bleiben, aber natürlich würde ich da sehr gerne mit dabei sein. Aber jetzt möchte ich erst einmal eine geile Saison spielen.“

Bundestrainer Jogi Löw über ...

... das Wechselkontingent (nur drei statt fünf Wechsel waren erlaubt): „Darüber rege ich mich auf. Gerade jetzt hätte man es gebraucht. Wenn nicht jetzt, wann dann? Einige Spieler sind auf dem Zahnfleisch gelaufen. Beiden Mannschaften hätten fünf Wechsel gut getan - definitiv!“

... die große Belastung der Profis in der kommenden Saison: „Ich halte das für nicht in Ordnung. Die vielen Spiele schlagen sich auf die Gesundheit, Fitness und Qualität nieder. Es ist auf viele Jahre hinweg einfach nicht mehr so zu verkraften. Deswegen bin ich da extrem sensibel und empfindlich. Wenn man da nicht klug agiert und aufpasst, bekommen wir im März, April, Mai große Probleme. Das versuche ich zu verhindern.

... seine Lehren aus dem Spiel: „In der ersten Halbzeit sind wir sehr früh drauf gegangen, haben die Spanier nicht ins Spiel kommen lassen und hatten die besseren Chancen. Im zweiten Durchgang war das Pressing schwieriger, wir haben uns dann zu stark hinten reindrücken lassen.“

... Debütant Robin Gosens: „Er hat mir gut gefallen, war sehr dynamisch und passtark. Ich war mit ihm zufrieden.“

... eine Berufung Thomas Müllers: „Ich bin kein Hellseher, der in die Zukunft guckt und weiß, was im März/April passieren wird. Ich glaube einfach, dass den jungen Spielern die Zukunft gehört und diese Spieler brauchen einfach Zeit und Raum, sich zu entwickeln. Wir haben den Umbruch durchaus gut bewältigt, von dem her bleibe ich bei meiner Meinung. Thomas Müller ist ein klasse Spieler, keine Frage, aber ich vertraue auf die Jungen. Nächstes Jahr gibt es dann vielleicht ein paar Verletzte und dann kann man seine Meinung ja auch einmal ändern. Aber im Moment sehe ich das noch nicht.“

Spanien-Kapitän Sergio Ramos über ...

... den Last-Minute-Ausgleich: Die Hoffnung verliert man ganz zuletzt. Wir haben an uns geglaubt, waren hungrig und wollten etwas zeigen und uns ein bisschen einspielen. Wir haben bis zum Schluss gekämpft, es war am Ende auch ein bisschen knapp. Aber für den Anfang der Saison war es eine gute Leistung, ich denke die Mannschaft hat es gut gemacht.

... die Leistung seiner Mannschaft: „Es war anstrengend, wir hätten ein bisschen mehr verdient aber wir haben gekämpft und die Ordnung beibehalten. In den letzten fünf Minuten haben wir uns belohnt für unseren Hunger. Wir gehen zufrieden nach Hause, wir hätten natürlich gerne gewonnen aber der Ausgleich ist auch gut. Die Saison hat ja erst begonnen, wir haben noch viel vor uns und sind noch nicht auf dem höchsten physischen Niveau.“

Bayern-Profi Thiago über ...

... seine Sicht auf die Partie: „Wir haben gegen eine super Mannschaft gespielt und uns aufgrund unserer vielen Chancen den Ausgleich verdient. Das Unentschieden ist für beide verdient.“

... seine Zukunft: „Mein Kopf ist aktuell beim nächsten Spiel gegen die Ukraine und dann gucken wir, was passiert.“

... die Bedeutung Münchens in seinem Leben: „München ist immer gut. München ist meine Heimat und ich bin glücklich, dort zu sein.“

... die Abschlussfrage von ZDF-Reporter Lars Ruthemann „Liverpool oder Manchester“: „Ciao“ (daraufhin verließ der Spanier lachend die Mixed-Zone)

Alles in allem gab es nach der Partie durchaus interessante Interviewaussagen. Während Werner und Gosens etwas über den Ausgleichstreffer schimpften, sprach Jogi Löw über die Zukunft Thomas Müllers und Thiago über seinen nächsten Karriereschritt. Vor Anpfiff sorgte Experte Per Mertesacker bereits für Lacher, der Ex-Profi ersetzt fortan Oliver Kahn.

Auf Twitter wurde Joachim Löw derweil heftig kritisiert. Er habe das Spiel „vercoacht“. Am 6. September haben er und die DFB-Elf eine neue Chance: Dann geht es in Basel gegen die Schweiz. Bei der englischen Nationalmannschaft gab es unterdessen einen handfesten Corona-Skandal, bei dem zwei Spieler aus dem Kader geworfen wurden.

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