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Jogi Löw hat ein großes Problem - soll es jetzt wirklich der Null-Tore-Stürmer richten?

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Von: José Carlos Menzel López

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Jogi Löw und die deutsche DFB-Elf spielen am Samstag gegen die Niederlande.
Jogi Löw und die deutsche DFB-Elf spielen am Samstag gegen die Niederlande. © dpa / Sven Hoppe

Am Samstag sieht sich die deutsche Nationalmannschaft mit der nächsten Herausforderung in der Nations League konfrontiert: In Amsterdam geht es gegen die Niederlande.

Amsterdam/Paris - Genug gekuschelt! Nachdem die deutsche Nationalelf die vergangenen Tage in Berlin genutzt hat, um ihre neu gewonnene Fannähe zu zelebrieren, ist es an der Zeit, das Debakel in Russland auch sportlich zu verarbeiten. Das 0:0 gegen Weltmeister Frankreich Anfang September war ein erster Schritt, die echten Prüfsteine für das neue (alte) Projekt von Joachim Löw stehen aber jetzt bevor. 

Die Partien am Samstag (20.45 Uhr, ZDF) in Amsterdam sowie am Dienstag in Paris sind nicht nur ausschlaggebend für den Verbleib in der Ersten Liga der Nations League, sondern auch für das weitere Vertrauen in den Bundestrainer. Der hat allerdings ein Problem: Wer soll überhaupt die Tore machen? Dass Löw ein Stürmerproblem hat, wird schon beim Blick auf den aktuellen Kader klar.

Niederlande gegen Deutschland: Lesen Sie hier alle Informationen zum Spiel im Live-Ticker.

Mark Uth Neuling im Team: Schalker wartet auf sein erstes Saison-Tor

Nach den Rücktritten von Sandro Wagner und Mario Gómez hat Löw in Mark Uth den 100. Neuling seiner Amtszeit nominiert. Einziges Problem: Der Schalker wartet diese Saison auf sein erstes Tor. Und auch wenn der Bundestrainer zum Besten gab, dass der 27-Jährige „immer eine gewisse Torgefahr ausstrahlt“, so wird dem halbwegs fußballafinen Fan schnell klar: Die Hoffnungen ruhen im Sturm auf den schmalen Schultern von Timo Werner. Immerhin: Der Leipziger bringt es diese Saison auf vier Treffer.

Der Rest? Lässt einen auch nicht unbedingt optimistisch auf die kommenden Tage blicken. In Marco Reus, Leon Goretzka, Kai Havertz, Antonio Rüdiger und Kevin Trapp musste Löw fünf verletzungsbedingte Absagen hinnehmen, beim Rest hält sich das Selbstbewusstsein aktuell - gelinde gesagt - in Grenzen.

Der Bayern-Block, immerhin ein Drittel des Kaders, reiste mit vier sieglosen Spielen im Gepäck zum DFB, bei Toni Kroos und Real Madrid sind es sogar vier Partien in Folge ohne Tor. Sorgen macht sich Löw um seine Stars aber nicht: „Solche Spieler, die Weltmeister geworden sind, lassen sich nicht so einfach aus der Bahn werfen.“

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Jogi Löw ohne Sorgen um FCB-Spieler: „Sie haben einen guten Eindruck gemacht“

Zu diesem erlesenen Kreis gehören bekanntlich auch krisengeplagte Münchner wie Thomas Müller. Sorgen um sein FCB-Gerüst macht sich Jogi aber keine: „Sie haben einen guten Eindruck gemacht und waren nicht schlecht gelaunt.“ Müller war sogar so gut drauf, dass er das bayerische Schweigen im Kreise des DFB brach. Der 29-Jährige zum roten Beben: „Man sieht, wie schnell im Fußball der Wind umschlägt. Wie schnell man von schier unbesiegbar zu tiefgreifender Krise gelangt. In die andere Richtung geht es aber genauso schnell.“

Fakt ist: Die Partien in der Amsterdam Arena und in Saint Denis werden wichtig für die Münchner - und richtungweisend für Löw: Darf er trotz des Nicht-Umbruchs weiterhin mit den Anhängern auf Kuschelkurs gehen oder stürzen Oranje und Bleus ihn in die nächste Krise? Jogi: „Warum sollte ich bei der Nations League mehr Druck verspüren als bei einem Turnier?“ Weil er da ist.

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