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DFB-Elf verliert in Frankreich: Drama aus jeder Pore

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Von: Jörg Heinrich

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Thomas Hitzlsperger, Oliver Bierhoff und Alexander Bommes beim Spiel der deutschen Nationalelf in Frankreich.
Thomas Hitzlsperger, Oliver Bierhoff und Alexander Bommes beim Spiel der deutschen Nationalelf in Frankreich. © Screenshot ARD

Deutschland hat nach der Niederlage gegen die Niederlande auch in Frankreich keine Punkte holen können. Wie geht es weiter mit Trainer Jogi Löw?

Paris - Schon nach der Landtagswahl war es der zentrale Satz des Abends: „Wir müssen alles in Ruhe analysieren.“ So war’s auch am Dienstag beim Jogi-Schicksalsspiel im Ersten. Der Ernst der Lage wurde wortreichst analysiert, frei nach dem Schlager „Analyse, ach, Analyse, warum bist du böse auf mich?“ Wir im tz-Fernsehstüberl haben die ARD-Analyse, nun ja, Paroli laufen lassen. 

Alexander Bommes: Machte die Dinge noch dramatischer, als sie ohnehin schon waren. Bommes erfand sperrige neue Wörter und mahnte angesichts der bitteren „Komplettlage“: „Deutschland wäre bei einer Niederlage aus eigener Kraft nicht mehr klassenerhaltsfähig.“ Überdies erkundigte er sich bei Thomas Hitzlsperger: „Ist Treue im Sport manchmal ein scharfes Schwert?“ Damit erinnerte Bommes an Roger Whittakers 1983er-Heuler Abschied ist ein scharfes Schwert, in dem es mit Hinblick auf Jogi Löw völlig zurecht hieß: „Weil einmal geht auch die schönste Zeit vorbei. Stunden der Liebe, du hast sie besessen, Stunden so zärtlich, Du musst sie vergessen.“ Die Dramatik quoll bei Bommes aus jeder Pore des Fernsehapparats. 

Nations League Partie der deutschen Elf gegen Frankreich: Thomas Hitzlsperger spricht Klartext

Thomas Hitzlsperger: Früher stand im Ersten zum Analysieren der Kandidaten bei Was bin ich? die legendäre Anna-Lyse Fleyenschmidt parat. Jetzt, wo es um die Löw-Frage „Was bin ich bald nicht mehr?“ ging, musste Hitzlsperger den Job erledigen. Und das machte er gewohnt gut. Die Bommes-Quatschfrage, zu wie viel Prozent Deutschland gewinnt, konterte er mit einem lässigen „zweistellige Prozentzahl“, also von 10 bis 99 Prozent. Und Hitz sprach Klartext in Sachen Jogi-Elf: „Es sind zu viele Spieler dabei, die nicht mehr in der Lage sind, gegen Widerstände zu kämpfen.“ Auch in der Pause analysierte er klug und war „fast schon begeistert“. 

Gerd Gottlob: Zeigte sich ganz arg mitgenommen von der Jogi-Krise. Ausgerechnet Gottlob, der sonst die halbe Nation vom Sofa brüllt, verschlief den deutschen Elfer und säuselte ganz nebenbei: „Ob da jetzt noch eine Hand im Spiel war? Ich würde sagen, ja. Und deswegen gibt es hier Elfmeter.“ Später erfand er das Nations-League-Spiel Belgien - Niederlande, das gar keines war. Falls Leistung noch zählt beim Ersten, müssten dann nicht langsam jüngere Kommentatoren eine Chance bekommen? Ich würde sagen, ja.

Lesen Sie hier alle Informationen zum Spiel in unserem Live-Ticker der Partie.

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