5. Spieltag der Nations League

DFB-Team schwört sich auf Ukraine ein - Löw interessiert sich nicht für Supertalent

Die abschließenden Gruppenspiele in der Nations League stehen an. Gegen die Ukraine geht Deutschland als klarer Favorit ins Spiel. Doch Bundestrainer Joachim Löw stapelt überraschend tief.

  • Für die DFB-Auswahl steht am Samstag das Spiel in der Nations League gegen die Ukraine an.
  • Die erste Partie wurde knapp gewonnen - doch diesmal dürfte der Gegner besser besetzt sein.
  • Von einem Duell mit Dieter Bohlen will Bundestrainer Joachim Löw derweil nichts wissen.

Leipzig - Es geht um Platz eins. In der Gruppe der Nations League, aber nicht nur da. Denn eine dunkle Wolke ist über der deutschen Nationalmannschaft auch am Quotenhimmel aufgezogen: „Bares für Rares“, die Trödelshow, interessierte am Mittwoch mehr Fernsehzuschauer als Deutschland - Tschechien auf RTL. Für ihre Begegnung mit der Ukraine am Samstag (20.45 Uhr/hier im Live-Ticker) wechselt die DFB-Auswahl ins ZDF, jetzt ist der Gegner im Wettbewerb um Aufmerksamkeit „Das Supertalent“. Der mediale Zweikampf: Joachim Löw gegen Dieter Bohlen.

Der Bundestrainer ringt sich ein Lächeln ab. „Ist mir nicht das Allerwichtigste“, sagt er, „solche Phasen gab es bei der Nationalmannschaft immer, und gegen die Tschechen war ein“ - er zeichnet mit den Händen An- und Abführungsstrichchen in die Luft - „Freundschaftsspiel“. Timo Werner, der erst am Donnerstag zum Kader stieß, hat es auch am Fernseher verfolgt, bei seiner Freundin in Dresden - und verhehlt nicht, dass ein Geisterspiel auf diesem Weg halt nicht so gut rüberkommt: „Zwei, drei Spiele ist das mal ganz cool, zu hören, was da unten gesagt wird, ob die sich beleidigen, wie sie sich motivieren“, dann wisse man das aber. „Das gleiche Spiel mit Fans wirkt ganz anders.“

Die Pflicht ruft: Bundestrainer Joachim Löw (2. v. r.) stimmt die DFB-Auswahl auf die anstehenden Partien in der Nations League ein.

Nations League: Ukraine diesmal mit ganz anderen Möglichkeiten

Zuschauer im Stadion gab es im Oktober, als die deutsche Mannschaft 2:1 in Kiew gewann. Bei den Fans in Deutschland mag sich dadurch der Eindruck verfestigt haben, die Ukraine sei das Leichtgewicht in der Gruppe. Das würde Löw gerne widerlegt sehen: Vor einem Monat war das Team von einer Coronawelle erfasst, nun ist es personell ganz anders aufgestellt. Die Ukraine hat auch Spanien und die Schweiz geschlagen. „Die Spanier“, sagt Löw, „hatten vorne keine Lösungen und sind nach hinten ausgekontert worden.“ Die Ukraine sei „gespickt mit sehr guten Spielern, sie hat viel Tempo“. Und überhaupt: Sie ist Weltranglisten-23. immerhin - und 2019 U 20-Weltmeister geworden.

Joachim Löw fordert maximale Intensität und Leidenschaft ein, denn mit einem Sieg kann er für Dienstag die Konstellation eines Endspiels um den Gruppensieg schaffen. Spanien - Deutschland, das würde vielleicht für einen Ruck sorgen, für eine neue Aufgeschlossenheit: Was machen Löws junge Deutsche so? Haben sie doch noch Attraktionen zu bieten?

Nations League: Süle beginnt hinten - vorne sollen Werner, Sané und Gnabry wirbeln

Der Bundestrainer ist erfreut, dass Niklas Süle in München zwei volle Trainingseinheiten absolvieren konnte und auch eine Belastungsprüfung in Leipzig überstand - er wird den gerade aus der Quarantäne gekommenen Innenverteidiger gleich wieder spielen lassen. Und vorne dürfen Timo Werner, Leroy Sané und Serge Gnabry zusammen antreten, das hatte es auch länger nicht mehr gegeben.

„Wir sind Fußballer, also wollen wir Erster werden und auch das Final-Four-Turnier gewinnen“, sagt Timo Werner über die Zielsetzung in der Nations League. Ein Triumph „könnte die Mannschaft zusammenschweißen und ein guter Test für die EM sein.“ (gük)

Rubriklistenbild: © RONNY HARTMANN/afp

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