1. tz
  2. Sport
  3. Fußball

Jonas Hector über Leistung der National-Elf: „Niemand hat das Fußballspielen verlernt“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Manuel Bonke

Kommentare

Jonas Hector im Interview.
Jonas Hector im Interview. © dpa / Jens Büttner (Archivbild)

Nach dem harten WM-Aus der National-Elf und den zuletzt bestrittenen Spielen, sieht sich die Mannschaft viel Kritik ausgesetzt. Nun spricht Jonas Hector im Interview.

Wie steht es um die Stimmung? Jonas Hector (28) gibt in der tz die Antwort.

Herr Hector, müssen Sie häufig an Russland denken?

Hector: Das ist doch ganz normal, ja. Ich habe auch hier noch mal mit meinen Mitspielern darüber geredet, und wir haben das eine oder andere ein Stück weit thematisiert. Aber natürlich schauen wir nach vorne und konzentrieren uns darauf, an die alte Form ranzukommen. Das ist unsere Marschrichtung.

Konnten Sie die Debatten rund um die Nationalmannschaft nachvollziehen?

Hector: Es ist normal, dass nach so einem Turnier alles auf den Prüfstand kommt. Es ist intern der Fall und extern natürlich auch. Man muss Dinge hinterfragen, das gehört dazu. Ob es jetzt in dem Ausmaß sein muss, das sei dahingestellt. Trotzdem versucht jeder, eine Analyse zu ziehen.

Was hat sich geändert?

Hector: Im Umgang  miteinander müssen wir nichts ändern. Das ist meiner Meinung nach nicht nötig. Ich persönlich fühle mich wohl in der Mannschaft und komme im Kreise der Nationalmannschaft gerne zusammen. Ich bin der Meinung, dass wir alles aufarbeiten und nach vorne schauen müssen: Wo wollen wir hin? Wie wollen wir es angehen? Entscheidend ist, das alles auf den Platz zu bringen.

Zum Beispiel, dass die Außenverteidiger wie Sie nicht mehr so offensiv agieren.

Hector: Es hat ja niemand von heute auf morgen das Fußballspielen verlernt. Natürlich hat bei der WM etwas gefehlt. Da müssen wir keinen Hehl daraus machen. Trotzdem wissen wir, was wir zu tun haben.

Lothar Matthäus hat gesagt, Sie hätten als Zweitligaspieler nichts in der Nationalmannschaft verloren. Wie wirkt das auf Sie?

Hector: Ich konzentriere mich eher darauf, dass ich eingeladen werde. Das macht mich stolz und darüber freue ich mich. Mich interessiert, was der Trainer in mir sieht.

Am Dienstag heißt Ihr Gegenspieler Mbappé. Eine andere Kategorie als in der Zweiten Liga!

Hector: Das sind Spieler, die weltweit bekannt sind - auch für ihre Eins-gegen-Eins-Qualitäten. Klar, da muss ich mich darauf vorbereiten. Aber es ist ja nicht so, dass ich die alleine verteidigen müsste. Da kommt es darauf an, im Verbund zu agieren. Das gilt aber auch für die Offensive: Dass man zusammen angreift und nicht Aufgaben verteilt.

Fällt die Umstellung schwer: Erst gegen Duisburg, dann gegen den Weltmeister?

Hector: Es bringt ja nix, mit einer Larifari-Einstellung in ein Zweitligaspiel zu gehen oder bei einem Länderspiel übermotiviert zu sein. Man muss jedes Spiel gleich seriös und konzentriert angehen.

Wie schwer ist es, eine Schwächephase im Klub bei der Nationalmannschaft auszublenden - so wie jetzt bei den Bayern?

Hector: Klar unterhält man sich hier im Kreise über die Vereinssituation, das bleibt nicht aus. Aber hier hat man ein anderes Umfeld, einen anderen Input und trifft Leute, die man länger nicht gesehen hat. Ein Stück kann man das Vereinsleben schon zur Seite schieben.

Sie sind bei Länderspiel-Reisen in der Freizeit viel mit den Bayern-Jungs unterwegs. Warum verstehen Sie sich so gut?

Hector: Manchmal passt es einfach. Man versteht sich gut, hat ähnliche Interessen und gewisse Vorstellungen vom Leben, die man teilt - auch Wertevorstellungen. So findet man eben zueinander.

Lesen Sie auch: Nach DFB-Schlappe: Löw kündigt Veränderungen an - Bayern-Star erhält Einsatzgarantie.

Interview: bok

Auch interessant

Kommentare