"Dürfen nicht mehr an Aufstieg denken"

Michael Thurk (rechts) hat sich gegen St. Pauli verletzt
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Michael Thurk (rechts) hat sich gegen St. Pauli verletzt

Hamburg - Naiv, nett - und eben doch nicht reif für die Bundesliga? Als die FCA-Profis nach der Pleite im Aufstiegsduell beim FC St. Pauli vom Feld schlichen, kamen manchem große Zweifel am Traum der Schwaben.

“Wir dürfen nicht mehr an den Aufstieg denken“, mahnte Abwehrspieler Dominik Reinhardt nach dem 0:3 am Montagabend mit Blick auf die alles entscheidenden letzten vier Partien. “Wir müssen wieder anfangen, von Spiel zu Spiel zu denken.“ Bedient war auch Jos Luhukay nach der vor allem in der zweiten Halbzeit schwachen Vorstellung seiner Profis; der Trainer rettete sich in Beschwörungsformeln: “Wir müssen jetzt in den restlichen vier Spielen wieder alles geben.“

Zunächst unbeeindruckt von der Kulisse am mit 19 901 Zuschauern ausverkauften Millerntor spielten die Gäste vor

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der Pause mutig auf und stürzten die Defensive der Hanseaten wiederholt in Verlegenheit. Doch trotz guter Chancen etwa durch Marcel Ndjeng (20. Minute) und Ibrahima Traore (29.) blieb die fällige Führung aus. “Es gab einige Situationen, wo man sagen kann, dass wir etwas naiv sind“, kritisierte Augsburgs Torwart Simon Jentzsch. “Die Abgezocktheit hat uns gefehlt. In gewissen Szenen müssen wir cooler sein“, mahnte der Routinier.

So kam es, wie es kommen musste. Erst traf Matthias Lehmann (51. Minute), dann machte Pauli-Torjäger Marius Ebbers (63./83.) alles klar. “Das Tor zur Bundesliga ist einen Spalt weiter auf“, freute sich der Angreifer und durfte sich nach seinen Saisontreffern 16 und 17 über das Lob seines Trainers freuen. “Er spielt ein fantastisches Jahr“, sagte Holger Stanislawski, der den Aufstieg nun zum Greifen nah sieht: “Wir haben einen Riesenschritt gemacht, es aus eigener Kraft zu schaffen.“

“Wir hatten St. Pauli vor der Pause fest im Griff, doch nach dem Wechsel völlig den Draht verloren“, klagte Luhukay. Vergessen war nach dem erneuten Rückschlag der Augsburger Schwung in den Winter- Monaten Januar und Februar. Schier unwiderstehlich waren die Schwaben zu Beginn der Rückrunde von Sieg zu Sieg gestürmt, kurzzeitig durften sie sogar vom Pokal-Finale in Berlin träumen. Doch nach dem Cup-Aus bei Werder Bremen ging es auch im Alltag bergab: Seit drei Spielen wartet Augsburg auf einen Sieg, bei zwei Niederlagen und einem Remis verbuchte der Aufstiegsanwärter 1:8-Tore - eine Bilanz zum Gruseln.

Die nächste Herausforderung steht schon am Freitag an, wenn Verfolger MSV Duisburg in der Augsburger Arena antritt. Ein Sieg - und zumindest der Relegationsplatz ist so gut wie sicher. Ob in dem wichtigen Heimspiel Top-Torjäger Michael Thurk an Bord sein kann, war am Dienstag noch unklar. Der Angreifer erlitt bei St. Pauli eine Knieblessur. 

dpa

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