Netzer: "Jetzt werden Weichen für 2010 gestellt!"

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Ein Mann der deutlichen Worte: Günter Netzer

Das große tz-Interview über Ballack/Bierhoff, Löw, Schweinsteiger, Podolski, Kahn und Scholl.

Am Samstag analysiert er in der ARD das WM-Quali-Spiel gegen Russland. Davor spricht Günter Netzer im tz-Interview über Ballack und Oliver Bierhoff, gefährliche Russen und die Situation im deutschen Team.

Herr Netzer, mit welchen Erwartungen sehen Sie dem Spiel entgegen?

Netzer:Mich haben die Russen bei der EM sehr erfreut. Seit Jahren bewundere ich Guus Hiddink, einer der größten Trainer zurzeit. Es wird ein sehr schweres Spiel. Das weiß jeder. Aber auch die Russen sind Stimmungen unterworfen und keiner weiß, ob sie an die EM-Form anknüpfen können. Es wird ein großer Kampf und eine große Herausforderung.

Inwieweit ist das schon eine Weichenstellung in Richtung 2010?

Netzer:Russland ist unser erster Gegner. Die gilt es hinter uns zu lassen. Das ist beschlossene Sache. Deswegen wäre es sehr hilfreich, wenn wir gewinnen, vor allem nach dem Punktverlust gegen Finnland, wäre das ganz wichtig, Weichen für die Quali zu stellen.

Deutschlands erotischste Nationalspieler

Deutschlands erotischste Nationalspieler © 
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Keiner ist so sexy wie er: Michael Ballack wurden mit 24 Prozent einer Emnid-Umfrage auf Platz 1 gewählt. Die Partnerbörse amio.de wollte so der Frage nachgehen, welches Mitglied der deutschen Fußballnationalmannschaft am erotischsten ist. © Sampics
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Michael Ballack jubelt nach dem EM-Halbfinal-Sieg gegen die Türkei. © dpa
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Der erotischste Fußballer Deutschlands ist vergeben, im Juli 2008 hat Michael Ballack seine Simone gehieratet. © dpa
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Die Nummer zwei der erotischsten Nationalkicker: Lukas Podolski überzeugte 18 Prozent der befragten Frauen. © dpa
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Immer konzentriert am Ball: Poldi während einer EM-Trainingseinheit am Wörthersee-Stadion in Klagenfurt. © dpa
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Nicht Frauen stehen auf Poldi, auch als Werbeträger ist er gefragt: Lukas Podolski und seine Prinzenrolle EM Edition. © dpa
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Perfekt definierter Waschbrettbauch: Philipp Lahm ist nach Meinung der Befragten die Nummer drei unter den erotischsten Nationalspielern. © dpa
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Wir sind im Finale: Philipp Lahm nach dem dritten Tor gegen die Türkei im EM-Halbfinale. © dpa
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Immer ein smartes Lächeln: Philipp Lahm bei einer Pressekonferenz vor seinem 50. Länderspiel (WM-Qualifikation gegen Finnland). © dpa
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Mit acht Prozent liegt Bastian Schweinsteiger an vierter Stelle der erotischsten Fußballer der deutschen Nationalmannschaft. © dpa
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Jubel macht sexy: Bastian Schweinsteiger in Jubelpose beim EM-Spiel gegen die Türkei. © dpa
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Cool mit Sonnenbrille auch am Abend: Sebastian Schweinsteiger am Vorabend im Finale des DFB-Pokals in Berlin im April 2008. © dpa
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Nackte Bauchblicke: Gut, dass viele Fußballer wie Kevin Kuranyi (Platz 5) nach schweißtreibenden Spielen ihr Trikot als Handtuch verwenden. © dpa
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Der Schalker Kevin Kuranyi freut sich über seinen zweiten Treffer zum 3:0 gegen Hannover 96. © dpa
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Der Kevin lässig und etwas overdressed am Pool. © dpa
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Gut gebaut und gut gelaunt und auf Platz 6: Der Stuttgarter Spieler Mario Gomez freut sich nach dem Spiel über den 2:0 Erfolg gegen Hannover 96 am dritten Bundesligaspieltag. © dpa
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Mario Gomez freut sich über einen Treffer für seinen Verein VfB Stuttgart in der Bundesliga. © dpa
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Sein Gesicht, seine Ausstrahlung gefallen: Vor allem jüngere Frauen finden Mario Gomez gut. © dpa

3:3 gegen Finnland. Jetzt kommen Arschawin und Pogrebnyiak, die mit St. Petersburg schon Bayern mit 4:0 geschlagen haben…

Netzer:Man kann mit der Abwehr nicht zufrieden sein. Das konnte man bereits bei der EM nicht. Metzelder und Mertesacker haben keine gute EM gespielt, das können sie besser. Gegen diese Klassestürmer muss die deutsche Abwehr an ihre Grenzen gehen. Das ist ein echter Maßstab.

Michael Ballack kommt zurück – und will seinen Führungsstil nicht ändern. Löw wiederum hätte gerne mehr Leader. Ist das ein Problem?

Netzer: Sich auf einen Spieler zu verlassen, ist ein Risiko. Wenn der ausfällt, ist man führerlos. Ich kann Löw verstehen. Aber in der Realität hat man nicht viele Anführer. Ich weiß nicht, was Ballack meint mit dem Führungsstil – aber ich kann damit eh nichts anfangen.

Wie meinen Sie das?

Netzer:Dieses Theater mit Bierhoff kann ich nicht verstehen. Das ist unwürdig. Das sollte längst erledigt sein und nicht immer wieder aufflammen.

Steht Löw da zwischen den Fronten?

Netzer:Er muss dafür sorgen, dass die sportlichen Belange nicht beeinflusst werden. Das darf er sich nicht gefallen lassen. Dafür hat er, glaube ich, auch gesorgt. Klare Ansprache und aus. Es gibt jetzt Wichtigeres.

Zur Aufstellung und den Säulen des Spiels. Wie sehen Sie Bastian Schweinsteiger – muss, kann, wird da mehr kommen?

Netzer:Ich erwarte mir von Schweinsteiger immer noch eine Steigerung. Er ist wirklich ein hochtalentierter Fußballer, der für seine jungen Jahre ganz viel Erfahrung hat. Ich glaube, da ist sowohl bei Bayern als auch für Deuschland eine Steigerung drin.

Und Klose und Poldi?

Netzer:Löw hat keine Veranlassung, an beiden zu zweifeln. Beim DFB leben sie auf. Naja, bei Klose bin ich mir nicht so sicher, aber Podolski kann man nichts vorwerfen. Für ihn ist die Situation bei Bayern nicht zufriedenstellend. Das wird man sich anschauen müssen, wie das bis zum Winter läuft. Bei Löw spielt er sehr gut. Klose läuft seiner Form hinterher. Russland wäre eine gute Gelegenheit, mit einem Schlag viele Diskussionen zu beenden.

Was ist mit Gomez und Helmes?

Netzer:Bei der EM haben wir keine Stürmer gehabt. Aber noch bedenklicher finde ich, dass die keiner verdrängen konnte. Die waren wirklich nicht gut, aber keiner kam an ihnen vorbei.

Ist es nicht bemerkenswert, wie Poldi den Bayern-Frust abschalten kann und für Deutschland gute Leistungen bringt?

Netzer:Er ist mit Begeisterung dabei. Da weiß er, dass er gesetzt ist, hat Selbstvertrauen und Spaß. Das kann er den Bayern aber nicht vorwerfen. Das ist völlig falsch. Da gibt es Konkurrenz, die beachtlich ist. Er muss die verdrängen. Das ist seine Aufgabe. Wenn er ein international renommierter Spieler sein will, muss er das schaffen. Er muss den Kampf weiter annehmen und den Trainer überzeugen.

Weg vom aktiven Fußball. Was sagen Sie eigentlich zu Ihren „Kollegen“ Mehmet Scholl und Oliver Kahn?

Netzer:Gut, erfrischend. Ich freue mich, wie die das machen. Kahns Auftritt hat mir gefallen. Sie werden sich da hineinarbeiten. Ich finde beide sehr erfreuliche Erscheinungen für die Zukunft!

Zum Schluss was Persönliches. Wieso ist Ihre Fachkompetenz beim DFB nicht gefragt?

Netzer: (lacht laut)Das ist nix für mich. Ich habe vor 20 Jahren gesagt, als ich beim HSV ausgestiegen bin, der Fußball hat all meine Energien abgesaugt. Man wird mich nie mehr in einer verantwortlichen Position sehen. So wie jetzt ist es wunderbar.

Quelle: tz

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