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Neuer Jugendstil sorgt für "Jahrhundertchance"

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Heiko Herrlich und die SpVgg Unterhaching haben mit ihrem Jugenstil aus der Not eine Tugend gemacht. © dpa

Unterhaching - Die SpVgg Unterhaching will aus der Not- eine Dauerlösung machen und verstärkt auf die Jugend setzen. Die Suche nach Hauptsponsor geht weiter.

Ein Verein zwischen den Extremen: Fußball-Drittligist Spielvereinigung Unterhaching stand vor der Saison aus finanziellen Gründen bereits fast vor dem Aus und musste um die Lizenz bangen. Doch die Rettung gelang dank harter Einschnitte. Jetzt zählt das Team von Trainer Heiko Herrlich zu den Überraschungsmannschaften der Liga. In der Führungsetage ist sogar von einer Jahrhundertchance die Rede - trotz zuletzt zweier Niederlagen in Serie.

Trainer und ihr Weg zur ersten Chefstelle

Vor zwei Spieltagen hatte die Spielvereinigung noch die Möglichkeit auf die Tabellenführung. Doch die Partie gegen Werder Bremen II ging 0:2 verloren. Es folgte ein 1:2 gegen den VfB Stuttgart II und der Absturz auf Tabellenplatz zehn. “Natürlich kannte jeder vor dem Bremen-Spiel die Tabelle, vielleicht war der Druck zu hoch“, sagt Stürmer Mijo Tunjic. Der 23-Jährige ist einer der Erfolgsgaranten der jungen Mannschaft (Durchschnittsalter: 21,8), die vor Saisonbeginn als Abstiegskandidat gehandelt wurde. Er schoss in den ersten zehn Ligaspielen bereits sechs Tore - genau so viele, wie in der gesamten Vorsaison. Zudem traf er in der ersten Runde des DFB-Pokals beim 3:2-Sensationserfolg gegen Bundesligist SC Freiburg gleich zweimal.

Schwabl: “Wir hatten keine Wahl“

Der Klub hatte vor der Spielzeit zahlreiche Tiefschläge hinnehmen müssen. Nach dem Abstieg aus der zweiten Liga war der Trikotsponsor abgesprungen. Der Etat wurde um die Hälfte auf 1,3 Millionen gekürzt, fast 20 Spieler verließen den klammen Verein. Der Umbruch hatte eine Verjüngung der Mannschaft zur Folge. Es wurden Talente aus dem eigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft geholt und Jungspieler aus unteren Ligen verpflichtet: “Wir hatten keine andere Wahl“, sagt Sportdirektor Manfred Schwabl, der als Spieler für den FC Bayern und 1. FC Nürnberg aktiv war.

Der 45-Jährige sieht in dem Neuanfang mehr als eine Notlösung: “Der Verein hat jetzt eine Jahrhundertchance. Wir können das Fundament so stärken, dass das Haus nicht mehr zusammenbricht.“ Dabei sieht er eine Transferpolitik vor, die nicht auf fertige Spieler setzt: “90 bis 95 Prozent müssen wir selbst hervorbringen.“ Nur so habe der Verein, der 1999 erstmals in die Bundesliga aufstieg und zwei Jahre später wieder abstieg, auf Dauer auch finanziell eine Chance. Denn Unterhaching hat zwar die Lizenz für diese Saison erhalten, ist aber weiterhin auf der Suche nach einem Hauptsponsor.

Tunjic: “Ich will in den nächsten zwei, drei Jahren nach oben“

Auf zusätzliche Einnahmen wie die 250.000 Euro TV-Geld durch das Erreichen der zweiten DFB-Pokal-Runde ist der Klub angewiesen. Auch Spielerverkäufe sollen künftig als zusätzliche Einnahmequelle dienen, was die Arbeit von Trainer Heiko Herrlich erschweren dürfte. So sagt etwa Stürmer Tunjic: “Ich will in den nächsten zwei, drei Jahren nach oben - am liebsten mit Unterhaching.“ Doch der Absteiger gibt sich weiterhin bescheiden und bleibt beim Saisonziel Klassenerhalt. Auch in den nächsten Jahren will Schwabl den Aufstieg nicht als Ziel vorgeben: “Es darf kein Muss sein. Wenn etwas muss, dann geht es meistens nicht.“

Tunjic hat nur noch bis Saisonende Vertrag und könnte Begehrlichkeiten finanzstärkerer Klubs wecken. Doch noch arbeitet er in Unterhaching an seinen Zielen und betont: “Wir sind nur einen Punkt von Relegationsplatz drei entfernt.“

dapd

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