Fünf Roten Karten

„Straßenkampf“ bei PSG-Skandalspiel: Di Maria spuckt, Neymar schlägt - nach Abpfiff geht es weiter

Bayerns CL-Finalgegner Paris St. Germain erwischt in der Liga einen Fehlstart. Das Duell gegen Marseille gerät zu einer Farce. Auch nach dem Spiel schlagen die Wellen hoch.

  • Die Partie zwischen Paris St. Germain gegen Olympique Marseille in der Ligue 1 avancierte zum Skandalspiel.
  • PSG und Thomas Tuchel verloren erneut - und fünf Profis beider Teams kassierten in der Endphase die Rote Karte.
  • Rückkehrer Neymar stand hierbei im Mittelpunkt: Es geht um Rassismus, weitere Beleidigungen und Schläge.

Paris - Vor wenigen Wochen vergeigte Paris St. Germain die Chance auf den ersten Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte. Nun hat der französische Serienmeister auch den Start in die Ligue 1 komplett in den Sand gesetzt. Im zweiten Match gegen Olympique Marseille kassierte das Team von Thomas Tuchel die zweite Niederlage - und das, obwohl im Gegensatz zum Saisonauftakt auch Superstar Neymar mit von der Partie war.

Eskalation bei PSG-Spiel: Fünf Rote Karten in der Nachspielzeit - Neymar wird beleidigt und prügelt

Dieser war beim 0:1 nicht nur sportlich ein auffälliger Protagonist der eigentlich überzeugenden Hausherren - am Ende der Skandalpartie ist der Brasilianer auch noch vom Platz geflogen. In dem hitzigen Aufeinandertreffen voller Nickeligkeiten ereilte in der Schlussphase vier weitere (!) Akteure das Schicksal: Neymar, Lewin Kurzawa und Daniel Paredes (Gelb-Rot) von PSG, Jordan Amavi und Benedetto (Gelb-Rot) von OM. Doch was führte zu der Eskalation nach Ablauf der regulären Spielzeit?

Beim Skandalspiel Paris gegen Marseille flog Neymar (im Bild mit Payet) in der Nachspielzeit vom Platz.

Zum einen wäre da ein nicht gegebenes, reguläres Tor von Olympique in der 63. Minute zu nennen, als ein Treffer von Benedetto aberkannt wurde - und das, obwohl in der Entstehung Mitspieler Florian Thauvin nicht im Abseits stand, wie Kamerabilder zeigen. Schiedsrichter Jerome Brisard verweigerte das 2:0 und verärgerte die Gäste, die durch Thauvin in Minute 31 in Führung gingen.

Skandalspiel PSG gegen Marseille: Di Maria spuckt, Neymar schlägt - Wer hat angefangen?

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit folgte eine Aktion, die maßgeblich für den späteren Verlauf gewesen sein könnte: Im Vorbeigehen spuckte Angel di Maria, der wie viele Teamkollegen positiv auf Corona getestet wurde, dem Spanier Alvaro Gonzalez ins Gesicht. Es folgte eine Rudelbildung, zum Abkühlen ging es schließlich in die Kabinen. Gonzalez sollte am Ende des Spiels PSG gegen Marseille erneut die Opferrolle einnehmen, als er von Neymar attackiert wurde.

Was spielte sich dazwischen ab? Neymar war Stunden nach dem Abpfiff außer sich und postete nach der Heimpleite Anschuldigungen, dass er Opfer von Rassismus geworden sei. So habe Gonzalez die Bezeichnung „Affensohn einer Hure“ und weitere Beleidigungen fallen lassen. Bereits vor der Halbzeitpause habe sich Neymar bei Schiedsrichter Brisard über Gonzalez („Rassismus, nein?!“) beschwert.

Schließlich habe sich der Brasilianer zu einer Gewaltaktion hinreißen lassen: Er haute seinen spanischen Kontrahenten auf den Hinterkopf. Per Instagram schrieb Neymar nach der Partie: „Das einzige das ich bedauere ist, dass ich diesem A***loch nicht ins Gesicht geschlagen habe.“

Marseille gewinnt bei Paris St. Germain: Alvaro Gonzalez nimmt Stellung zu Rassismus-Vorwurf

Auf entsprechende Postings von Neymar reagierte sein Gegenspieler und postete unter anderem ein Foto von sich und dunkelhäutigen Teamkollegen mit der Bezeichnung „Familie“. „Es gib keinen Platz für Rassismus. Manchmal muss man lernen zu verlieren“, so der 30-Jährige von Olympique Marseille:

Sportdirektor Leonardo sendete mittlerweile einen Appell an die PSG-Profis und fordert mehr Disziplin: „Ich denke, die Mannschaft hat ein großartiges Spiel gemacht. Wenn es ein Boxkampf gewesen wäre, hätten wir gewonnen. Wir werden mit den Spielern reden“, so der Brasilianer. Natürlich ist auch Frankreichs Presse am Tag nach dem Skandalspiel in Paris außer sich: Das französische Blatt „Le Parisien“ sah einen „Straßenkampf“, das Fachblatt „L‘Equipe“ präsentierte einen Nachbericht, der sich las wie ein Asterix-Comic.

Corona-Ärger gibt es unterdessen im DFB-Pokal - wegen den Zuschauern. Droht in Dresden das nächste Debakel? Der ehemalige Bayern-Spieler Juan Bernat hat sich schwer verletzt. Trainer Tuchel ist „sehr traurig". (PF mit SID)

Rubriklistenbild: © FRANCK FIFE / AFP

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