Löw nimmt "viel Positives" aus Ungarn mit

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Budapest - Joachim Löw verbrachte vor der Rückreise ins Trainingscamp nach Südtirol eine entspannte und sorgenfreie Nacht in Budapest.

“Vieles“ hatte dem Bundestrainer beim 3:0 (1:0)-Sieg im vorletzten Testspiel vor der Fußball-Weltmeisterschaft gefallen, nur die mangelhafte Chancenverwertung in der ersten Spielhälfte ärgerte ihn. “Wir haben drei, vier oder fünf Riesenchancen vergeben“, rüffelte er seine junge Mannschaft, trotzdem zog er vor dem für Sonntagmorgen gebuchten Rückflug nach Italien ein erfreuliches Fazit: “Ich habe viel Positives gesehen.“

Elfmeterschütze Lukas Podolski (5. Minute) sowie die Stürmer Mario Gomez (69.) und Cacau (73.) sorgten vor rund 20 000 Zuschauern für den klaren Erfolg im Ferenc-Puskás-Stadion. “Der letzte Pass und vor allem der Abschluss müssen noch besser werden“, bestätigte Torschütze Cacau die Kritik des Trainers. Vor allem der Bremer Mesut Özil war gleich mehrfach frei stehend an Ungarns Keeper Gabor Kiraly (1860 München) gescheitert. Löw wollte den Sieg nicht überbewerten im Hinblick auf den Ernstfall in zwei Wochen gegen Australien. “Die WM wird etwas ganz anderes als dieses Spiel“, sagte der 50-Jährige.

Für ihn war wichtig, dass er auch ohne die geschonten Münchner Anführer Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger wichtige Fingerzeige bei der Findung seiner WM-Elf gewinnen konnte. Vor allem Sami Khedira imponierte Löw 45 Minuten lang als Vertreter von Michael Ballack im defensiven Mittelfeld. “Ich bin sicher, dass er eine sehr gute WM spielen kann. Er ist in der Lage, diese Position auszufüllen, auch anstelle von Michael Ballack.“ Zur Pause musste der Stuttgarter wegen muskulärer Probleme ausgewechselt werden. “Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagte Khedira selbst.

Löw ist froh, dass er ab Montag in Südtirol endlich mit dem kompletten WM-Kader trainieren und an den Feinschliff gehen kann. “Diesen Tag habe ich schon eine ganze Weile herbeigesehnt, dass endlich alle zusammen trainieren“, sagte der Bundestrainer. Die nächste schwere Entscheidung muss er spätestens am Dienstag treffen, wenn er seinen endgültigen 23-Mann-Kader für die WM benennen muss. “Wir werden uns im Trainerstab zusammensetzen und überlegen, wie die beste Zusammensetzung ist. Es können nur 23 Spieler mit, das wird wehtun für zwei Spieler“, sagte Löw zur schweren Auswahl 2 aus 25.

Der Hamburger Marcell Jansen, der nach seiner Fußverletzung erstmals 30 Minuten in einem ernsthaftem Wettkampf zum Einsatz kam, wackelt nach wie vor. Auch andere Spieler zittern noch. “Jetzt zu spekulieren, ist mir zu früh“, sagte Löw abwehrend. Der Chef der deutschen WM-Mission sah sich in seinem Kurs durch den Auftritt in Ungarn bestätigt, aber viel Arbeit unter anderem mit Sorgenkindern wie Miroslav Klose bleibt dennoch. “Wir müssen uns noch vermehrt einspielen“, sagte Löw. Das unerfahrene Team wird unberechenbar bleiben: “Wie die jungen Spieler in Extremsituationen reagieren bei einer Weltmeisterschaft, das ist nur schwer vorhersehbar.“

dpa

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