FIFA-Kongress in Zürich

Nordische Verbände fordern Infantino-Stellungnahme zu Katar

Gianni Infantino
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Soll sich zur WM 2022 in Katar erklären: FIFA-Präsident Gianni Infantino.

Zürich (dpa) - FIFA-Präsident Gianni Infantino ist weiterhin vom Erfolg der umstrittenen WM 2022 in Katar überzeugt.

Die Endrunde werde nicht nur die beste überhaupt, sondern auch dauerhaft für positive Veränderungen in dem Emirat und der gesamten Region sorgen, sagte Infantino während des FIFA-Kongresses, der online abgehalten wurde. Zuvor hatten sechs nordische Fußball-Verbände Infantino aufgefordert auf die Menschenrechtslage in Katar einzugehen.

Sie würden eine „offene Diskussionen“ über die Situation im WM-Gastgeberland begrüßen, schrieben die Verbände aus Dänemark, Norwegen, Finnland, Island, Schweden und Färöer, in deren Ländern zuletzt öffentlich Kritik an Katar laut geworden war. Infantino sagte, die FIFA sei offen für jede Diskussion. „Ich lade alle ein, zuerst die Fakten zu betrachten“, sagte der Schweizer. „Und sich dann eine Meinung zu bilden, ob der Fußball zu positiven Veränderungen beigetragen hat.“

Die Verbände hatten die FIFA zudem aufgefordert, sich für weitere Verbesserungen der Lage in dem Emirat einzusetzen sowie unter anderem Berichte über die Todes- und Verletztenzahlen unter den ausländischen Arbeitern auf mit der WM verbundenen Baustellen zu präsentieren.

Die WM, die vom 21. November bis 18. Dezember 2022 steigen soll, war 2010 an Katar vergeben worden. Das Emirat steht international immer wieder wegen der Ausbeutung von Gastarbeitern in der Kritik. Nach Recherchen des „Guardian“ sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als 6500 Arbeiter aus fünf asiatischen Ländern in Katar gestorben. Die dortige Regierung erklärte, dass sie in den vergangenen Jahren mit Reformen die Lage der Arbeiter deutlich verbessert habe. Mehrere Nationen hatten sich im März zum Start der WM-Qualifikation in Europa für Menschenrechte eingesetzt und mit Protestaktionen auf die Lage hingewiesen. Katars Regierungsmitglied Thamer Al Thani hatte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dagegen zuletzt auf „bedeutende Fortschritte“ in Katar verwiesen.

© dpa-infocom, dpa:210521-99-688660/3

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