Rund um die EM

Notizen von der Fußball-Europameisterschaft

Abergläubisch
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Ciro Immobile fürchtet sich vor bösen Omen: „Natürlich bin ich abergläubisch, ich komme aus Süditalien.“

Notizen von der Fußball-Europameisterschaft - gesammelt von der Deutschen Presse-Agentur.

Berlin - SINNVOLLES INVESTMENT: Jan Vertonghen war sechs Jahre alt, als sein Vater die niederschmetternde Diagnose Gehirntumor erhielt. Damals hatte sein Papa Paul auch einen ersten epileptischen Anfall. 14 Jahre später musste sich der heutige Rekordnationalspieler Belgiens von seinem Vater nach langem Kampf gegen den Krebs verabschieden. „Er war so ein wundervoller Kerl“, erinnerte sich Vertonghen einmal. Der 34 Jahre alte Verteidiger von Benfica Lissabon investiert sein Geld nun in eine Firma aus Gent, die in der Behandlung von Epilepsie forscht. Ein ehemaliger Mitschüler Vertonghens ist dort Vorstandschef.

BÖSES OMEN?: Ciro Immobile hatte ein Anliegen. „Schreibt nicht vom Duell Romelu Lukaku gegen Ciro Immobile“, bat der italienische Nationalstürmer vor dem EM-Viertelfinale gegen Belgien am Freitag die italienischen Journalisten. „Beim letzten Mal, als ihr das getan habt, hat er zwei Tore gegen mich geschossen“, ergänzte der Ex-Dortmunder schmunzelnd und erinnerte an das 3:1 von Inter Mailand gegen seinen Club Lazio Rom in der vergangenen Saison der Serie A, bei dem Stürmer Lukaku doppelt getroffen hatte. „Vermeiden wir das besser“, forderte der Neapolitaner Immobile, der bereits zuvor zugegeben hatte: „Natürlich bin ich abergläubisch, ich komme aus Süditalien.“

TEXT-PANNE: Während des EM-Spiels England gegen Deutschland ist dem niederländischen Fernsehen ein peinlicher Fehler unterlaufen. Beim Spielen der deutschen Nationalhymne hatte der TV-Sender NPO im Videotext für Hörgeschädigte versehentlich die erste Strophe „Deutschland, Deutschland über alles“ eingeblendet. Der Sender entschuldigte sich für den Fehler. Es handele sich um einen Irrtum. Die erste Strophe des Deutschlandliedes wird wegen der Assoziation mit dem Nazi-Regime nicht mehr gesungen. Stattdessen ist die dritte Strophe „Einigkeit und Recht und Freiheit“ der offizielle Text.

REISELUST: Der Schweizer Nationalstürmer Haris Seferovic kann bei der Fußball-Europameisterschaft auf die Unterstützung seiner beiden größten Fans bauen. Beziehungsweise drei. Ehefrau Amina und die zwei Jahre alte Tochter Inaya reisen der Nati bei ihrem sensationellen Siegeszug bei der EURO hinterher. Und das, obwohl Seferovic' Ehefrau schwanger ist. Auf die Frage, ob sie nicht eher Ruhe brauche, sagte Amina Seferovic dem „Blick“: „Naja, vor allem braucht man in einer Schwangerschaft das, was einem guttut. Ich bin ein sehr energetischer und ausdauernder Mensch. Während der ganzen Pandemie, waren wir quasi nur zuhause. Bisher konnten wir noch nicht wirklich etwas mit unserer Tochter unternehmen. Mir tuts gut, endlich mal raus zu kommen und etwas Besonderes mit Inaya zu erleben.“ Wenn sie sich weiterhin so gut fühle und beschwerdefrei bleibe, seien sie am Freitag auch in St. Petersburg. Dort findet das Viertelfinale gegen Spanien statt.

AB IN DEN URLAUB: Es war einmal die sogenannte Todesgruppe bei dieser EM: Weltmeister Frankreich, Titelverteidiger Portugal, Deutschland und Co-Gastgeber Ungarn. Die Ungarn schieden in Gruppe F schon in der Vorrunde aus, für die anderen drei Rivalen war im Achtelfinale Schluss. „Wir sehen uns am Strand“, schrieb Ungarns Nationaltrainer Marco Rossi in den Sozialen Netzwerken zu einem Bild, das ihn, Cristiano Ronaldo, Manuel Neuer und Kylian Mbappé mit Reisegepäck vor einer Urlaubskulisse zeigt.

KLASSIKER MIT PS: Spanien gegen Frankreich - es hat nicht sollen sein bei dieser EM. Die Spanier stehen im Viertelfinale gegen Frankreich-Bezwinger Schweiz. Was aber nicht heißen muss, dass das Duell nicht anderweitig stattfinden könnte. Zum Beispiel in Österreich. In der Steiermark, wo derzeit die Formel 1 weilt zwischen den beiden Grand Prix in Spielberg. Also traten kurzerhand der Spanier Fernando Alonso und der Franzose Esteban Ocon - Teamkollegen bei Alpine - an der Spielkonsole gegeneinander an. „Glücklich damit“, schrieb Alonso freudig grinsend. Spanien gewann mit 4:0. Doch Ocon konterte beim Duell Real Madrid gegen Paris Saint-Germain und siegte 5:4 mit PSG. „Sehr viel Glücklicher damit“, schrieb er dazu.

SPANISCHE DAUMEN HOCH FÜR TOKIO: Die Arme auf den Schultern des Mitspielers, aber natürlich mit Mund-Nasen-Schutz posierten sechs spanische Fußballer in St. Petersburg. Aber warum nur sechs? Kleinfeld-Turnier? Nein, es sind die Spieler der spanischen Nationalmannschaft, denen noch einige Fußball-Wochen bevorstehen. Darunter auch Dani Olmo von RB Leipzig. „Olympia-Posing aus Russland“, steht in großen Buchstaben unter insgesamt zwei Fotos. Das Sextett gehört sowohl zum Kader der Spanier bei der EM als auch zum Kader der Spanier für die Spiele in Tokio.

DAUMEN RUNTER FÜR BARCELONA-BITTE: Zu den sechs spanischen Fußball-Profis, die sowohl die EM als auch bei Olympia spielen und spielen sollen, zählt auch der gerade mal 18 Jahre alte Pedri. Gegen die Dauerbelastung des Teenagers hat sein Verein aber Medienberichten zufolge Einwände. Entsprechend soll sich der FC Barcelona an den spanischen Verband gewandt haben. Den spanischen Medien zufolge soll der Verband diese Bitte am Mittwoch aber abgelehnt haben.

SO WIE 1996? Die Tschechen holten 1996 sensationell EM-Silber. Erst Oliver Bierhoff mit einem Doppelpack samt Golden Goal für Deutschland zerstörte im Finale den Traum vom ganz großen Coup. Kann die aktuelle Mannschaft um Kapitän Vladimir Darida von Hertha BSC so wie vor 25 Jahren überraschen? „Es ist immer gut für uns, wenn wir als Außenseiter in ein Turnier gehen, das kommt uns entgegen“, sagte der frühere Nationalverteidiger Lubos Kubik „iSport.cz“. Für das 96er Teammitglied steht vor dem Viertelfinale gegen Dänemark am Samstag in Baku fest: „Ich glaube, dass es die Jungs packen.“ dpa

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