Nasenbeinbruch

BVB-Probleme: Klopp sauer, Sahin verletzt

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Nuri Sahin darf aufgrund eines Nasenbeinbruchs kurzzeitig nicht am Training teilnehmen.

La Manga - Die gute Stimmung im Trainingslager von Borussia Dortmund hat nach deutlicher Kritik von Trainer Jürgen Klopp, der Verletzung von Nuri Sahin und Erkrankung von Ilkay Gündigan einige Dämpfer erfahren.

Trainer Jürgen Klopp ist sauer, Nuri Sahin verletzt und der erkrankte Ilkay Gündogan trat sogar vorzeitig die Heimreise an - es läuft auch im neuen Jahr nicht rund bei Borussia Dortmund. Nach dem knappen 2:1 am Dienstagabend gegen den VfL Bochum im Trainingslager im spanischen La Manga machte Klopp seinem Unmut über die Vorstellung seiner Profis Luft. „Das war gar nichts“, wetterte er. Besonders in der ersten Halbzeit hatte er einen Fußball gesehen, „der weit entfernt von dem ist, was wir uns vorstellen“.

Die hohe Belastung in der Vorbereitung auf die Bundesliga-Rückrunde ließ er nur bedingt gelten: „Da ist einiges so gewesen wie es auf keinen Fall aussehen soll. Wenn Dinge schlecht sind, muss man das auch sagen. Und das war schlecht. Das Ding in der ersten Halbzeit einfach so vorbeigehen lassen und nicht zu besprechen, würde gegen meine Natur gehen.“ Das war ein eindeutiger Hinweis an seinen Kader.

Doch damit nicht genug der Probleme: Am Mittwochvormittag trat zunächst Ilkay Gündogan wegen einer hartnäckigen Bronchitis, wegen der er sein Aufbautraining nach langwierigen Rückenbeschwerden unterbrechen musste, die Heimreise an. Klopp sah keinen Sinn darin, ihn noch weiter in Spanien zu behalten und setzte auf eine schnelle Genesung daheim.

Als Gündogan im Flugzeug in Richtung Dortmund saß, beendete Sahin vorzeitig das Training. Mit einer blutenden Nase und zwei Wattepropfen in den beiden Nasenlöchern schlich der türkische Nationalspieler vom Platz. Der Mannschaftsarzt diagnostizierte spontan einen Bruch und richtete das Nasenbein. Frühestens am Donnerstagnachmittag soll Sahin - vermutlich mit einer Maske - wieder ins Training zurückkehren.

Die Ausraster des Jürgen Klopp - eine Chronologie

Der Ausbruch vom Spiel in Neapel am 18.9.2013 war nicht der erste Ausraster von Jürgen Klopp. Allein von den Geldstrafen, die der Trainer des deutschen Fußball-Vizemeisters Borussia Dortmund in seiner Karriere zahlen musste, hätte er sich ein Luxusauto kaufen können. Wir haben eine Chronologie seiner Ausraster (die Bilder sind weitgehend Symbolfotos). © dpa
5. Dezember 2004: Während der Begegegnung des FSV Mainz 05 beim 1. FC Kaiserslautern (0:2) äußert sich Klopp unsportlich gegenüber dem Schiedsrichter-Gespann. Dafür muss er 2500 Euro zahlen. © dpa
18. März 2007: Als Trainer des FSV Mainz 05 ruft Klopp im Spiel bei Werder Bremen (0:2) „Du Idiot“ in Richtung des Schiedsrichters Thorsten Kinhöfer. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verurteilt Klopp wegen unsportlichen Verhaltens zu 12.500 Euro Geldstrafe. © dpa
8. November 2008: Nach einer 1:2-Niederlage beim Hamburger SV läuft der BVB-Trainer wütend aufs Spielfeld zu Schiedsrichter Jochen Drees und dessen Assistenten. Er geht die Unparteiischen auch noch in der Schiedsrichter-Kabine verbal an. Die Folge: 12.000 Euro Strafe. © dpa
17. Januar 2010: Beim Spiel der Dortmunder beim 1. FC Köln (3:2) verlässt Klopp mehrfach die Coachingzone und wird auf die Tribüne verbannt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verhängt 5000 Euro Strafe für Klopp. © dpa
12. November 2010: Nach einem Foul von Ze Roberto an Mario Götze im Spiel gegen den Hamburger SV (2:0) rennt Klopp auf den vierten Offiziellen Stefan Trautmann zu und drückt ihm seine Mütze ins Gesicht. 10.000 Euro muss der BVB-Trainer zahlen. „Das war nicht in Ordnung“, gibt Klopp zu und entschuldigt sich bei Trautmann. © dpa
25. September 2012: Im Bundesligaspiel bei Eintracht Frankfurt (3:3) stürmt Klopp in der Nachspielzeit zum vierten Offiziellen Guido Kleve und schreit diesen an. Daraufhin wird er aus dem Innenraum verwiesen. „Das Gesicht sah nicht gut aus“, sagte Klopp im Anschluss. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verurteilt ihn zu 6000 Euro Geldstrafe. © dpa
18. September 2013: Im Champions-League-Spiel beim SSC Neapel (1: 2) wird Klopp von Schiedsrichter Pedro Proenca nach 30 Minuten auf die Tribüne geschickt. Zuvor hatte der Dortmunder Trainer dem vierten Offiziellen aus nächster Nähe ins Gesicht geschrien. Hinterher gibt sich Klopp mal wieder reumütig: „Ich mach da draußen “nen Affen, das geht nicht. Ich bin über das Ziel hinausgeschossen, das war völlig doof.„ © dpa

Doch von einem schlechten Omen mit Blick auf ihren Rückrundenstart am 25. Januar im Heimspiel gegen den FC Augsburg wollen die Borussen derzeit nichts wissen, zumal sich die Oberschenkel-Verletzung von Sven Bender aus dem Testspiel gegen Bochum als nicht so schwerwiegend herausgestellt hat. Der Nationalspieler konnte am Mittwoch zumindest ein individuelles Programm absolvieren.

Gündogan hat hingegen seit August kein Spiel mehr bestritten und deshalb in den vergangenen Wochen mehr durch das Interesse einiger europäischer Spitzenklubs wie Real Madrid für Schlagzeilen gesorgt. In einem Interview in der Sport Bild sagte der 23-Jährige zu den Verhandlungen mit dem BVB um eine vorzeitige Vertragsverlängerung über 2015 hinaus: „Ich werde bald eine Entscheidung treffen, die gut überlegt sein wird. Noch ist wirklich alles offen.“

Gündogan betonte, dass „meine Priorität auf meiner schnellen Genesung liegt“. Er versuche, „gesund zu werden und meine Leistung auf dem Platz zu bringen. Das ist wichtig und hat oberste Priorität für den BVB und für mich“. Deshalb würde er sich mit dem Interesse einiger Klubs an seiner Person nicht beschäftigen.

Ziel bleibe mit dem BVB Tabellenplatz zwei in der Bundesliga und seine Teilnahme an der WM im Sommer in Brasilien: „Ich habe ein gutes Gefühl. Wenn ich wieder spiele, komme ich bald auf mein Leistungsniveau und hoffe auf eine Nominierung. Ich bin selbstbewusst genug, um zu sagen, dass ich um einen WM-Stammplatz kämpfen werde.“ Klopp dürfte dies mit Genugtuung zur Kenntnis genommen haben.

sid

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