Oenning: „Das wird ein Hauen und Stechen!“

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Trainer Michael Oenning vom 1. FC Nürnberg.

Nürnberg - Der Club bläst zur Aufholjagd. Nach sechs Spielen ohne Pleite ist die Tabellenspitze sichtbar. Auch die vier Siege aus fünf Tests stimmen positiv.

Die Rückrunde wird zur Mission Aufstieg – aber „ohne Gewähr“, wie der Trainer im tz-Interview sagt.

Wie ist Ihr Gesamteindruck nach dem letzten Testspiel?

Oenning:Nach vier Siegen in fünf Spielen natürlich positiv. Wir versuchen, schnell nach vorne und geradlinig zu spielen. Die Mannschaft hat eine unglaublich große Spielfreude!

Servus und au revoir, Willy Sagnol

Servus und au revoir, Willy Sagnol © 
Bye-bye, Willy! Nach achteinhalb Jahren beim FC Bayern beendet der Franzose auf Grund einer hartnäckigen Achillessehnenverletzung seine Karriere. Verfolgen Sie hier nochmal seine große Karriere beim FC Bayern in Bildern. © dpa

Ist der Kader zum Rückrunden-Start jetzt so, wie Sie sich das vorstellen?

Oenning:Wir wissen noch nicht, ob Angelos Charisteas bleibt. Sollte er uns verlassen, müssen wir uns da natürlich auch noch einmal verändern. Wir warten ab, was vom FC Fulham kommt.

Wie groß ist der Druck, der auf Ihnen lastet?

Oenning:Der Druck ist unverändert. Wir sind von vornherein mit dem Ziel angetreten, so schnell wie möglich in die erste Liga zu kommen. Im Moment ist das eher positiver Druck: Wir merken, dass wir etwas bewegen können. Das lässt sich dann immer ein bisschen leichter aushalten…

Nach Ihrem Amtsantritt lief es zuerst holprig. Hatten Sie sich das so schwierig vorgestellt?

Oenning:Sicherlich. Ich habe es ja von Anfang an gesagt – und zwar klar und deutlich –, dass man Geduld haben muss. Es wird noch ein langer Weg. Aber wir werden alles versuchen, dass wir es schaffen. Die Gewähr dafür haben wir nicht. Viele Mannschaften haben dasselbe Ziel. Das wird ein Hauen und Stechen bis zum Ende.

Vom Co- zum Chef-Trainer – was war dabei die größte Umstellung?

Oenning:Dass letztendlich alle Entscheidungen bei mir liegen – und das in allen Bereichen. Aber daran gewöhnt man sich relativ schnell.

Haben Sie es zu irgendeinem Zeitpunkt bereut, den Job angenommen zu haben?

Oenning:Nein, nie. Ich wusste, worauf ich mich einlasse. Das ist mein Beruf, und den mache ich schon länger. Schlechte Phasen gehören dazu.

Am Anfang haben Sie den Stempel des intellektuellen Nobodys aufgedrückt bekommen. Wie sehr trifft das mit dem Nobody jetzt noch auf Sie zu?

Oenning:Das liegt im Auge des Betrachters. Ich bin schon lange genug im Fußball unterwegs. Es hilft nicht, wenn mich die Leute kennen – dabei kommt nichts heraus.

Wie finden Sie dieses Image des Intellektuellen?

Oenning:Das kommt von außen. Damit muss ich leben. Ich pflege das nicht, sondern versuche einfach, authentisch zu sein. Wenn jemand meint, dass das nach „intellektuell“ riecht, dann muss ich das so akzeptieren.

Na ja, lieber intellektuell als primitiv, oder?

Oenning:So ist es. Trotz allem, das ändert nichts.

Wie kommentiert Ihr alter Weggefährte Marcel Reif Ihre Entwicklung und die des Clubs?

Oenning:Zumindest interessiert er sich dafür und sieht sich unsere Spiele an. Das hat er früher wohl nicht getan. Er hat also einen Entwicklungsschritt gemacht. Jetzt kennt er sich auch in der 2. Liga aus.

Redet er Ihnen rein?

Oenning:Wir tauschen uns regelmäßig aus, aber da geht es mehr um mich als um taktische Dinge. Es ist ganz gut, eine Rückmeldung zu bekommen.

Was steht der frühzeitigen Vertragsverlängerung noch entgegen?

Oenning:Ich weiß nicht, ob das frühzeitig ist. Mein Vertrag läuft am 30. 6. aus! Bis jetzt habe ich mit dem Verein noch nicht gesprochen. Wenn es dann zu ernsthaften Gesprächen kommt, werden wir uns austauschen, und sehen, ob das zusammenpasst.

Interview: Tobias Kimmel

Quelle: tz

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