Österreich-Trainer: "Müssen den Respekt in der Kabine lassen"

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Trotz der Überlegenheit der Deutschen auf dem Papier spricht der Trainer der Österreicher, Dietmar Constantini, seinen Spielern Mut zu.

Wien - Drei Tage vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen den Erzrivalen hat sich der große Außenseiter Österreich selbst Mut zugesprochen.

“Wir werden alles dafür tun, damit wir am Freitag eine Sensation schaffen“, versprach Fußball-Nationaltrainer Dietmar Constantini in der Zeitung “Österreich“ (Dienstag) kurz vor dem Aufeinandertreffen im Wiener Ernst-Happel-Stadion.

Der letzte Sieg Österreichs gegen den Nachbarn liegt bereits ein Vierteljahrhundert zurück: ein 4:1 im Jahr 1986. Normalerweise habe er vor jedem Gegner Respekt - doch im Duell mit dem Tabellenführer gelte vor allem ein Motto: “Wir müssen den Respekt in der Kabine lassen und mutig sein.“ Dass es gegen die DFB-Elf nicht einfach werde, sei dem 56-Jährigen klar. Trotzdem: “Ich bin überzeugt, dass wir den Deutschen Nadelstiche versetzen können.“

Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Jogi Löw

30.07.2004: Zum 40. Geburtstag schenkt der DFB Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Verpflichtung seines Favoriten Joachim Löw als Co-Trainer. Die “Schwaben-Connection“ ist perfekt. “Er ist für mich alles andere als ein Hütchenaufsteller“, sagt Klinsmann über Löw. © Getty
12.07.2006: Nach dem Rücktritt des “ausgebrannten“ Klinsmann wird Löw zum Chef der Nationalelf befördert. Der 46-Jährige bekommt einen Zweijahresvertrag und sagt: “Wir wollen Europameister 2008 werden.“ © Getty
16.08.2006: Löws Bundestrainer-Premiere wird in Gelsenkirchen zum rauschenden Fest - 3:0-Sieg beim Test gegen Schweden. © Getty
06.09.2006: Der höchste Sieg in der Amtszeit von Löw: 13:0 gegen Fußball-Zwerg San Marino vor nur 5019 Zuschauern in Serravalle. © Getty
28.03.2007: Erste, unbedeutende Niederlage im 9. Spiel: 0:1 gegen Dänemark beim Debütanten-Ball mit sechs DFB-Neulingen in Duisburg. © Getty
13.10.2007: Schon im viertletzten Qualifikationsspiel löst Löw mit einem 0:0 in Irland das Ticket für die EM 2008. © Getty
16.05.2008: Bei der Nominierung des EM-Kaders auf der Zugspitze sorgt Löw für Paukenschläge. Er bootet im Tor Timo Hildebrand aus, holt dafür René Adler und beruft 26 Akteure. Marko Marin, Jermaine Jones und Patrick Helmes schickt er nach der Vorbereitung nach Hause. © Getty
16.06.2008: Beim 1:0 im Vorrunden-Finale gegen Österreich wird Löw auf die Tribüne verwiesen. Ballacks Freistoß-Tor bejubelt er dort. © Getty
29.06.2008: Geplatzter Titeltraum. Spanien gewinnt durch ein Tor von Torres das EM-Finale in Wien mit 1:0. “Man muss die Qualität der Spanier anerkennen“, erklärt Löw als fairer Verlierer. © Getty
08.08.2009: Löw startet den Umbruch. 40 Tage nach dem verlorenen EM-Finale beendet Torhüter Jens Lehmann seine Länderspiel-Karriere. © Getty
11.10.2008: Deutschland siegt 2:1 im WM-Quali-Gipfel gegen Russland. Reservist Kevin Kuranyi flüchtet zur Halbzeit aus dem Stadion in Dortmund. Am Tag danach verbannt Löw den Schalker aus dem DFB-Team. © Getty
31.10.2008: Löw und Ballack schließen nach einem Streit Frieden. Der Kapitän hatte den Führungsstil des Bundestrainers kritisiert und sich für seinen Kumpel Frings stark gemacht. “Dafür habe ich mich bei Joachim Löw entschuldigt“, sagt Ballack. Der Kapitän darf bleiben. © Getty
10.10.2009: Trotz Platzverweis für Debütant Jérome Boateng gewinnt die DFB-Elf das “Endspiel“ in Moskau gegen Russland dank Klose 1:0. Das WM-Ticket ist gelöst, Löw lobt das “Sieger-Gen“ der Spieler. © Getty
10.11.2009: Der Selbstmord von Torhüter Robert Enke versetzt die Nationalelf in einen Schockzustand. Das geplante Länderspiel gegen Chile in Köln wird abgesagt. “Ich denke, wir hätten Robert nicht von seinem Vorhaben abbringen können“, sagt Löw nach Tagen der Trauer. © Getty
17.12.2009: Auf einer Israel-Reise verkündet DFB-Chef Zwanziger einen Handschlag-Vertrag mit Löw bis zur Europameisterschaft 2012 - selbst der Bundestrainer wird davon überrascht. © Getty
04.02.2010: Der Handschlag-Vertrag ist null und nichtig. Der DFB lehnt Löws und Bierhoffs Forderungen ab. Es kommt zum Zerwürfnis. © Getty
09.02.2010: Eiszeit beendet - in Frankfurt schließen Löw, Zwanziger & Co. WM-Frieden. “Was sind wir Hornochsen“, sagt Generalsekretär Wolfgang Niersbach nach dem schädlichen öffentlichen Streit. © Getty
06.05.2010: Löw beruft 27 Akteure in den vorläufigen WM-Kader und überrascht mit den beiden Länderspiel-Neulingen Badstuber und Aogo. Als dritter Torwart darf nach Adlers Verletzung Jörg Butt mit. © Getty
17.05.2010: Das Ballack-Aus für die WM. “Wir waren geschockt, keine Frage“, sagt Löw. Der Kapitän fällt wegen einer Fußverletzung aus. © Getty
28.05.2010: Löw ernennt Philipp Lahm zum WM-Kapitän und Manuel Neuer zur Nummer 1. Tim Wiese ist der Verlierer im Torhüter-Duell. © Getty
13.06.2010: 4:0 - ein WM-Traumstart gegen Australien. Es folgen ein 0:1 gegen Serbien und ein 1:0 gegen Ghana. Dann die Höhepunkte: Im Achtelfinale 4:1 gegen England, danach 4:0 gegen Argentinien. © Getty
07.07.2010: Löw ist “traurig und enttäuscht“. Wieder ein 0:1 gegen Spanien, im Halbfinale platzt der Traum vom 4. deutschen WM-Titel. © Getty
10.07.2010: Bronzenes Ende: 3:2 im Spiel um Platz 3 gegen Uruguay. © Getty
20.07.2010: Neun Tage nach dem WM-Abpfiff verlängern Löw, Manager Bierhoff, Co-Trainer Flick und Torwart-Coach Köpke ihre Verträge. © Getty
03.09.2010: Mit einem 1:0-Sieg in Belgien gelingt der Start in die Qualifikation für die EM 2012. Es folgen drei weitere Siege gegen Aserbaidschan (6:1), Türkei (3:0) und in Kasachstan (3:0). Damit liegt Deutschland als Tabellenführer klar auf EM-Kurs. © Getty
15.03.2011: Der DFB verlängert vorzeitig die Verträge mit Cheftrainer Löw, Manager Bierhoff, Co-Trainer Flick und Torwartcoach Köpke vorzeitig um zwei Jahre bis zur WM 2014 in Brasilien. © Getty
11.10.2011: Die deutsche Nationalmannschaft qualifiziert sich unter Bundestrainer Jogi Löw mit zehn Siegen in zehn Spielen für die EM 2012 in Polen und der Ukraine. So etwas hatte zuvor noch kein deutsches Team geschafft. © dpa

Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger von Austria Wien geht noch weiter als sein Chef: “Wir wollen den Deutschen ein Haxerl stellen. Davon träumt jeder österreichische Fußballer“, kündigte er bereits am Montag im Trainingslager im burgenländischen Bad Tatzmannsdorf an.

Bei so viel Nachbarschaftsrivalität steht auch die minimale Hoffnung des Vierten in der Qualifikationsgruppe A auf die Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine hinten an. “Derzeit denken wir überhaupt nicht über unsere Chancen in der EM-Qualifikation nach - wir leben nur für die beiden Partien gegen Deutschland“, sagte Mittelfeldspieler Paul Scharner der Zeitung “Österreich“.

Der Defensiv-Allrounder von West Bromwich Albion aus der englischen Premier League spielt am Freitag wahrscheinlich in der Innenverteidigung, weil Aleksander Dragovic mit Fieber ausfällt. Constantini könnte auf ein 4-4-2-System mit Martin Harnik (VfB Stuttgart) und Marc Janko (Twente Enschede) als Stürmerduo setzen.

Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten

Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Uwe Seeler, Debüt am 16.10.1954 mit 17 Jahren und 11 Monaten, gegen Frankreich (1:3), insgesamt 72 Länderspiele © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Mario Götze, Debüt am 17.11.2010 mit 18 Jahren und 5 Monaten gegen Schweden (0:0). Noch aktiv. © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Olaf Thon am 16.12.1984 mit 18 Jahren und sieben Monaten gegen Malta (3:2), insgesamt 52 Länderspiele. © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Lukas Podolski am 06.06.2004 mit 19 Jahren gegen Ungarn (0:2). Noch aktiv. © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Karl-Heinz Schnellinger am 02.04.1958 mit 19 Jahren gegen die CSSR (2:3), insgesamt 47 Länderspiele. © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Helmut Haller am 24.09.1958 mit 19 Jahren und zwei Monaten gegen Dänemark (1:1), insgesamt 33 Länderspiele. Vier Jahre zuvor gab Klaus Stürmer am 16.10.1954 mit 19 Jahren und zwei Monaten sein Debüt gegen Frankreich (1:3), insgesamt zwei Länderspiele - hier die WM-Elf von 1954 aus dem gleichen Jahr. © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Lothar Matthäus am 14.06.1980 mit 19 Jahren und zwei Monaten gegen die Niederlande (3:2), insgesamt 150 Länderspiele  © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Marko Marin am 27.05.2008 mit 19 Jahren und zwei Monaten gegen Weißrussland (2:2), noch aktiv. © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Ludwig Kögl am 15.06.1985 mit 19 Jahren und drei Monaten gegen Mexiko (0:2), insgesamt zwei Länderspiele (Kögl ist hier bei einem Altstars-Spiel zwischen dem FC Bayern und Real Madrid zu sehen). © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Bernd Schuster, Debüt am 22.05.1979 mit 19 Jahren und fünf Monaten gegen Irland (3:1), insgesamt 21 Länderspiele. © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Karlheinz Förster, Debüt am 05.04.1978 mit 19 Jahren und acht Monaten gegen Brasilien (0:1), insgesamt 81 Länderspiele. © dpa

Für die Mittelfeldspieler Baumgartlinger und Zlatko Junuzovic (Austria Wien) wird das Spielfeld zur besonderen Probebühne: An Baumgartlinger soll der 1. FC Nürnberg Interesse haben, mit Junuzovic liebäugeln angeblich Hannover, Bremen und Wolfsburg. Er könnte mit allen drei Clubs gut leben, aber Interessierte müssten sich zuerst an die Austria wenden, sagte Junuzovic der Zeitung “Kurier“ (Dienstag): “Es ist nervenaufreibend, weil du die ganze Zeit über einen Transfer nachdenkst. Es ist schwer, abzuschalten.“

dpa

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