Dortmund besiegt "Fluch von Berlin" - Triumph für Tuchel

Dortmund besiegt "Fluch von Berlin" - Triumph für Tuchel

Der Fußball versucht, zur Normalität zurückzukehren

"Wir wollen ein Zeichen setzen für unsere Werte"

München - Seit Montag gleicht die idyllische Herberge der Nationalmannschaft in Barsinghausen einer Festung. Der Fußball versucht die Rückkehr zur Normalität.

Ruhige Lage, tolle Sportplätze, entspannte Wellnessoase – eigentlich ist das Sporthotel Fuchsbachtal wie gemacht für die deutsche Nationalmannschaft. Doch seit Montag gleicht die idyllische Herberge in Barsinghausen einer Festung. Schon die Straße zur Einfahrt des Teamhotels ist gesperrt, die Polizei hat alles abgeriegelt. Selbst der Waldweg neben dem Hotel ist Tabuzone, Spaziergänger mussten mit ihren Hunden wieder umkehren. Nach den schrecklichen Ereignissen in Paris ist die Sorge um das DFB-Team groß, ebenso wie die Sicherheitsvorkehrungen. Rund sieben Kilometer vom Fuchsbachtal entfernt sicherten Montag Mittag bewaffnete Polizisten das Rittergut Eckerde, als Joachim Löw und Oliver Bierhoff zur Pressekonferenz vor dem Spiel am Dienstag Abend (20.45 Uhr, ZDF) gegen die Niederlande erscheinen. Der Sport steht dabei längst nicht mehr im Vordergrund, es geht um viel mehr. Es geht um uns, um unsere Werte, um unsere Lebensweise.

„Dieses Spiel ist ein klares Symbol für die Freiheit und für die Demokratie. Es ist eine Botschaft aus Verbundenheit, Mitgefühl, Trauer und Solidarität für unsere französischen Freunde“, versprach der Bundestrainer, der auch drei Tage nach dem Anschlag noch sichtlich bewegt war. Bierhoff pflichtete ihm bei: „Wir wollen ein klares Zeichen setzen und zeigen, dass wir für unsere Werte, Kultur und Freiheit eintreten wollen.“ Dass diese Situation für die Verantwortlichen und auch für die Spieler alles andere als leicht sei, machten Löws Worte am Montag noch einmal deutlich. „Am Morgen danach hatte ich das Gefühl, dass dieses Spiel nicht stattfinden kann und stattfinden soll“, gab der 55-Jährige zu, doch nach vielen Gesprächen sei am Sonntag „für alle klar gewesen, dass das Spiel stattfinden soll und muss“. Bierhoff gab derweil Einblick in die Gedanken der Mannschaft, die sich nicht groß von denen Löws unterschieden hatten. „Die Spieler konnten zunächst überhaupt nicht daran denken, Dienstag schon wieder zu spielen. Deshalb war es gut, eine Nacht darüber zu schlafen. Natürlich hat sich auch die Mannschaft überlegt: Welches Zeichen können wir setzen? Wir wissen, dass wir eine gewisse Funktion haben, und das wissen die Spieler auch. Das habe ich in den Gesprächen mit ihnen gemerkt.“

Nicht nur der DFB, auch die Politik will am Dienstag Abend ihre Verbundenheit zu den Franzosen demonstrieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird im Stadion sein, Vizekanzler Sigmar Gabriel und einige Bundesminister ebenfalls. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden noch mal verschärft, Löw versicherte, man habe „keine Sorgen. Es wird alles getan, um die Sicherheit zu garantieren.“ Deshalb wurde auch das Sporthotel vor der Ankunft der Spieler am Montag noch einmal von Polizisten mit Spürhunden durchsucht.

Sven Westerschulze

Rubriklistenbild: © AFP

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

So sehen Sie Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund heute live im Free-TV und Live-Stream
So sehen Sie Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund heute live im Free-TV und Live-Stream
So sehen Sie die Bundesliga-Konferenz heute live
So sehen Sie die Bundesliga-Konferenz heute live
Frauen statt Fußball: Profi will lieber Pornostar werden
Frauen statt Fußball: Profi will lieber Pornostar werden
HSV forderte VfL: So endete die Partie Hamburger SV gegen Wolfsburg
HSV forderte VfL: So endete die Partie Hamburger SV gegen Wolfsburg

Kommentare