Französischer Top-Fußballverein

Olympique Marseille: Gründung, Erfolge, Stadion – alle Infos zum Ligue-1-Klub

André Villas-Boas (M), neuer Trainer von Olympique Marseille, hält ein Trikot zwischen Jacques-Henri Eyraud (r), Präsident von Olympique Marseille, und Andoni Zubizarreta, Sportdirektor von Olympique Marseille, bei einer Pressekonferenz
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André Villas-Boas (Mitte) als neuer Trainer von Olympique Marseille, 29.05.2019

Olympique Marseille hat eine interessante Vergangenheit

Olympique de Marseille (kurz: Olympique Marseille oder OM) ist ein französischer Top-Fußballverein mit Sitz in Marseille. Der Klub spielt in der Ligue 1 und hat bislang zahlreiche wichtige Titel gewonnen. In der Vergangenheit war der Verein in einige Skandale verwickelt, trotzdem gehört er zu den beliebtesten und erfolgreichsten Fußballvereinen Frankreichs.

Olympique Marseille: Die Vereinshistorie   

Olympique Marseille wurde am 31.08.1899 von dem Franzosen René Dufaure de Montmirail (*08.02.1876, †09.02.1917) gegründet. Der Klub ist eines von 20 Gründungsmitgliedern der 1932 entstandenen Profiliga Division 1, seit 2002 als Ligue 1 bekannt. In den 20er Jahren gewann der Verein zahlreiche Turniere, der erste französische Meistertitel gelang 1937. Zwei Vizemeisterschaften vor dem zweiten Weltkrieg und ein weiterer Titelgewinn danach konnten den Klub 1959 jedoch nicht vor dem Abstieg aus der Division 1 bewahren. Der erneute Aufstieg erfolgte 1966 und erst Ende der 80er Jahre hatte sich Olympique Marseille wieder als Top-Klub etabliert.

Mit Rudi Völler (*13.04.1960) im Team gewann der Klub 1993 den Europapokal. Kurz darauf wurde Olympique Marseille in eine Bestechungsaffäre verwickelt. Es folgte die Aberkennung des Meistertitels und die Zurückstufung in die Zweite Liga. Durch den Skandal und hohe Schulden drohte dem Klub der Ruin. Erst Ende der 90er Jahre erholte sich der Verein unter der Leitung von Adidas CEO Robert Louis-Dreyfus (*14.06.1945, †04.07.2009).

Olympique Marseille – Vereinserfolge national und international

Mitte 2006 wurde Olympique Marseille in einen weiteren Skandal verwickelt. Dieses Mal ging es unter anderem um illegale Transaktionen bei der Spieler-Vermittlung und nicht gezahlte Sozialabgaben aus vergangenen Jahren. Ein paar Monate zuvor hatte Jean-Jaques Eydelie (*03.02.1966) in einem Interview zugegeben, dass vor dem Champions-League-Endspiel gegen den AC Mailand sämtliche Spieler, mit Ausnahme von Rudi Völler, eine Injektion mit fraglichem Inhalt erhalten hatten. Trotz der Negativschlagzeilen gehört Olympique Marseille zu den beliebtesten französischen Fußballvereinen und kann zahlreiche sportliche Erfolge verbuchen:

  • Zwölf französische Vizemeistertitel
  • Zehn Siege beim französischen Pokal
  • Neun französische Meistertitel
  • Drei Siege beim französischen Ligapokal
  • Ein Sieg beim französischen Coupe Drago
  • Ein Sieg in der UEFA-Champions-League
  • Ein Sieg beim UEFA-Intertoto-Cup

Olympique Marseille – Wissenswertes über das Vereinsstadion

Das Orange Vélodrome ist die Heimat von Olympique Marseille. Es wurde 1937 als Stade Vélodrome eröffnet und gehört der Stadt Marseille. Zum damaligen Zeitpunkt war das Spielfeld noch von einer Radrennbahn umgeben, wodurch das Stadion seinen Namen erhielt. Die Radrennbahn verschwand erst im Rahmen einer umfassenden Renovierung für die anstehende Weltmeisterschaft 1998. Für die Fußball-Europameisterschaft 2016 wurde die gesamte Anlage von 2011 bis 2014 bei laufendem Spielbetrieb für 267 Millionen Euro erneut umgebaut und erweitert. Heute bietet das Stadion Platz für 67.394 Zuschauer und ist damit das größte Vereinsstadion in Frankreich.

Aufgrund eines Sponsoring-Vertrages mit dem französischen Telekommunikationsunternehmen Orange erhielt das Stadion 2016 schließlich den Namen Orange Vélodrome.

Das Orange Vélodrome befindet sich am Boulevard Michelet in Marseille.

Olympique Marseille – bedeutende Trainer, die Farben und Trikots des Vereins

In der langen Vereinsgeschichte von Olympique Marseille waren Trainer aus den verschiedensten Nationen für den Klub aktiv. Einer von Ihnen war Franz Beckenbauer (*11.09.1945) in der Saison 1990/91. André Villas-Boas (*17.10.1977) wurde 2019 als Cheftrainer engagiert. Er selbst ist kein professioneller Fußballer und einer der wenigen Trainer, die nur in ihrer Jugend aktiv Fußball gespielt haben. Vor Olympique Marseille trainierte er unter anderem die Tottenham Hotspurs, Chelsea und Porto.

Die Vereinsfarben sind traditionell Weiß und Hellblau, diese Farben finden sich auch auf den Trikots wieder. Aktueller Ausrüster ist seit 2018 der Sportartikelanbieter Puma. Der Essens-Lieferdienst Uber Eats löste Orange 2019 als Hauptsponsor des Klubs ab. Uber Eats ist gleichzeitig auch Sponsor der Ligue 1.

Olympique Marseille – Top-Zugänge und Beste Spieler

Als Top-Fußballklub in der Ligue 1 spielt Olympique Marseille auch auf dem Transfermarkt in der oberen Liga. Dies sind die fünf Rekord-Zugänge in der langen Geschichte des Vereins:

  • Dimitri Payet (*29.03.1987): 29,30 Millionen Euro
  • Kevin Strootman (*13.02.1990): 25 Millionen Euro
  • Luco González (*19.01.1981): 19 Millionen Euro
  • Duje Caleta-Car (*17.09.1996): 19 Millionen Euro
  • André-Pierre Gignac (*05.12.1985): 16 Millionen Euro

Zu den absoluten Top-Spielern zählt Larbi Ben Barek (*15.06.1914, †16.09.1992). Er spielte von 1938 bis 1939 für den Klub und erzielte zwölf Tore in 30 Spielen der Division 1. Nach einem Wechsel zu anderen Vereinen während und nach dem Krieg kehrte Barek 1953 für zwei weitere Spielzeiten zu Olympique Marseille zurück. 

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