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Opdenhövel: Der neue Sportschau-Mann im tz-Interview

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Nicht nervös, aber mit einer „positiven Grundanspannung“ wird Matthias Opdenhövel seine erste „Sportschau“ moderieren © WDR/Fulvio Zanettini/Thomas Leidig

Berlin - An diesem Samstag ist es so weit: Matthias Opdenhövel feiert sein Debüt bei der Sportschau. Die tz sprach mit ihm.

"Matthias Opdenhövel gehört in die erste Liga – zur Sportschau.“ Das hatte ARD-Programmdirektor Volker Herres Mitte Mai erklärt und damit die Verpflichtung des einstigen Pro7-Mannes mitgeteilt. An diesem Samstag ist es nun so weit: Der 40-Jährige, der schon Bundesligaspiele für Liga Total präsentierte und beim Eurovision Song Contest für die ARD im Einsatz war, hat seinen ersten Auftritt in der Sportschau – ab 18 Uhr gibt’s DFB-Pokalspiele.

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Der tz erzählt Opdenhövel, geboren in Detmold (NRW) und wohnhaft in Köln, wie der Deal zustande kam, was die Sportschau ihm bedeutet und ob seine Kinder (Opdenhövel ist verheiratet und Vater zweier Söhne) heute genauso gebannt vor dem Fernseher sitzen und auf die Spielergebnisse warten wie einst der kleine Matthias.

Herr Opdenhövel, wie muss man sich das vorstellen: Hat ein ARD-Verantwortlicher Sie beim „Eurovision Song Contest“ zur Seite genommen und gefragt, ob Sie die „Sportschau“ moderieren möchten?

Matthias Opdenhövel (lacht): Nein, ganz so war es nicht. Beim Eurovision Song Contest war alles schon ziemlich fix. Es war vielmehr so, dass im Frühjahr der Sportkoordinator der ARD, Axel Balkausky, anrief und mir das Angebot machte.

Und Sie mussten nicht lange überlegen.

Opdenhövel: Stimmt, ich habe schnell zugesagt. Überhaupt ging alles sehr schnell. Es gibt ja immer diese Vorurteile, dass die ARD eher schwerfällig sei bei Entscheidungen. Das kann ich nicht bestätigen.

Sie haben keine „Gremlins“ getroffen? Diese einst von Günther Jauch so getauften Rundfunkräte, die spektakuläre Personalentscheidungen gerne kommentieren und dadurch mitunter verhindern?

Opdenhövel: Nein, Gremlins habe ich das letzte Mal im Kino gesehen. 1996, glaube ich.

Anne Will, die auch mal die „Sportschau“ moderiert hat, erzählte kürzlich, dass sie als kleines Mädchen jeden Samstag im Frottee-Schlafanzug vor dem Fernseher saß und ganz aufgeregt auf die Fußball-Ergebnisse wartete. War das im Hause Opdenhövel auch so?

Opdenhövel: Auf jeden Fall. Bei mir war es wahlweise der Frotteeanzug oder noch der Bademantel. Nach dem Fußballspielen wurde man ja samstags immer in die Wanne gesteckt, und dann musste man zusehen, dass man es rechtzeitig zur Sportschau aufs Sofa schafft. Ich fand das super. Immer, wenn Ernst Huberty kam, wusste ich: Jetzt darf ich fernsehen.

Heute sind Sie selbst Vater zweier Söhne, die zehn und drei Jahre alt sind. Hocken die auch noch nach der Wanne vor der Glotze und warten, bis Reinhold Beckmann auftaucht?

Opdenhövel: Natürlich ist die Sportschau auch für die Kinder der heutigen Generation eine wichtige Sendung. Wer sich für Sport begeistert, kommt daran nicht vorbei. Klar ist aber auch, dass es heute die Möglichkeit gibt, Bundesligaspiele schon um 15.30 Uhr live anzusehen. Und diese Möglichkeit wird genutzt. Aber Zusammenfassungen von spannenden Spielen kann man gar nicht oft genug sehen.

Wie sieht Ihre Vorbereitung für die erste Sendung aus?

Opdenhövel: Letztlich genau so, wie ich mich auch mit den Kollegen von Liga total vorbereitet habe. Ich verfolge die Trainingslager der Vereine, die Einkaufspolitik, ich durchforste die üblichen Gazetten …

Klingt nicht danach, dass Sie nachts vor Aufregung nicht mehr schlafen könnten …

Opdenhövel: Natürlich hat man vor einer Live-Sendung immer eine gewisse positive Grundanspannung in sich. Aber ich spüre keine große Nervosität – dafür mache ich das alles ja auch schon lange genug.

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Was man so hört, gibt es ein paar „Sportschau“-Kollegen, die Ihr Kommen, sagen wir, kritisch beäugen. Vornehmlich die, die sich auch Chancen auf die Stelle ausgerechnet hatten …

Opdenhövel: Zu mir waren ­alle Kollegen bisher sehr freundlich.

Keine Spur von Haifisch­becken?

Opdenhövel: Na ja, das Haifischbecken im Sportbereich, das gab es schon, als ich bei Arena anfing. Da haben am Anfang auch einige gesagt: Was will denn der Unterhaltungsfuzzi hier? Und natürlich mag es jetzt auch Kollegen geben, die sich denken: Den Job hätte ich auch gerne gemacht. Aber so ist das halt. Für die Entscheidung ist die ARD verantwortlich, da kann ich nichts dafür.

Interview: Stefanie Thyssen

„Sportschau: DFB-Pokal“, Samstag, 18 Uhr, ARD

2012 soll Matthias Opdenhövel auch eine Show im Ersten präsentieren. Derzeit werden Ideen entwickelt.

Matthias Opdenhövel stand am Steuer eines Boots - und nicht nur eine TV-Kollegin bemerkte, dass er ganz anders aussah.

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